„De platte Trupp“
Frauen an der Macht

darup -

Zwerchfellerschütternd ist die Komödie, die sich die „Platte Trupp“ aus Darup für ihr 30-jähriges Bestehen ausgesucht hat.

Donnerstag, 14.11.2019, 20:00 Uhr
Lieselotte (r. Ulla Wewering) spart Energie, weil sie bloß auf der Couch liegt, Emma (Julia Gerdes) nutzt den Süßigkeitenautomaten als Fitnessgerät.
Lieselotte (r. Ulla Wewering) spart Energie, weil sie bloß auf der Couch liegt, Emma (Julia Gerdes) nutzt den Süßigkeitenautomaten als Fitnessgerät. Foto: Ursula Hoffmann

„In jedem Kerl steckt was Gutes und wenn es nur ein Küchenmesser ist“, stellt Frieda als Oberhaupt eines mit viel krimineller Energie ausgestatteten Damenquartetts lakonisch fest. Zur Gaudi des Publikums sind es die Frauen der Familie Schnakenbeck, die mit Tricks und Raffinesse die Leute aufs Kreuz legen und so ihr Geld verdienen. Dabei hat Chefin Oma Frieda ihre liebe Sorge, die zwei Töchter und die Enkelin in der Spur zu halten. Ihre edel ausgestattete Hotelsuite (Bühne und Requisiten Charly Beyer ) wird dabei zum echten Tollhaus. 30-jähriges Jubiläum feiert die Daruper Laienspielschar „De platte Trupp“ mit der Komödie „Vader neirig socht“.

Rita Stüve ist von Beginn an dabei, anfangs die Tochter, spielt sie heute mit überbordender Energie die mit Schlagfertigkeit und gesundem Mutterwitz ausgestattete Oma Frieda. Es ist eine reine Freude zu sehen, wie sie und der Rest der holden Weiblichkeit sich die köstlich gezeichneten Figuren wie eine zweite Haut überstreifen.

Tochter Lieselotte (Ulla Wewering) liegt am liebsten auf der faulen Haut und braucht Zigarren und Kaffee zum Wachwerden. Ihre Schwester Emma (Julia Gerdes) ist statt mit Intelligenz mit gesegnetem Appetit ausgestattet. Chips futternd beklagt sie sich, die Couch sei dauernd besetzt, „mine Kalorien hätt gar keene Chance, sich zu entfalten“.

Als sich alte Bekanntschaften als neue Kunden bei Lieselotte, alias Gräfin von Wüstenberg und Schrec­kenstein, für ein völlig überteuertes Coaching anmelden, erfährt deren Tochter Carina (Marie Wewering), die sich bei Bedarf problemlos von der charmanten Schönheit in die prollige Mandy verwandelt, dass gleich drei Männer als ihr Erzeuger infrage kommen. Eine perfekte Ausgangsposition, um einen Racheplan zu schmieden. Dabei werden die Damen unterstützt von dem Zimmermädchen Sophie, das dem Schnaps sehr zugetan ist (Gerda Schulze Wellberg ist zum ersten Mal dabei und fügt sich naiv-gerissen prächtig ins Ensemble).

Klar haben bei dieser geballten Frauenpower die Männer nichts zu lachen, das Publikum aber dafür umso mehr. Der Fabrikant Puvogel (Ralf Gesterkamp) und der Politiker Büssenschütt (Wolfgang Huwe) müssen da schon mal die Hosen runterlassen. Der schwule Paradiesvogel Basti Schnabel (köstlich: Daniel Gerding) braucht nur Handtäschchen schwenkend aufzutauchen, schon prusten alle los. Erst recht, wenn er den soliden, in Carina verliebten Karl Friedrich (Jan-Phillip Gerding) und seine adelig arrogante Mutter (herrlich steif Gerburg Mielsch) davon überzeugen will, die ideale Schwiegertochter zu sein.

Alle zusammen zünden ein Gagfeuerwerk, das die Lachmuskeln aufs Äußerste strapaziert. Und das alles in Gemeinschaftsarbeit, ohne Regisseur. Laien sind das wahrlich nicht – Chapeau!

Weitere Vorstellungen im Saal Egbering folgen am 16. November um 20 Uhr, am 17. November um 19 Uhr, am 22. und 23. November um 20 Uhr und am 24. November um 19 Uhr.

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