Lokale Wirtschaft
Sorge wegen Überversorgung

Nottuln -

Teile der Gemeindepolitik sehen das stetige Wachsen der Verkaufsflächen im Lebensmittelhandel zunehmend kritisch. Nun trifft es den Discounter Lidl.

Mittwoch, 13.11.2019, 20:00 Uhr
Die vom Discounter Lidl angestrebte Flächenerweiterung stößt in der Politik auf Kritik.
Die vom Discounter Lidl angestrebte Flächenerweiterung stößt in der Politik auf Kritik. Foto: Ludger Warnke

Die Erweiterung des Lidl-Marktes stößt in Teilen der Gemeindepolitik auf gravierende Bedenken. Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung lehnte am Dienstag mit knapper Mehrheit von 9:8 Stimmen bei einer Enthaltung den Antrag des Grundstückseigentümers ab, ein Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans zu beginnen. Diese Planänderung ist für die beabsichtigte Markterweiterung um rund 400 Quadratmeter aber notwendig. Jetzt wird es am 10. Dezember (Dienstag) spannend, wenn der Gemeinderat endgültig entscheiden wird.

Wie berichtet, soll die Lidl-Erweiterung auf dem zwischenzeitlich geräumten Nachbargrundstück durchgeführt werden. Die Politik hat deutliche Bedenken.

Volker Ludwig (SPD) sah einen Konkurrenzkampf, der Druck auf die Gemeinde ausübt. „Erst erweitert Aldi auf 1200 Quadratmeter, dann zieht Lidl nach und erweitert von 1000 auf 1400 Quadratmeter.“ So könne das nicht weitergehen. Zu den 400 Quadratmetern kämen dann sicher noch weitere Versiegelungen dazu, zum Beispiel auch für Park- und Verkehrsflächen, „und die Bäume, die dann gepflanzt werden, sind einfach nur armselig.“

Dem könne man bei der Ausarbeitung des Durchführungsvertrages entgegenwirken, erklärte Fachbereichsleiter Jonas Sonntag . Die Gemeinde habe da alle Rechte, bestimmte Forderungen festzuschreiben.

Doch auch Hartmut Rulle (CDU) und Herbert van Stein (UBG) waren nicht einverstanden. Laut dem Einzelhandelsgutachten sei man schon nahe an der Überversorgung gewesen, erläuterte Rulle. Nachdem danach Aldi und Netto erweitert hätten, sei diese Überversorgung spätestens mit der Lidl-Erweiterung erreicht. Das Gutachten habe einzelne Erweiterungen schon berücksichtigt, so Jonas Sonntag, trotzdem könne man über das Thema Überversorgung streiten. Wenn das Planverfahren anläuft, werde man auch diese Frage prüfen.

Richard Dammann (Grüne) wollte vermitteln. Ja, hier habe man einen zentralen Nahversorgungsstandort, und eine Wohnbebauung sei nicht zu erwarten. Also müsse man „vernünftige Vorschläge“ machen, um das Grundstück zu nutzen, gleichzeitig aber ökologische und andere Belange – zum Beispiel die Verbesserung der Verkehrssituation – berücksichtigen.

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