Kommunalpolitik
„Historische Chance“ vertan

Darup -

Die Gemeindepolitik hat einen ersten Vorschlag zur Neugestaltung der Coesfelder Straße in Darup abgelehnt. Die Entscheidung wurde denkbar knapp getroffen.

Mittwoch, 13.11.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 13.11.2019, 18:56 Uhr
Die Coesfelder Straße in Darup soll umgestaltet werden. In welcher Form, dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Ein Vorschlag der Verwaltung wurde im Fachausschuss mit knapper Mehrheit abgelehnt.
Die Coesfelder Straße in Darup soll umgestaltet werden. In welcher Form, dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Ein Vorschlag der Verwaltung wurde im Fachausschuss mit knapper Mehrheit abgelehnt. Foto: Frank Vogel

Mit knapper Mehrheit von 8:7 Stimmen bei zwei Enthaltungen hat der Gemeindeentwicklungsausschuss den Vorschlag der Gemeindeverwaltung abgelehnt, die Coesfelder Straße in Darup zwischen Roruper Straße und Neuem Weg nach den Entwürfen des Büros nts Ingenieurgesellschaft Münster umzugestalten. Eine endgültige Entscheidung ist damit aber noch nicht gefallen, die soll der Rat am 10. Dezember (Dienstag) treffen.

Die Verwaltung hatte eine Entwurfsvariante empfohlen, bei der die Fahrbahnbreite und die Fahrradschutzstreifen belassen werden wie bisher. Punktuelle Veränderungen der Gehwegbreite und -oberfläche, Grünflächen zur Temporeduzierung und optischen Aufwertung waren bei dieser Variante geplant. Außerdem sollen Prägeasphalt und eine Einfärbung als Gestaltungselemente eingesetzt werden, auch das soll eine Temporeduzierung veranlassen, erklären Verwaltung und Ingenieurbüro. Die Kosten sollen bei rund 21 000 Euro liegen, die Gemeinde wollte Fördermöglichkeiten prüfen.

Herbert van Stein (UBG) sah eine „historische Chance“ vertan, den Fußgängern und Radfahrern gegenüber dem Autoverkehr Vorrang zu geben. „Das ist nicht familienfreundlich.“ Er forderte eine neue Planung „Richtung holländisches Modell“. Hier sei ein Straßenplaner am Werk gewesen, kein Städteplaner, der den Dorfkerncharakter mit zentralem Platz und Kirchhügel herausgearbeitet hätte, kritisierte Richard Dammann (Grüne). „Dieser Entwurf würde beim Mobilen Baukulturbeirat gnadenlos durchfallen.“

Diplom-Ingenieurin Kerstin Juta-Wiggeshoff und Fachbereichsleiter Jonas Sonntag von der Gemeindeverwaltung erklärten, dass es sich um eine erste Maßnahme im Rahmen des Dorfinnenentwicklungsprojektes handele, die man sich herausgesucht habe und über die man auch mit den Akteuren vor Ort gesprochen habe. Die städtebauliche Entwicklung sei ein weiterer Punkt, der später angegangen werden soll. Man habe für dieses Projekt versucht, einen Städteplaner zu finden, ohne Erfolg. nts sei aber ein renommiertes Büro und keine Notlösung.

Auch Klaus Overesch (CDU) sah in dem Projekt einen ersten Schritt zur Neugestaltung des Daruper Ortskerns. Die Straße werde langsamer, das Projekt sei kurzfristig und für kleines Geld umzusetzen. Auch müssten die Anlieger keine Beiträge zahlen..

Die SPD war für eine Vertagung des Beschlusses, um die Punkte „mehr Grün“ und „Verbesserungen für Radfahrer und Fußgänger“ aufzuarbeiten. Der Vorschlag der Grünen, die von der Verwaltung favorisierte Lösung abzulehnen, einen neuen Weg zu finden und den mobilen Baukulturbeirat zu beteiligen, wurde bei Stimmengleichheit abgelehnt. Danach wurde über den Verwaltungsvorschlag abgestimmt – und der fiel ebenfalls durch.

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