Bertelsmann-Betrüger
Etliche Luxusgüter beschlagnahmt

Nottuln -

Der Prozess gegen die mutmaßlichen Bertelsmann-Betrüger aus Altenberge und Nottuln neigt sich dem Ende entgegen. Jetzt gab es allerdings noch eine böse Überraschung für den Verteidiger.

Montag, 02.12.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 02.12.2019, 19:02 Uhr

Der Prozess gegen die mutmaßlichen Bertelsmann-Betrüger aus Altenberge (48) und Nottuln (56) neigt sich dem Ende entgegen. Am vergangenen Freitag legte die Richterin eine neue Anklage mit einer vergleichbaren Tat aus März 2018 gegen den Investment-Unternehmer aus Altenberge vor, die seinen Verteidiger überraschte.

Es geht um einen weiteren Betrug an einer Bertelsmann-Kundin in Unna, die für den Verkauf ihrer wertvollen Bücher über den angeblichen Kundenberater einen Kredit in Höhe von 18 500 Euro aufgenommen hatte. Aber sie ließ sich von ihm eine Rückzahlungsgarantie unterschreiben, wenn ihre Bücher nicht verkauft würden. Im November 2018 mahnte der Rechtsanwalt der Frau diese Zahlung in einem Schriftsatz an. Der Staatsanwalt deutete weitere Verfahren an.

Zunächst hatte am Freitag die Finanzermittlerin aus Greven das Wort. Sie hatte die Konten beider Angeklagten geprüft, weil dort gehäuft größere Beträge bis zu 260 000 Euro eingingen und es mehrere Rückbuchungen wegen Betrugsverdachts gab. Aufgrund des erhärteten Verdachtes wurde die Wohnung des Angeklagten aus Altenberge nicht nur einmal durchsucht und wertvolle Gegenstände wie Luxusfahrzeuge, eine Harley Davidson, ein Pferd sowie ein Pferdeanhänger von der Polizei beschlagnahmt.

Die Auflistung der Wertgegenstände erinnerte an die Werbung: „Mein Haus, mein Auto, mein Pferd...“ Diese Luxusgüter sollen mit dem Geld betrogener Bertelsmann-Kunden bezahlt worden sein. Der Mitangeklagte aus Nottuln erhielt laut Anklage einen Teil des Gesamtschadens an Provision. Nach Aussagen der Zeugen trat er jedoch meistens nur als Begleiter des Investment-Unternehmers aus Altenberge im Gewerbe „An- und Verkauf von Büchern“ auf.

Ein Großteil der Kunden waren mittellose Rentner oder gar Arbeitslose, die nur mit Hilfe von Finanzierungen wertvolle Bertelsmann-Bücher erworben hatten. Weil sie diese mit Gewinn verkaufen wollten und ihre Bücher zum Teil noch original verpackt im Keller standen, nahmen sie auf Drängen des „Kundenberaters“ aus Altenberge Kredite zwischen 15 000 und 20 000 Euro auf. Damit sollten sie angeblich „in die Versteigerung kommen“, wie sie als Zeugen vor Gericht sagten.

Am Freitag (6. Dezember) sollen beim Schöffengericht in Rheine die Plädoyers gehalten und möglicherweise auch das Urteil gesprochen werden. Wenn das aus Zeitgründen nicht gelingt, ist die Urteilsverkündung für den 20. Dezember vorgesehen.

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