Bericht aus Tansania
Herausforderung Faraja-Farm

Nottuln/Mtwara -

Sie ist unermüdlich und hat noch viele Ideen für neue Projekte: Die aus Nottuln stammende Missionsschwester Dr. Raphaela Händler berichtet in ihrem Weihnachtsbrief von der Arbeit in Tansania.

Montag, 23.12.2019, 20:00 Uhr
Schwester Dr. Raphaela Händler ist unermüdlich für die vielen Projekte im Einsatz. Foto oben: Die St.-Michael-Grundschule gehört zu den besten Schulen der Region. Foto links: Eine Szene auf der Faraja Farm: der kleine Alex an der Brust seiner Mama. Foto rechts: Generalvikar Father Patrick Mwaya zeigt Schwester Händler die Kirche seiner Pfarrei – arm wie der Stall von Bethlehem.
Schwester Dr. Raphaela Händler ist unermüdlich für die vielen Projekte im Einsatz. Foto oben: Die St.-Michael-Grundschule gehört zu den besten Schulen der Region. Foto links: Eine Szene auf der Faraja Farm: der kleine Alex an der Brust seiner Mama. Foto rechts: Generalvikar Father Patrick Mwaya zeigt Schwester Händler die Kirche seiner Pfarrei – arm wie der Stall von Bethlehem. Foto: Sammlung Raphaela Händler

Sie ist voller Tatendrang: Die aus Nottuln stammende Missionsschwester Dr. Raphaela Händler setzt ihre segensreiche Arbeit in Tansania unermüdlich fort. In ihren traditionellem Weihnachtsbrief informiert sie über den Stand der Projekte:

Faraja – Trost für den kleinen Alex an der Brust seiner Mama, wo er Milch, Wärme und Schutz, findet. Alex lebt mit seiner Mama auf der Faraja-Farm, unserem großen Projekt in Nordtansania. Seine Eltern bewirtschaften diese Farm der Missionsbenediktinerinnen. Dort gibt es bereits einen kleinen Kindergarten und eine Nähschule. Mais, Reis und Gemüse gedeihen, wilde Bienen sorgen für Honig und Sonnenblumen für gutes Öl. Aber das Kloster „Von der Liebe Gottes“ mit einer Kapelle für unsere Schwestern und alle Christen der Umgebung, ausgestattet mit Unterkünften für Gäste und einer Halle und einer Schule für verschiedene Handwerksausbildungen – all das existiert bislang nur in unserer Fantasie und auf dem Papier! Platz gibt es genug, gute Architekten haben wir auch – aber noch nicht genug Finanzen!

„Gott sei gepriesen!“, rief Pfarrer Justin aus, als er von meinen Plänen hörte. Den Beauftragten für Bildung in der Diözese Kahama riss es von seinem Stuhl. „Wir wollen ein Kloster bauen, wo wir Jugendlichen verschiedene Handwerke lehren, so dass sie auf eigenen Füßen stehen können“, erzählte ich ihm.

„Jeden Sonntagmorgen kommen 900 Jugendliche hierher zur Pfarrei. Sie haben einen Abschluss der Primar- oder Sekundarschule, aber danach wissen sie nicht weiter. Hier gibt es keine Arbeitsmöglichkeiten für sie. Ja, das ist es, was wir brauchen! Eine praktische Ausbildung! Gott sei gepriesen!“, wiederholte er.

Ich habe einen Traum . . . Wer ist so verwegen und träumt aktiv mit mir? Das schrieb ich vor einem Jahr und viele haben daraufhin mit mir geträumt. Nun müssen wir diesen Traum auf den Boden der Wirklichkeit holen und auf der Faraja- Farm umsetzen. So sehr danke ich allen, die dabei sind und weiterhelfen. Es ist ein sehr großes Projekt, aber meine Zuversicht ist groß, dass wir alle es gemeinsam schaffen werden.

Die St.-Michael-Grundschule gehört nun schon zu den besten Schulen der Gegend.

Die St.-Michael-Grundschule gehört nun schon zu den besten Schulen der Gegend. Foto: Sr. Raphaela Händler

Alle unsere Schulprojekte brauchen weiterhin intensive Arbeit, aber es geht überall vorwärts. Das Aquinas-Gymnasium bekam neue Internate für Mädchen und für Jungen. Die St.-Michael-Grundschule gehört nun schon zu den besten unserer Gegend. Wir danken Gott für kompetente und begeisterte Lehrer.

Nach intensiver Vorbereitungszeit steht nun endlich das Hybrid-Solarprojekt für Strom im Gymnasium. Es ist die erste Solaranlage dieser Art in unserer Gegend und wird sicher auch gute Dienste zur Sensibilisierung für den Umweltschutz leisten. Auch hier war die Realisierung nur durch die Hilfe so vieler Freunde möglich geworden.

Wir sind zudem auf gutem Weg, das Brennholz abzuschaffen für das Kochen der Mahlzeiten in unseren Schulen. Insgesamt kochen wir für fast 1000 Kinder täglich, und viele Bäume können nun stehen bleiben und COaus der Luft filtern. Dank für alle Hilfe. Wir stellen um auf Gas. Alle anderen Schulen hier kochen mit kuni – Brennholz.

Und im Krankenhaus von Nyangao ist ein neuer Operationstrakt entstanden, der alte Trakt wurde gut renoviert und momentan wird der Entbindungssaal neu konzipiert, sodass der Platz reicht für 2500 Geburten im Jahr. Und ich versprach Hilfe, um ein einfaches Wohnheim für zehn junge Ärzte zu bauen. In der Krankenpflegeschule können wir Stipendien geben durch die Hilfe unserer Freunde. . . .

Generalvikar Father Patrick Mwaya zeigt Schwester Händler diese Kirche seiner Pfarrei – arm wie der Stall von Bethlehem!

Generalvikar Father Patrick Mwaya zeigt Schwester Händler diese Kirche seiner Pfarrei – arm wie der Stall von Bethlehem! Foto: Sr. Raphaela Händler

Wir feiern Weihnachten! Jesus Christus kommt in eine arme Kirche wie diese. Der Generalvikar Father Patrick Mwaya zeigte mir diese Kirche seiner Pfarrei – arm wie der Stall von Bethlehem! Soweit haben die Christen mit eigenen Mitteln ihr Kirchlein gebaut, für Altar, Bank, Tür oder Fenster reichte das Geld nicht. Wir bereiten Jesus einen Platz unter uns Menschen – dort wie hier. Ist das mehr als ein Stall? Dazu helfen uns alle unsere Lieben und Freunde in der Heimat. Gesegnete Weihnacht und Gottes Geleit durch 2020!

Shukrani, Asante, Baraka, Segen und Dank!

Sr. Raphaela Händler OSB

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