Gerätehäuser entsprechen nicht mehr den heutigen Standards
Feuerwehr weist schon lange auf Mängel hin

Nottuln -

Erst die Vorwürfe wegen mangelnden Datenschutzes, jetzt die Hinweise auf den schlechten Zustand der Feuerwehrgerätehäuser: Der oder die Kritiker der Nottulner Gemeindeverwaltung lassen nicht locker. Während die Verwaltung mit den Datenschutzvorwürfen noch relativ gelassen mit einer öffentlichen Mitteilung im Gemeinderat umgehen konnte, weil die Vorwürfe sich nicht bewahrheitet haben beziehungsweise zu wenig konkret formuliert waren (wir berichteten), liegen nun mit den Gefährdungsbeurteilungen über die Feuerwehrgerätehäuser schriftliche, offizielle Rathausunterlagen vor. Und das Fazit dieser Unterlagen: Die Feuerwehrgerätehäuser im jetzigen Zustand weisen schwerwiegende Mängel auf, entsprechen keinesfalls heutigen Arbeitsschutzvorschriften. Dass Feuerwehrleute sich hinter Auspuffrohren für den Einsatz umziehen müssen, dass dekontaminierte Einsatzkleidung mit der sauberen Privatkleidung in Berührung kommt sind nur zwei Beispiele dafür. Es bestehe Handlungsbedarf.

Freitag, 04.10.2019, 23:00 Uhr
Die Feuerwehr macht gute Arbeit. Die Gerätehäuser entsprechen allerdings nicht mehr den aktuellen Sicherheitsvorschriften.
Die Feuerwehr macht gute Arbeit. Die Gerätehäuser entsprechen allerdings nicht mehr den aktuellen Sicherheitsvorschriften. Foto: Dieter Klein

Nur: Neu ist das nicht. Schon seit Jahren weisen die jeweiligen Gemeindebrandmeister und Löschzugführer Rat und Verwaltung in öffentlichen und nicht öffentlichen Treffen darauf hin, dass die Gebäude in die Jahre gekommen sind und eine Sanierung oder ein Neubau dringend erforderlich ist. Darüber ist, wenn es um öffentliche Sitzungen geht, auch in dieser Zeitung berichtet worden.

Die jüngste Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im September hat gezeigt, dass die Geduld der Feuerwehr allmählich aufgebraucht ist. Weit über 30 Feuerwehrleute waren in Uniform zu der Sitzung gekommen, um die Beratung über die sogenannte „Prioritätenliste der Gemeindeprojekte“ zu verfolgen (wir berichteten). In dieser Liste waren die Feuerwehrgerätehäuser aufgrund der Einschätzung von gut zwei Dritteln der Ratsmitglieder auf weit hintere Plätze gerückt, womit die Ratsmitglieder selbst nicht zufrieden waren. Die Gemeindeverwaltung sah die Notwendigkeit, diese „Schieflage“ zu beheben. Für die Priorisierung der Projekte wurde daher das Kriterium „Technische Notwendigkeit/Sicherheit“ neu hinzugenommen. Alle vier Gerätehäuser wurden an die Spitze der Projektliste gesetzt. „Sonst droht eines Tages schlimmstenfalls die Stilllegung“, betonte damals Beigeordnete Doris Block.

Man darf gespannt sein, wie sich diese Priorisierung im Gemeindeetat 2020 niederschlagen wird.

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