Trauerbewältigung
Trauern von klein auf lernen

Nottuln -

Trauer ist anstrengend. Das spürten die rund 50 Zuhörerinnen und Zuhörer nach einem facettenreichen Vortrag von Mechthild Schröter-Rupieper, die auf Einladung der Hospizbewegung Nottuln aus ihren zahlreichen Erfahrungen berichtete.

Dienstag, 03.12.2019, 05:05 Uhr aktualisiert: 03.12.2019, 05:10 Uhr
Mechthild Schröder-Rupieper hat in ihren Büchern ein großes Repertoire an verschiedenen Möglichkeiten zusammengetragen, Trauer zu bewältigen, Ihr neustes Werk spricht die Jüngsten an.
Mechthild Schröter-Rupieper hat in ihren Büchern ein großes Repertoire an Möglichkeiten zusammengetragen, Trauer zu bewältigen. Ihr aktuelles Werk spricht die Jüngsten an. Foto: Hospizbewegung Nottuln

„Wir müssen uns mit dem Trauern auseinandersetzen, wenn wir nicht verschiedene Auffälligkeiten bis hin zum Ritzen und zur Sucht produzieren wollen“, so die Referentin, Gründerin von Lavia, dem Verein für Familientrauerbegleitung in Gelsenkirchen. Durchschnittlich 160 Kinder und Jugendliche pro Monat können dort in verschiedenen Gruppen ihre Trauer verarbeiten.

Sätze wie „Du musst doch nicht traurig sein“ haben das Trauern abgewöhnt, schreibt die Hospizgruppe in einer Pressemitteilung. Darf eine 85-jährige Frau nicht trauern, wenn nach 61 Jahren Ehe ihr Mann stirbt? Doch. Und sie darf auch drei Mal täglich zum Friedhof gehen und ihren Mann dort besuchen, wenn ihr das gut tut. Sie dürfe auch fünf Mal dorthin gehen, bestätigt Mechthild Schröter-Rupieper der alten Dame, nachdem die Tochter sich große Sorgen um die täglichen Friedhofsgänge der Mutter gemacht hat. „Fünf Mal?“, fragt die 85-Jährige kopfschüttelnd, „nein, Frau Schröder-Rupieper, das schaffe ich dann doch nicht mehr.“

Jeder und jede habe eine andere Möglichkeit, über den Trauerberg zu kommen. Niemandem dürfe die Trauer weggenommen werden. Aber der Schmerz soll vergehen. Hierfür benötigen Trauernde Menschen, die zuhören, die bestätigen, dass Trauer schmerzt und dass sie ihre Berechtigung hat. „Ist geteiltes Leid halbes Leid?“, fragte Mechthild Schröter-Rupieper in einem ihrer Seminare mit Jugendlichen. Nein, war die Antwort. Aber wenn man Sorgen mitteilen kann, sei es ein Segen.

Das war wohl die Hauptbotschaft des Abends, fasst die Hospizbewegung zusammen: „Schauen wir nicht weg, wenn jemand traurig ist. Lehren wir schon die Kleinsten, dass Trauern zum Leben dazu gehört, dass Trauer Ausdrucksmöglichkeiten benötigt und dass dies der einzige Weg ist, damit das Leben wieder gut wird.“

Ein großes Repertoire davon hat Mechthild Schröter-Rupieper in ihren Büchern zusammengetragen. Ihr neuestes Buch „Hilf mir, wenn ich traurig bin“ ist ein Sach- und Mitmachbuch für Kinder im Vorschulalter. „Das Grundwissen über Trauer und Trauerverarbeitung sollte in allen Familien vorhanden sein“, so Mechthild Schröter-Rupieper, „damit die Liebe zu dem verstorbenen Menschen einen neuen Platz im Leben finden kann.“

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