Theatergruppe Rampenlicht
Opa behält den Durchblick

Appelhülsen -

Opa Anton (Bernhard Eßmann) ist sauer: „Hilfe – entmündigt und gedemütigt“, hat er auf ein Schild geschrieben und sich selbst gleich an die Scheunenwand gekettet. Das neue Theaterstück der Gruppe „Rampenlicht“ nimmt einen turbulenten Verlauf . . .

Montag, 11.11.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 11.11.2019, 19:48 Uhr
Auf dem Hof der verwitweten Bäuerin Rosi (Margret Rendels) lebt auch Opa Anton (Bernhard Eßmann). Der hat sich an die Scheunenwand gekettet und tritt für seine Rechte in den Hungerstreik.
Auf dem Hof der verwitweten Bäuerin Rosi (Margret Rendels) lebt auch Opa Anton (Bernhard Eßmann). Der hat sich an die Scheunenwand gekettet und tritt für seine Rechte in den Hungerstreik. Foto: Marita Strothe

„Sie haben heute bestimmt ‚alls bestens regelt‘, zeigte sich am Wochenende Annegret Waltering bei ihrer Begrüßung der Besucher im Bürgerzentrum in Münsterländer Platt zufrieden fest, „Sonst wären Sie ja nicht hier!“ Am Samstagabend und am Sonntagnachmittag präsentierte dort die Theatergruppe Rampenlicht der Kolpingsfamilie Appelhülsen vor vollem Haus das plattdeutsche Stück „Alls bestens regelt“. Der Schwank von Bernd Gombold war von der Theatergruppe dazu vom friesischen ins westfälische Platt übertragen worden.

Auf dem Hof der verwitweten Bäuerin Rosi ( Margret Rendels ) lernte das amüsierte Publikum als erstes Opa Anton (Bernhard Eßmann) kennen, der sich dort neben einem selbst gemalten Schild „Hilfe – entmündigt und gedemütigt“ an die Scheunenwand gekettet hatte und verkündete, in den Hungerstreik getreten zu sein. Seine Schwiegertochter erklärte dem nicht gerade Arbeitswütigen allerdings klipp und klar, dass sie das Geld brauchten, das sie mit neu eingerichteten Fremdenzimmern verdienen würden. Außerdem hält Anton seinen Hungerstreik ohnehin nicht durch.

Theatergruppe Rampenlicht: Alls bestens geregelt

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Der fühlt sich dann noch mehr unverstanden, als Rosis Mutter Klara (Margot Rokitta) mit ihrem Putzfimmel zu Besuch kommt, um zu helfen. Die allerdings als erstes Anton zum Waschen zwingt, auch wenn der beteuert, er habe eine Wasserallergie. Selbst Nachbarin Brunhilde (Monika Lenz), die sein Geschrei hört, ist sich sicher, dass Waschen „reinste Wasserverschwendung“ ist. Denn sie kann einfach nichts verkommen lassen, bedient sich am Frühstückstisch der Nachbarn, will deren Frauenzeitschrift „Herz-Schmerz“ auch noch schnell lesen und kann sogar zwei Eimer von Antons gar nicht mehr sauberem Badewasser gebrauchen.

Nicht nur Brunhilde taucht immer wieder auf. Der verirrte Wanderer Dr. Reinhard Kümmerlich (Phil Lau) stößt zwischenzeitlich mit Postbotin Lisa (Maria Weking) auf ihrem Fahrrad zusammen, weil sie statt auf die Straße zu sehen lieber in „Herz-Schmerz“ die Ratschläge für Frauen liest. Und da er Bäuerin Rosi nicht recht begreiflich machen kann, dass er nicht der erwartete Viehdoktor, sondern Chemiker ist, wird er von ihr gleich mit zur Geburtshilfe bei Kuh Meta in den Stall geholt.

Inkognito bleiben möchte eigentlich der erste Feriengast, der Schriftsteller Hajo (Andreas Krös). „Sie sind doch nicht etwa der Hans-Joachim Hassnicht“, ist Rosi wenig begeistert. Denn der schreibt frauenfeindliche Bücher. Sie bedauert, dass er bereits im Voraus bezahlt hat und ihn beherbergen muss.

Ein dritter fremder Mann, Gustav Glitzer (Jochen Strege) kommt mit dem Mofa, weil er in „Herz-Schmerz“ ein Kontaktanzeige gelesen hat. Diese hatte Opa Anton für seine Schwiegertochter unter dem Kennwort „Liebe vergeht, Hektar besteht“ auf der Suche nach einem tüchtigen Bauern aufgegeben.

Verwechslungen und Verwirrungen bleiben da nicht aus. Opa Anton bekommt mächtig Ärger mit Rosi und ihrer Mutter, aber durch Zufall auch Kenntnis vom unlauteren Verhalten des Frauenfeindes Hajo. Als dann noch dessen Freundin Sonja (Anne Plester-Buschschlüter) wie ein bunter Vogel auf dem Bauernhof auftaucht, nutzt Anton sein Wissen als „der Mann, der zu viel weiß“. Letztlich ist sich Opa – zumindest ein Weilchen – zum guten Schluss sicher „alls bestens regelt“ zu haben.

Auf jeden Fall bestens unterhalten hat die Appelhülsener Theatergruppe das begeisterte Publikum mit ihrem neuen Stück.

An zwei Terminen können sich Zuschauer noch köstlich darüber amüsieren. Am Freitag (15. November) um 19.30 Uhr und am Samstag (16. November) um 16.30 Uhr kommt „Alls bestens regelt“ noch mal auf die Bühne im Frenkings Hof.

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