Stiftsbuchhandlung Maschmann
Geschichte mit „Küsteninstinkt“

Nottuln -

Er ist ein Bestsellerautor, der in Nottuln große Sympathien genießt. Vor großer Kulisse las Roy Jacobsen aus seiner Insel-Saga „Die Unsichtbaren“. Und verriet dabei auch noch einiges über starke Frauen in seiner Familie.

Donnerstag, 10.10.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 10.10.2019, 19:44 Uhr
Erste Ideen für die Insel-Saga „Die Unsichtbaren“ sammelte der Autor Roy Jacobsen schon als Kind. Am Mittwochabend erzählte er davon und las aus seinem Buch.          
Erste Ideen für die Insel-Saga „Die Unsichtbaren“ sammelte der Autor Roy Jacobsen schon als Kind. Am Mittwochabend erzählte er davon und las aus seinem Buch.           Foto: Marita Strothe

„Ich denke, dass wird ein ganz unterhaltsamer Abend werden“, hieß Buchhändlerin Kornelia Maschmann am Mittwochabend die vielen Literaturfreunde zur Autorenlesung willkommen – und versprach damit nicht zu viel. Sie freute sich, dass die Stiftsbuchhandlung die erste Buchhandlung auf der Lesereise des Norwegers Roy Jacobsen mit seiner Trilogie „Die Unsichtbaren“ war. Norwegen ist in diesem Jahr Gastland der Frankfurter Buchmesse und wird dort auch von Jacobsen vertreten werden.

Für Jacobsen war es bereits die dritte Lesung in Nottuln und er bestätigte, dass er gerne wiederkomme. Ehe er die Zuhörer mit in die Geschichte über Ingrid von der Insel Barroy nahm, wollten diese gerne von ihm wissen, wie er auf die Idee zu dieser Trilogie rund um eine abgelegene Insel hoch oben im Norden an der zerklüfteten Küste des Landes gekommen sei. Die ersten Gedanken dazu seien ihm schon als Kind gekommen, verriet der Norweger, dass seine Mutter von einer Insel Nordnorwegens stamme. Er habe dort beim Großvater die Ferien verbracht. „Das war für ein Arbeiterkind aus Oslo sehr exotisch.“ Nicht nur das Leben seines Großvaters, sondern auch die Geschichten einer Nachbarin dort haben im Laufe der Jahre in ihm die Gewissheit geweckt: „Das verdient eigentlich einen Roman!“

Den Anfang dieses dreibändigen Werkes las er als erstes auf Norwegisch an, um dann schmunzelnd „und jetzt mit dem hiesigen Dialekt“ auf Deutsch fortzufahren. Da lernt Pastor Johannes Malmberget auf der zwei Ruderstunden vom Festland entfernten Insel die dreijährige Ingrid kennen. Für Ingrids Eltern Hans und Maria Barroy ist dieses kleine Eiland, auf dem nur ihre Familie lebt, das Paradies auf Erden. Sie leben von dem, was der karge Boden und das wilde Meer ihnen bescheren.

„Ingrid wird allmählich größer im ersten Buch“, fasste der Autor den ersten Teil der Trilogie zusammen. Das zweite Buch spielt dann zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. „Plötzlich ist es nicht mehr nur eine Insel, sondern Teil eines Größeren.“

Eine tatsächlich passierte Schiffskatastrophe, als ein deutschen Gefangenenschiff vor Norwegen sank, lässt den russischen Soldaten Alexander bei Ingrid stranden. Eine Liebesgeschichte entsteht, bevor Alexander von den Deutschen wieder vertrieben wird. „Nach dem Krieg, im dritten Roman, kann die Frau nicht mehr auf der Insel leben“, machte Roy Jacobsen aufs Lesen neugierig. „Und sie sucht den Russen mit der gemeinsamen Tochter.“

Ob er weiter schreiben will, habe er noch nicht entschieden, so der Autor zum ziemlich offenen Ende der gut 600 Seiten umfassenden Geschichte der Ingrid. „Meine Mutter war auch so eine starke Frau“, verriet Jacobsen, dass ihn Frauen seiner Familie animiert haben, diesen Charakter zu kreieren.

Neben persönlichen Erfahrungen flossen auch historisches Geschehen und der „Küsteninstinkt, die Moral der Küste Norwegens“ in das Buch, das auf Deutsch im Verlag C.H. Beck, München, erschienen ist, mit ein. Und dass Roy Jacobsen das in Nottuln spannend auf Deutsch vorstellen konnte, hat er ebenfalls Frauen seiner Familie zu verdanken. Die Sprache habe er von seiner deutschen Schwiegermutter und seiner deutsch-französischsprachigen Frau aus Belgien gelernt, verriet der Autor.

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