Kommunale Verkehrspolitik
Mehr Platz für Radfahrer

Nottuln -

Auch wenn alle anderen Behörden sich dagegen aussprechen: Die Gemeindepolitik möchte endlich eine konkrete Verbesserung für Radfahrer erreichen. Es geht um den Bereich der Einmündungen von Ober- und Niederstockumer Weg in die Ortsdurchfahrt.

Mittwoch, 13.11.2019, 21:00 Uhr
So ist heute die Verkehrssituation am Oberstockumer Weg: Für Autofahrer und Radfahrer gibt es vor der Ampel einen gemeinsamen Wartebereich. Künftig sollen Radfahrer hier und auch am Niederstockumer Weg eine eigene Fahrradspur erhalten.
So ist heute die Verkehrssituation am Oberstockumer Weg: Für Autofahrer und Radfahrer gibt es vor der Ampel einen gemeinsamen Wartebereich. Künftig sollen Radfahrer hier und auch am Niederstockumer Weg eine eigene Fahrradspur erhalten. Foto: Frank Vogel

Die Politik will etwas für den Radverkehr tun – und stellt sich gegen Kreis, Straßenverkehrsbehörde, Polizei und Gemeindeverwaltung. Zur Debatte stand der Bürgerantrag „Verbesserung der Situation für Radfahrer im Kreuzungsbereich Oberstockumer und Niederstockumer Weg mit der Ortsdurchfahrt“. Die Gemeindeverwaltung hatte in ihrer Vorlage für den am Dienstagabend tagenden Gemeindeentwicklungsausschuss vorgeschlagen, angedachte Verbesserungen nicht umzusetzen.

Der Nottulner Karl-Heinz Stevermüer hatte bereits im September 2018 vorgeschlagen, eine gesonderte Radspur anzulegen, damit die Radfahrer nicht hinter den Autos in der Schlange stehen oder verbotenerweise auf den Bürgersteig ausweichen müssen. Nachdem er dann im Februar 2019 einen entsprechenden Bürgerantrag formuliert hatte und nach langwierigem Hin und Her, für das Stevermüer die Verwaltung im Ausschuss harsch kritisierte, war die Gemeinde auf seinen Kompromissvorschlag eingegangen, die Möglichkeit einer Testphase zu prüfen.

Ergebnis nach einem Behördentermin mit Polizei, Kreis, Straßenverkehrsbehörde und Gemeinde: Für die Änderungen an den Ampelanlagen (inklusive der Beschaffung von Ampelkameras) müssten 13 500 Euro aufgebracht werden. Mit dem Risiko, dass der Testlauf kein Erfolg wird. „Dann müssen wir wieder umprogrammieren, was noch mal eine, wenn auch kleinere Summe kosten würde“, erläuterte Diplom-Ingenieur Daniel Krüger von der Verwaltung. Die Behörden hatten auch darauf hingewiesen, dass dadurch, dass eine Autospur zugunsten der Fahrradspur geopfert werde, mit Rückstaus, längeren Wartezeiten und mehr Abgasen zu rechnen sei. Zudem habe der Kreis angekündigt, an diesen Stellen „mittelfristig“ Mini-Kreisverkehre zu bauen.

Die Politik war sich indes einig, dass man dem Radverkehr eine Chance geben müsse. „Wenn nicht jetzt, wann dann“, meinte Waldemar Bogus (UBG). „Wir müssen die Bürger zum Umdenken zwingen, anders geht es offenbar nicht“, fand Volker Ludwig (SPD). Dieser Test sei sicher „Flickwerk“, aber er helfe und deshalb sei er okay, meinte Richard Dammann (Grüne), der kritisierte, dass viel zu wenig für die Radfahrer getan werde. „Wir wollen das politisch, jetzt muss die Gemeinde noch mal mit dem Kreis sprechen“, erklärte Hartmut Rulle (CDU). „Wir müssen die in die Spur setzen.“

Bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen wurde einer Umsetzung der Testphase zugestimmt. Das Geld dafür, so Beigeordnete Doris Block, müsse aber noch in den Etat eingestellt werden. Das werde nicht leicht.

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