Verkehrsuntersuchung
Wie viel Verkehr ist auf den Straßen?

Nottuln -

Die Verbindung zwischen dem Wohngebiet Fasanenfeld 2 und der B525 bleibt ein Knackpunkt. Bevor allerdings irgendetwas geändert wird, sollen erst die Ergebnisse einer geplanten Verkehrsuntersuchung da sein.

Sonntag, 20.10.2019, 20:00 Uhr
Diese Sperre an der Straße Am Zippenberg verhindert den kurzen Weg aus dem Wohngebiet Fasanenfeld 2 zur Bundesstraße. Viele Autofahrer nutzen daher die Wege zwischen den Höfen in Stockum, oftmals mit viel zu hohen Geschwindigkeiten, so die Anlieger.
Diese Sperre an der Straße Am Zippenberg verhindert den kurzen Weg aus dem Wohngebiet Fasanenfeld 2 zur Bundesstraße. Viele Autofahrer nutzen daher die Wege zwischen den Höfen in Stockum, oftmals mit viel zu hohen Geschwindigkeiten, so die Anlieger. Foto: Ludger Warnke

Als sich unlängst der Gemeindeentwicklungsausschuss noch einmal mit der aus Anliegersicht problematischen Verkehrssituation in Stockum/Oberstockumer Weg befasste, kam Grünen-Fraktionschef Richard Dammann zu der Feststellung: „Es wird in Nottuln einfach zu viel Auto gefahren.“

Wie umfangreich ist der motorisierte Individualverkehr in Nottuln? Um diese Frage beantworten zu können, bedarf es einer aktuellen Datenbasis. Und die soll nun geschaffen werden. In der ersten Novemberwoche beginnt ein von der Gemeinde Nottuln beauftragtes Fachbüro mit einer Verkehrsuntersuchung im Ortsteil Nottuln. Der erste Schritt sind umfangreiche, automatisierte Verkehrszählungen.

Dafür haben Gemeinde und Gutachter insgesamt 17 relevante Knotenpunkte ermittelt, an denen die Zählungen vorgenommen werden, erläutert Fachbereichsleiter Jonas Sonntag von der Gemeindeverwaltung auf WN-Nachfrage. Allein in der Nottulner Ortsdurchfahrt zwischen den Kreisverkehren Draum und Oststraße sind sechs Knotenpunkte festgelegt worden, an denen der Verkehr gezählt wird, schildert Sonntag.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollen die Politik in die Lage versetzen, qualifizierte verkehrspolitische Entscheidungen treffen zu können. An diesen Entscheidungen mangelt es bislang, Vertagung ist eher die Regel. So warten zum Beispiel Anwohner in Nottuln-Süd/Lerchenhain immer noch auf Entscheidungen der Politik zu ihrer Verkehrssituation. Und Geduld müssen auch die Anlieger aus Stockum und vom Oberstockumer Weg haben. Denn als ihr Bürgerantrag, der zahlreiche Forderungen und Maßnahmenvorschläge enthielt, vor Kurzem Thema im Fachausschuss war, folgte der Ausschuss mit knapper 10:9-Mehrheit dem Verwaltungsvorschlag, zunächst die Ergebnisse der kommenden Verkehrsuntersuchung abzuwarten.

Dabei gab es in Teilen der Politik durchaus die Bereitschaft, mit einzelnen, kleineren Maßnahmen den Anliegern sofort zu helfen. Roswitha Roeing-Franke (CDU) erinnerte daran, dass die Anwohner bereits seit vielen Jahren wegen der Verkehrsprobleme aktiv seien. Kleinere Maßnahmen im Sinne der Bürger sollten daher jetzt beschlossen werden. Konkret schlug Roeing-Franke ein Tempo-30-Limit in Stockum vor.

Herbert van Stein (UBG) erinnerte an das Verkehrskonzept von 2011, das zu diesem Thema auch Lösungsmöglichkeiten aufzeige. Es sei nun endlich an der Zeit, den Bürgern entgegenzukommen, meinte van Stein und schlug vor, die Poller an der Straße Am Zippenberg/Habichtweg zu entfernen, damit der Verkehr aus dem Wohngebiet Fasanenfeld auf kurzem Wege über den Wirtschaftsweg die B 525 erreichen kann. Zu all dem konnte sich der Ausschuss mehrheitlich aber nicht durchringen, was die anwesenden Anlieger mit großer Verärgerung zur Kenntnis nahmen.

Der Wirtschaftsweg zwischen den Höfen in Stockum ist für Pkw und Motorräder tabu, außer man ist Anlieger oder möchte die Anlieger besuchen. Nach Beobachtungen der Anwohner wird die Beschilderung täglich vielfach ignoriert.

Der Wirtschaftsweg zwischen den Höfen in Stockum ist für Pkw und Motorräder tabu, außer man ist Anlieger oder möchte die Anlieger besuchen. Nach Beobachtungen der Anwohner wird die Beschilderung täglich vielfach ignoriert. Foto: Ludger Warnke

Nun also startet Anfang November die angekündigte Verkehrsuntersuchung. Nach Auskunft von Fachbereichsleiter Jonas Sonntag erfolgt die Zählung an den ermittelten Knotenpunkten in Intervallen. Verkehrszähltage sind Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, jeweils über 24 Stunden. Die Zählung erfolgt auf elektronischem Wege, und gezählt wird der motorisierte Verkehr. Jonas Sonntag: „Die Zählungen erfolgen differenziert nach Pkw und Lkw. Eine weitere Feindifferenzierung ist vorerst nicht vorgesehen. Da die Zählungen videounterstützt stattfinden, kann eine entsprechende Feindifferenzierung jedoch grundsätzlich immer nachgeholt werden.“

Zu den ab November aktuell ermittelten Zahlen bekommt das beauftragte Fachbüro auch die Ergebnisse, die die Gemeinde mit ihrer eigenen mobilen Zählanlage bislang ermittelt hat. Aus allen diesen Zahlen soll sich am Ende ein klares Bild ergeben, welche Verkehre in welcher Stärke wo vorhanden sind. Und weil diese Zahlen in Relation zur Funktion der jeweiligen Straße gesetzt werden müssen, wird das Gutachterbüro die Ergebnisse für die Politik interpretieren.

Die Gemeindeverwaltung rechnet damit, dass die Ergebnisse Anfang nächsten Jahres vorliegen werden, sodass dann die Politik in die Beratung einsteigen kann.

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