Klimaschutz
„Gutes verstetigen, Neues entwickeln“

Nottuln -

Die Gemeinde Nottuln ist beim Klimaschutz gut unterwegs. Das stellten die Politiker im Gemeindeentwicklungsausschuss fest. Doch man müsse die Anstrengungen jetzt intensivieren.

Freitag, 15.11.2019, 20:00 Uhr
Eines der Klimaschutzprojekte in der Gemeinde: das von dem Appelhülsener Jörg Köchling (l.) angestoßene Carsharing in Appelhülsen, das die Gemeinde – mit der Klimaschutzbeauftragten Petra Bunzel (2.v.l.) – unterstützt. Beim Start waren mit dabei auch Rebecca Bracht (Stadtteilauto Münster) und Bernd Gehrmann vom gleichnamigen Autohaus.
Eines der Klimaschutzprojekte in der Gemeinde: das von dem Appelhülsener Jörg Köchling (l.) angestoßene Carsharing in Appelhülsen, das die Gemeinde – mit der Klimaschutzbeauftragten Petra Bunzel (2.v.l.) – unterstützt. Beim Start waren mit dabei auch Rebecca Bracht (Stadtteilauto Münster) und Bernd Gehrmann vom gleichnamigen Autohaus. Foto: WN-Archiv/Iris Bergmann

Da staunten die Mitglieder im Gemeindeentwicklungsausschuss nicht schlecht. „Ich bin überrascht, wie viel wir in Sachen Klimaschutz tun“, sagte zum Beispiel Stephan Hofacker (Ökologische Liste). Und zugleich forderte er – wie auch andere Politiker – weitere Anstrengungen. Hintergrund war der Status-Quo-Bericht der Gemeindeverwaltung zum Klimaschutz in Nottuln.

Klimaschutzbeauftragte Petra Bunzel konnte nicht nur darauf verweisen, dass seit Jüngstem die Rubrik „Klimatische Auswirkungen“ in den Beschlussvorlagen steht, die Politik also sieht, was ihre Entscheidungen für das Klima bedeuten würden. Sie konnte auch das Inte­grierte Klimaschutzkonzept ( IKK ), das Energiepolitische Arbeitsprogramm (EPAP), die langjährige erfolgreiche Teilnahme am European Energy Award (EEA) und das Klimaschutzcon­trolling anführen. So habe man den CO-Ausstoß um 20 Prozent auf 9,28 Tonnen/Einwohner reduzieren können.

Aktuell gebe es 133 Maßnahmen, die mit dem Klimaschutz zu tun haben, zwölf entstammen dem 31 Maßnahmen umfassenden IKK. Hierzu gehören zum Beispiel das Carsharing in Appelhülsen, bei dem die Gemeinde eine private Initiative unterstützt, dazu gehört die Umstellung auf energiesparende Beleuchtung in öffentlichen Gebäuden oder der Klimatag (dessen Wiederholung in 2020 erfolgen wird). Fair-Trade-Gemeinde, Teilnahme an der Earth Hour, am Stadtradeln, das Baumkonzept, E-Ladesäulen und vieles mehr listete Petra Bunzel auf.

„Wir müssen gute Projekte verstetigen, den EEA und das IKK weiter umsetzen, neue Ideen entwickeln und Netzwerke ausbauen“, fasste die Klimaschutzbeauftragte zusammen. Dazu brauche es allerdings Geld und Personal, war sie realistisch.

Dem schloss sich Richard Dammann (Grüne) an. Die Infrastruktur etwa müsse weniger autogerecht als vielmehr auf Fußgänger und Radfahrer ausgerichtet werden, die „Riesensünde“ Flächenversiegelung müsse angefasst werden, der Grünraum gefördert werden. „Das schafft man nicht mit einer halben Stelle.“ Volker Ludwig (SPD) schloss sich der Forderung an und ergänzte:. „Außerdem müssen wir die Bürger mitbewegen.“

Eine Prioritätenliste der effektivsten Maßnahmen wünschte sich Hartmut Rulle (CDU). „Wir können doch die 19 noch verbleibenden Maßnahmen aus dem IKK aufgreifen.“ Das sei sicher möglich, meinte Petra Bunzel, aber das Tagesaktuelle hole sie auch immer wieder ein und begrenze die Möglichkeiten.

Keine Mehrheit (8:11) fand die Idee der SPD, eine Liste von konkreten Anregungen der Friedensinitiative zur Grundlage der weiteren Arbeit zu machen. Zum Beispiel das Ziel, bis 2035 allen Strom für die Gemeinde aus erneuerbaren Energien zu erzeugen oder Fußgängern und Radfahrern Vorrang gegenüber dem motorisierten Verkehr zu verschaffen. Viele von den Forderungen habe die Gemeinde auf der Agenda, erklärte die Verwaltung (wie die Fortsetzung der Teilnahme am EEA oder das Bemühen um die CO-Reduzierung). Einstimmig bei fünf Enthaltungen (SPD) wurde deshalb die Formulierung der Verwaltung übernommen: „Die Anregungen der Friedensinitiative Nottuln werden zur Kenntnis genommen. Beschlussvorschläge einzelner Punkte werden gegebenenfalls erarbeitet.“

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