Rückblende: Appelhülsen
Hände waschen und Zähne putzen

Appelhülsen -

Der wohl allererste Kindergarten in Appelhülsen befand sich in den 1940er-Jahren am Kirchplatz zwischen den Häusern Reher-Nies und Tokentrup. Adele Olbertz und Adelheid Wortmann haben noch viele Erinnerungen an die damalige Zeit. Und an „Tante Ortrud“.

Samstag, 12.10.2019, 14:00 Uhr aktualisiert: 13.10.2019, 12:06 Uhr
Die Appelhülsener Kindergartenkinder mit „Tante Ortrud“ im Jahr 1940.
Die Appelhülsener Kindergartenkinder mit „Tante Ortrud“ im Jahr 1940. Foto: Sammlung Adele Olbertz

Die drei Kindertageseinrichtungen im Dorf kennt wohl jeder Appelhülsener: der Kindergarten St. Marien am Prozessionsweg (mit 50 Jahren übrigens der älteste), der Kindergarten St. Josef am Veilchenweg und schließlich die DRK-Kita Abenteuerland am Kücklingsweg.

Ältere Appelhülsener wissen aber, dass es auch schon zur Zeit der NS-Diktatur einen vermutlich kommunalen Kindergarten in Appelhülsen gegeben hat, der sich in einem Sandsteingebäude befand, das am Kirchplatz zwischen den Häusern Reher-Nies und Tokentrup stand. Adele Olbertz , Jahrgang 1936, hat ein altes Foto aufbewahrt, das die Appelhülsener Kindergartengruppe mit der Leiterin „Tante Ortrud“ im Jahre 1940 zeigt. Noch heute, so berichten Adele Olbertz und Adelheid Wortmann (ebenfalls Jahrgang 1936), besteht zwischen einigen der auf dem Foto Abgebildeten ein reger Kontakt.

„Vermutlich war das der allererste Kindergarten in Appelhülsen“, sagt Adele Olbertz, die eine besondere Beziehung zu dem Standort hat. Schließlich befand sich direkt nebenan das Elternhaus ihres Vaters, Johannes Tokentrup.

Das Sandsteingebäude, in dem sich die Kindergartengruppe befand, war 1891 als Schule gebaut worden, beherbergte dann in der NS-Zeit für einige Jahre den Kindergarten und wurde 1974 abgerissen.

Obwohl Adele Olbertz und Adelheid Wortmann damals jung an Jahren waren, haben sie noch viele Erinnerungen an die Kindergartenzeit, an die Leiterin „Tante Ortrud“ Heine, die mit dem Zug jeden Tag von Mecklenbeck nach Appelhülsen fuhr, und an die Mitarbeiterin Lene Kollenberg aus Appelhülsen.

Adelheid Wortmann erinnert sich: „In der Eingangshalle war eine Reihe Handwaschbecken installiert. Oberhalb der Waschbecken waren Ablagen angebracht. Darauf stand für jedes Kind ein Zahnputzbecher mit einer Zahnbüste. Vor dem Becher war ein Tier- oder Blumenmotiv angebracht, damit wir Kinder unsere Becher erkannten. Wenn wir morgens kamen, mussten wir die Hände waschen und die Zähne putzen.

Dann ging es in den großen Spielraum. Hinter diesem Raum ging es weiter in den Hof, der einen großen Sandkasten hatte. Bei entsprechendem Wetter konnten wir hier spielen.“

Die beiden Appelhülsenerinnen erinnern sich aber auch an Spaziergänge, an das Singen von Liedern und an das Lernen von Gedichten, die dann bei der ein oder anderen Veranstaltung vorgetragen wurden.

„Tante Ortrud war bei uns sehr beliebt. Viele Kinder gingen auch noch nachmittags in den Kindergarten, als sie schon eingeschult waren“, sagt Adelheid Wortmann.

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