„Ein Lächeln für Togo“
In einem Dorf wird Licht

Nottuln -

Richtig viel Geld haben die Verantwortlichen des Vereins „Ein Lächeln für Togo“ jetzt bekommen: Die Genossenschaft fairPla.net spendete für ein Fotovoltaikprojekt im Waisenkinderdorf Yovokopé.

Montag, 09.12.2019, 20:00 Uhr
Edgar Boes-Wenner (fairPla.net), Projektkoordinator Sanvi Sodji, Sarah Laakmann („Ein Lächeln für Togo“), Norbert Wienke (fairPla.net) und Hubert Laakmann („Ein Lächeln für Togo“) vor dem Auflieger mit den Paneelen.
Edgar Boes-Wenner (fairPla.net), Projektkoordinator Sanvi Sodji, Sarah Laakmann („Ein Lächeln für Togo“), Norbert Wienke (fairPla.net) und Hubert Laakmann („Ein Lächeln für Togo“) vor dem Auflieger mit den Paneelen. Foto: Hugo Schmidt

Ein Leben ohne Strom ist für viele Menschen in der westlichen Welt unvorstellbar. So auch für Hubert Laakmann , der sich noch gut an seinen Besuch im Waisenkinderdorf Yovokopé im afrikanischen Togo erinnern kann, bei dem er für eine Woche ganz ohne Strom auskommen musste. „Nachts war es komplett dunkel“, erzählte der Nottulner. Für ihn war das eine Ausnahmesituation, für die Dorfbewohner ist es Alltag. Durch ein neues Projekt des Nottulner Vereins „Ein Lächeln für Togo“ soll sich das jetzt ändern. Mit Unterstützung der internationalen Genossenschaft fairPla.net aus Münster sollen zwei Fotovoltaikanlagen im Dorf errichtet werden.

Am Wochenende nahmen Sarah und Hubert Laakmann vom Hilfsverein gemeinsam mit Sanvi Sodji , der das Projekt in Togo und Deutschland koordiniert, die Großspende in Höhe von 11 291,25 Euro von fairPla.net entgegen. Überreicht wurde sie von Vorstandsmitglied Edgar Boes-Wenner und Aufsichtsratsmitglied Norbert Wienke. Mit dem Geld sollen zwei Anlagen im Dorf finanziert werden. Eine größere Anlage, die die Maschinen versorgen soll und zehn weitere, die jeweils einzelne Häuser mit Strom versorgen sollen. Am Ende sollen die rund 600 Bewohner von Yovokopé Zugang zu Strom haben.

Die Idee für den Bau der Anlagen kam von Norbert Wienke. Er hatte in den Westfälischen Nachrichten von der fehlenden Stromversorgung in dem Waisenkinderdorf gelesen und den Kontakt zu „Ein Lächeln für Togo“ hergestellt. Die Genossenschaft fairPla.net fördert weltweit erneuerbare Energien und finanziert unter anderem Projekte in Asien und Afrika. „In Zeiten des Klimawandels muss der Umstieg auf erneuerbare Energien erfolgen“, unterstrich Wienke. Das Geld für das Projekt in Togo sei über die gespendeten Einnahmen der Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Anne-Frank-Gesamtschule in Havixbeck eingebracht worden, erklärte Edgar Boes-Wenner. „Dieser Brückenschlag ist toll: Spenden von deutschen Schulkindern aus den Einnahmen einer Fotovoltaikanlage kommen afrikanischen Kindern für den Bau einer solchen Anlage in ihrem Dorf zugute.“

Das Waisenkinderdorf in Togo ist stark auf diese Unterstützung angewiesen. „Der Bedarf war sehr hoch“, erklärte Sanvi Sodji. Mit dem Strom sollen die elektrische Mühle und der Kühlschrank im Dorf, in dem Medikamente lagern, betrieben werden. Die zehn Anlagen auf den Hausdächern würden Licht in die Häuser bringen, sodass die Kinder auch abends lesen und lernen könnten, denn zur Winterzeit werde es in Togo bereits um 18 Uhr dunkel.

Ein halber Auflieger voll mit Solarpaneelen steht nun in Nottuln zur Verschiffung bereit. Die Paneele kommen von der Firma Reiling, sind eigentlich ausrangiert, funktionieren aber noch. Den Transport soll Engagement Global finanzieren. Die Organisation unterstützt jährlich einen Transport des Vereins „Ein Lächeln für Togo“. In diesem Jahr wurde zwar bereits ein Container verschickt (wir berichteten). Es sei jedoch noch etwas vom Budget übrig, erklärte Hubert Laakmann. „Wir hoffen, dass der Container in diesem Jahr noch startet.“ Voraussichtlich werden die Anlagen im März 2020 fertiggestellt.

Sarah und Hubert Laakmann dankten fairPla.net: „Das ist ein großer Meilenstein für das Dorf!“ Auch Sanvi Sodji zeigte sich glücklich über die große Unterstützung. „Der Strom ermöglicht den Kindern nicht nur eine bessere Bildung, sondern auch die Sicherheit der Dorfbewohner wird erhöht!“

Spende vom Rockforum

Eine großzügige Spende überreichte auch das Rockforum Nottuln und der Gastwirt Bernhard Denter an den Verein „Ein Lächeln für Togo“. Die 34. Rocknacht im November machte dies möglich. Schon im Frühjahr wurde der Erlös der 33. Rocknacht der Hilfsorganisation aus Nottuln gespendet. Damals wurde mit dem Geld in Togo der Bau einer Biogas-Anlage und einer Solaranlage unterstützt. Durch den geplanten Aufbau der Photovoltaik-Anlage kann demnächst im Projekt in Togo genug Strom produziert werden, um einen oder mehrere Kühlschränke zu betreiben. Mit der aktuellen Spende wird ein Kühlschrank zur Kühlung von medizinischen Produkten gekauft. Aktuell gibt es noch keine Kühlung und die Medikamente lagern ungekühlt in einem Regal. Das Waisenkinderdorf in Yovokopé, das „Ein Lächeln für Togo“ unterstützt, liegt in der Region Badja etwa eine Autostunde von der Hauptstadt Lomé entfernt. Im Dorf leben circa 500 Kinder und 60 Mitarbeiter und Lehrer. Teilweise haben die Beschäftigten eine eigene Unterkunft in Form eines kleinen Hauses, die meisten aber schlafen nachts auf dem Boden. Zurzeit wird auch ein Müllsystem durch den Nottulner Verein aufgebaut (wir berichteten).  

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