Kunst im Rathaus
„Normaler Mensch und Künstler“

Nottuln -

Die neue Rathausausstellung trägt den Titel „Veränderungen“ und zeigt Bilder von Aziz Mahmud. Der Künstler wolle nicht mehr länger als Flüchtling, der Bilder malt, wahrgenommen werden, sondern als normaler Mensch und als Künstler, der sich weiter entwickelt, betonte Paul Leufke, stellvertretender Bürgermeister, bei der Eröffnung.

Sonntag, 13.10.2019, 19:00 Uhr
Der stellvertretende Bürgermeister Paul Leufke und Petra Herrmann aus Haltern eröffneten am Samstag im Rathaus Nottuln die aktuelle Ausstellung „Veränderung“ mit Bildern von Aziz Mahmud.
Der stellvertretende Bürgermeister Paul Leufke und Petra Herrmann aus Haltern eröffneten am Samstag im Rathaus Nottuln die aktuelle Ausstellung „Veränderung“ mit Bildern von Aziz Mahmud. Foto: Marita Strothe

„Mit dieser Ausstellung der Reihe ‚Kunst im Rathaus‘, die den Titel ‚Veränderungen‘ trägt, geht Aziz Mahmud andere, neue Wege“, wusste Paul Leufke in seiner Eröffnungsansprache am Samstagnachmittag. „Er will nicht mehr länger als Flüchtling, der Bilder malt, wahrgenommen werden, sondern als normaler Mensch und als Künstler, der sich weiter entwickelt“, betonte der stellvertretende Bürgermeister.

Und dass der 24-jährige Syrier, der seit Ende 2015 in Haltern lebt, sich verändern kann, wird den Betrachtern seiner Bilder sehr schnell deutlich. Mahmud zeige, dass er sich mit neuen Techniken und anderen Themen in Ausdrucks- und Malweise neu erfinde, unterstrich Leufke. „Seine erlittenen Traumata, die er so ganz wohl nie überwinden wird – vielleicht packt er sie ja auch in diese Pappkartons, deren Bilder hier gezeigt werden, um unter diesen Abschnitt in seinem Leben einen Schlussstrich ziehen zu können.“

Leider konnte der Künstler nicht an der offiziellen Eröffnung teilnehmen. Neben einem grippalen Infekt belaste ihn wieder neue Sorge um seine Familie, erklärte Petra Herrmann. „Der türkische Präsident bombardiert gerade seine Heimat, wo noch seine Familie lebt.“ Herrmann berichtete, dass sie Aziz Mahmud auf einem Willkommensfest in Haltern kennengelernt habe. Einige Monate habe er bei ihnen gewohnt, wo er auch Platz zum Malen hatte. „Das Malen mit Farben hat er erst 2016 hier in Deutschland angefangen“, erzählte sie den Besuchern. In Syrien habe er mangels Material ausschließlich mit Kohle, Bleistiften und Kugelschreiber auf Pappe und Papier gemalt. Schon als Kind wollte er Künstler werden. Auf seinem Weg zur Malerei habe er in den letzten Jahren zunächst seine Traumata verarbeitet, wusste sie. „Keine leichte Kost.“

Seit Oktober 2018 studiert Aziz Mahmud nun an der Kunstakademie in Münster „Freie Kunst“. Es entstanden Werke, in denen Mahmud die Freiheit nutzt, einfach nur Maltechniken auszuprobieren. So entstanden unter anderem großformatige Darstellungen von Kartons.

Die Ausstellung, die Mahmuds „Veränderung“ den Betrachtern deutlich macht, ist noch bis zum 11. Dezember im Rathaus zu sehen.

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