Neue Ausstellung
Heimat ein Gesicht geben

Nottuln -

Das Weggehen und das Ankommen ist seit jeher ein Teil des Menschseins. Eine neue Ausstellung in der Aschebergschen Kurie stellt zehn ganz unterschiedliche Menschen vor, die weggegangen und angekommen sind.

Samstag, 23.11.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 24.11.2019, 19:42 Uhr
Susanna Wüstneck (3.v.l.), Christian Wermert vom Kreisheimatverein (5.v.l.) und Autorin Ulla Wolanewitz (2.v.r.) freuen sich mit einem Teil der Geflüchteten, die in der Ausstellung zu Wort kommen, über die große Besucherresonanz. „Vom Weggehen und Ankommen“ ist bis zum 19. Dezember in Nottuln zu sehen.
Susanna Wüstneck (3.v.l.), Christian Wermert vom Kreisheimatverein (5.v.l.) und Autorin Ulla Wolanewitz (2.v.r.) freuen sich mit einem Teil der Geflüchteten, die in der Ausstellung zu Wort kommen, über die große Besucherresonanz. „Vom Weggehen und Ankommen“ ist bis zum 19. Dezember in Nottuln zu sehen. Foto: Ludger Warnke

Eine große Resonanz hat am Donnerstagabend die Vernissage zur neuen Ausstellung „Vom Weggehen und Ankommen“ gefunden, die der Kreisheimatverein Coesfeld zusammen mit der Nottulner Autorin Ulla Wolanewitz konzipiert hat. Rund 70 interessierte Bürger drängten sich im Foyer der von Aschebergschen Kurie, in der zehn Flüchtlinge auf Text- und Bildtafeln sowie in einem Film von Susanna Wüstneck zu Wort kommen.

Gemeindearchivar Christian Wermert als Geschäftsführer des Kreisheimatvereins und Ulla Wolanewitz freuten sich sichtlich über die große Resonanz, ebenso wie die anwesende Filmemacherin Susanna Wüstneck und einige der ebenfalls anwesenden Geflüchteten, die Thema der Ausstellung sind.

Sowohl stellvertretender Bürgermeister Karl Hauk-Zumbülte in seiner Begrüßung als auch Pfarrdechant Norbert Caßens, der zum Thema „Heimat“ aus christlicher Sicht und auch ganz persönlich Stellung nahm, fanden passende Worte. Und ebenfalls passend war die musikalische Mitgestaltung durch Folkmusiker Günther Leifeld-Strikkeling und Filmemacherin Susanna Wüstneck, die das bekannte Heimatlied „Kein schöner Lied“ in einer orientalisch anmutenden Version präsentierten, wie sie auch schon im Wüstneck-Film „Keinheimatfilm“ zu hören ist.

Dem Gedanken, dass das Weggehen und das Ankommen seit jeher ein Teil des Menschseins ist, gibt die Ausstellung ein Gesicht am Beispiel von zehn Geflüchteten. Autorin Ulla Wolanewitz hat diese Menschen bereits in ihrem Buch „Sie sprechen aber gut Deutsch” in den Fokus gerückt. Nun in der neuen Wanderausstellung begegnen die Besucher erneut dem sich verändernden Schicksal von Jouan Biro aus Syrien, Hildegard Bothin aus Ostpreußen, Petra Becker aus Schapdetten/Damaskus, Habib Rezai aus Afghanistan und weiteren Geflüchteten. Für die Besucher lässt sich nachvollziehen, wie alte Heimat nachwirkt und neue Heimat das Leben füllt.

Die Ausstellung ist auch für Schulklassen geeignet, gibt es doch vom Bildungspartner NRW eine Biparcours-App, quasi eine interaktive Schnitzeljagd mit 20 Fragen zum Thema.

In Nottuln ist die Ausstellung „Vom Weggehen und Ankommen“ noch bis zum 19. Dezember montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr im Foyer der Ascheberg­schen Kurie, Stiftsstraße 4, zu sehen. Auf Wunsch gibt es auch Führungen (Terminvereinbarung per E-Mail an uwolanewitz@web.de).

Nächste Stationen der Ausstellung sind Billerbeck (Bahnhof Billerbeck; 12. Januar bis 2. Februar) und Coesfeld (Synagoge; 6. bis 15. Februar).

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