Schwester Raphaela
Ein Zeichen der Verbundenheit

Nottuln -

Sie ist nicht nur Nottulnern ein Begriff: Schwester Raphaela Händler. Jetzt war die engagierte Missionsbenediktinerin wieder in ihrer Heimat. Und nahm „ihre“ Straße in Augenschein.

Freitag, 25.10.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 25.10.2019, 19:48 Uhr
Schwester Raphaela Händler in „ihrer“ Straße in Nottuln mit (v.l.) den Ratsherren Jürgen Jendroska und Jan Van de Vyle, der Beigeordneten Doris Block, Schwester Raphaelas Schwester Annette Krewett und vom Eine-Welt-Kreis der Pfarrgemeinde St. Martin Hugo Hattrup, Annette Guhr, Hildegard Grothues und Maria Schlüter.
Schwester Raphaela Händler in „ihrer“ Straße in Nottuln mit (v.l.) den Ratsherren Jürgen Jendroska und Jan Van de Vyle, der Beigeordneten Doris Block, Schwester Raphaelas Schwester Annette Krewett und vom Eine-Welt-Kreis der Pfarrgemeinde St. Martin Hugo Hattrup, Annette Guhr, Hildegard Grothues und Maria Schlüter. Foto: Frank Vogel

Straßennamen? „In Tansania gibt es das so gut wie gar nicht. Und da, wo die Straßen Namen bekommen, interessiert es keinen.“ Wenn Schwester Raphaela Händler , Missionsbenediktinerin mit Nottulner Wurzeln, aus Afrika berichtet, dann taucht der Zuhörer in eine andere Welt ein. Und wie wird die Post dann zugestellt, wenn es keine Straßennamen gibt? „In den Postämtern gibt es Postboxes – also Postfächer. Da holt man sich seine Post ab.“ So einfach ist das.

Am Donnerstag war die Schwester zu Gast im Rathaus, wo sie von der Beigeordneten Doris Block im Namen der Gemeinde willkommen geheißen wurde. Mitgekommen war die Schwester der Ordensfrau, Annette Krewett aus Iserlohn, bei der Schwester Raphaela zurzeit wohnt. Außerdem waren Hugo Hat­trup als Vertreter des Eine-Welt-Kreises der Pfarrgemeinde St. Martin und die Ratsvertreter Jan Van de Vyle und Jürgen Jendroska mit am Tisch.

Letzterer hatte eine Idee aus der Bevölkerung aufgegriffen, die beiden Straßen im neuen Wohngebiet Nottuln Nord nach Nottulner Persönlichkeiten zu benennen. Am Ende entschied sich der Gemeinderat für die Bruder-Hermann-Frye-Straße und für die Schwester-Raphaela-Händler-Straße. „Das passt sehr gut zusammen, weil die Straßen zwei Nottulner ehren, die sich im sozialen und kirchlichen Bereich engagiert haben“, erklärte Doris Block.

Überrascht gewesen sei sie, als Dechant Norbert Caßens sie damals mit einer Mail „vorgewarnt“ habe, dass man eine Straße nach ihr benennen wolle, schmunzelt Schwester Raphaela. „Ich habe solche Angebote sonst immer abgelehnt. Aber dass die Anfrage jetzt aus der Heimat kam, das war doch sehr schön.“ Und als Bürgermeisterin Manuela Mahnke sie beim nächsten Heimatbesuch offiziell fragte, ob sie mit der Straßenbenennung einverstanden sei, da habe sie gerne Ja gesagt. „Heimat bleibt Heimat. Und das ist ein positives Zeichen der Verbundenheit“, freut sich Schwester Raphaela, dass auf diese Weise auch der Name Händler erhalten bleibt.

Mit ihren fast 80 Jahren ist die Ärztin zwar körperlich nicht mehr hundertprozentig fit, aber ihr Verstand funktioniert noch einwandfrei. Im Rathaus berichtete sie kurz über die aktuellen Projekte. Das neueste ist eines im Norden Tansanias. In der Pfarrei Kabuhima soll ein Kloster samt Kapelle, Mehrzweckgebäude und einem sozialen Zentrum geschaffen werden. Eine Nähschule, in der die Jugendlichen, die die Schule abgeschlossen haben, eine Ausbildung machen können, ist dabei das Hauptprojekt. „Ich wollte eigentlich nichts mehr machen“, sagt Schwester Raphaela. Aber sie habe halt die Kontakte nach Deutschland, um die Finanzierung solcher Vorhaben zu sichern. „Den Abschluss dieses Projektes werde ich aber wohl nicht mehr erleben“, sagt die Ordensfrau. Sie tut das ohne Trauer oder Angst, sondern fest im Glauben.

Ihr Name wird auf jeden Fall weiterleben. Und das nicht nur auf dem Straßenschild in Nottuln Nord.

 

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