CDU-Diskussionsabend
„Wir sind alle mitverantwortlich“

Nottuln -

Ja zum Klimaaufbruch – darüber gab es am Montagabend bei der Diskussionsveranstaltung des CDU-Gemeindeverbands keine zwei Meinungen. Bei den Wegen zum Ziel gab es indes verschiedene Ansätze.

Dienstag, 08.10.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 08.10.2019, 19:02 Uhr
Sie diskutierten am Montagabend über den Klimaaufbruch in Nottuln (v.l.): Petra Bunzel (Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde Nottuln), Moderator Martin Gesmann (CDU), Heinz Böer (Friedensinitiative Nottuln), Richard Mannwald (Fridays for Future, Ortsgruppe Nottuln), Birgit Schlütter (Initiative „Nottuln nachhaltig“), Dr. Thomas Wenning (Vorsitzender Umwelt- und Klimaausschuss Kreis Coesfeld), Marc Henrichmann (Bundestagsabgeordneter der CDU) und Moderator Dirk Mannwald (CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender).
Sie diskutierten am Montagabend über den Klimaaufbruch in Nottuln (v.l.): Petra Bunzel (Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde Nottuln), Moderator Martin Gesmann (CDU), Heinz Böer (Friedensinitiative Nottuln), Richard Mannwald (Fridays for Future, Ortsgruppe Nottuln), Birgit Schlütter (Initiative „Nottuln nachhaltig“), Dr. Thomas Wenning (Vorsitzender Umwelt- und Klimaausschuss Kreis Coesfeld), Marc Henrichmann (Bundestagsabgeordneter der CDU) und Moderator Dirk Mannwald (CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender). Foto: Ludger Warnke

Es war eine illustre Runde lokaler, regionaler und bundespolitischer Akteure, die der CDU-Gemeindeverband für seine Diskussion zum Thema „Klimaaufbruch – was kann jeder Einzelne im Ort tun?“ gewonnen hatte. Gut zwei Stunden lang diskutierten am Montagabend im Landgasthaus Arning die Teilnehmer verschiedene Wege zum Klimaschutz, sodass die Diskussion für die knapp 40 Zuhörer nicht langweilig wurde.

Den lokalen Initiativen und Gruppen die Möglichkeit zur Präsentation zu geben, war ein Anliegen der von Martin Gesmann und Dirk Mannwald (CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender) moderierten Veranstaltung. Petra Bunzel , Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde Nottuln, informierte über die Maßnahmen der Gemeinde, die bereits fünf Mal mit dem European Energy Award ausgezeichnet wurde. Mit dem Nahwärmenetz Hummelbachtal (Strom- und Wärmeversorgung), an das 32 Gebäude angeschlossen seien, und dem Fotovoltaikpark in Appelhülsen verfüge die Gemeinde über zwei Leuchtturmprojekte.

Birgit Schlütter von der Initiative „Nottuln nachhaltig“ schilderte, wie man durch eine persönliche Verhaltensänderung, etwa beim Einkauf, dem Klimaschutz Rechnung tragen kann. Unter dem Motto „Einfach. Jetzt. Machen.“ geht es der Initiative darum, einfache Klimaschutzmöglichkeiten für jeden Einzelnen aufzeigen. Die Initiative ist auch dabei, neben dem Repair-Café weitere Projekte zu initiieren, zum Beispiel eine Mitfahrer-Bank am Rhodepark.

Von anfangs 50 auf heute etwa 70 Mitglieder ist die Ortsgruppe Nottuln der „Fridays for Future“-Bewegung gewachsen, schilderte deren Sprecher Richard Mannwald. Die Gruppe, der junge Menschen im Alter zwischen 13 und 20 Jahren angehören, hat unter anderem Gespräche mit allen Ratsfraktionen geführt und sich auch mit einem Antrag in die Klimaschutzdebatte im Rat eingebracht. „Wir haben gemerkt, man kann etwas bewegen“, sagte Mannwald.

Die 1981 gegründete Friedensinitiative Nottuln hat ihr Themenspektrum schon früh um die Bereiche Ökologie und Nachhaltigkeit erweitert, berichtete Heinz Böer . Er erinnerte unter anderem an die von der FI initiierten Bürgersolaranlagen und an den Einsatz für den Ausbau der Windenergie. Der Klimaaufbruch werde nicht gelingen, wenn nur Einzelne etwas machen, mahnte Böer. Er warb für neue gesetzliche Rahmenbedingungen, um zur Öko-Routine zu kommen. Das vor Jahren eingeführte FCKW-Verbot in Kühlschränken sei ein gutes Beispiel dafür, was man mit den richtigen Rahmenbedingungen erreichen könne.

Bundestagsabgeordneter Marc Henrichmann warb dafür, beim Klimaschutz möglichst alle Menschen mitzunehmen. Er nehme die Debatte sehr differenziert wahr, spüre auch Ängste. Wichtig sei, Wirtschafts- und Klimapolitik als etwas zu begreifen, das zusammengehöre.

Dr. Thomas Wenning, Vorsitzender des Umwelt- und Klimaausschusses des Kreises Coesfeld, informierte nicht nur über Klimaschutzmaßnahmen des Kreises, sondern verdeutlichte in einem Impulsreferat auch, dass durch das persönliche Verhalten alle mit dem Klimawandel verknüpft seien. Wenning: „Wir sind alle mitverantwortlich.“ Wie Heinz Böer favorisierte auch Wenning eine Veränderung der Strukturen, damit sich das Verhalten der Menschen ändert.

In der sehr sachlich und harmonisch geführten Diskussion war man sich über die Notwendigkeit eines weiteren Ausbaus des ÖPNV ebenso einig wie über einen bewussteren Umgang mit dem persönlichen Konsum. Heinz Böer plädierte für eine „energieautarke Baumbergeregion“ und den weiteren Ausbau der Windkraft. Dabei sollten durch den Bau von Bürgerwindanlagen Betroffene zu Beteiligten gemacht werden. Ein Vorstoß, den Dr. Wenning unterstützte: „Wer die Energiewende will, muss Windkraft auch gegen Widerstände beschließen.“

Deutlich wurde, dass von der Gemeinde Nottuln weitere Klimaschutzaktivitäten erwartet werden. „Wir werden von der FI weiter darauf drängen“, versprach Heinz Böer. Und Klimaschutzbeauftragte Petra Bunzel stellte abschließend fest: „Wir haben alle das gleiche Ziel. Ich hoffe, dass wir mehr miteinander machen.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6988401?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F164%2F
Nachrichten-Ticker