Chorgemeinschaft St. Bonifatius
So viel Abend- und Nachtromantik

Schapdetten -

Mit einem „musikalischen Winterabend“ der besonderen Art begeisterte die Chorgemeinschaft Schapdetten ihre Zuhörer. Fredericke Matt als neue Leiterin des Chores dirigierte souverän und mit viel Gefühl für die Musik und ihre Sängerinnen und Sänger.

Montag, 06.01.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 19:08 Uhr
Die Chorgemeinschaft St. Bonifatius mit ihrer neuen Leiterin Fredericke Matt gestaltete in der Schapdettener Kirche einen gelungenen Konzertabend mit viel Abend- und Nachtromantik.
Die Chorgemeinschaft St. Bonifatius mit ihrer neuen Leiterin Fredericke Matt gestaltete in der Schapdettener Kirche einen gelungenen Konzertabend mit viel Abend- und Nachtromantik. Foto: Kerstin Adass

Die Chorgemeinschaft St. Bonifatius Schapdetten ließ am Sonntagabend die Weihnachtszeit ausklingen. Anstelle der während der Feiertage oft und gerne gesungenen Weihnachtslieder trug der Chor an seinem „musikalischen Winterabend“ eine Auswahl besinnlicher Klassiker von Corelli bis Schubert vor. Diese weihnachtlichen Nachklänge wurden von einer Moderation ergänzt, in der das Publikum interessante Anekdoten zu den Stücken und ihren Texten erfuhr.

Singend zog der Chor mit „Illumina oculos meos“ zu Beginn des Konzerts in die St.-Bonifatius-Kirche ein. Der imposante Palestrina-Kanon, dessen Text aus einem Klagepsalm stammt, wurde von den Sängerinnen und Sängern a cappella vorgetragen. Durch die Verteilung des Chores über den ganzen Kirchenraum – die Frauenstimmen weiter vorne, die Männerstimmen eher im hinteren Teil – entstand ein Klang, der im hohen Deckengewölbe der Kirche zusammentraf und das Publikum herrlich umfing.

Fredericke Matt dirigierte als neue Leiterin des Chores ihren ersten „Winterabend“. Aufgefallen wäre dieser Besetzungswechsel ohne den vorher erfolgten Hinweis jedoch kaum: der Chor wirkte gut aufeinander abgestimmt, Fredericke Matt dirigierte souverän und mit viel Gefühl für die Musik und ihre Sängerinnen und Sänger. Bereichert wurde der Abend außerdem durch die Sopranistin Katrin Reimann und Dietmar Thönnes an der Blockflöte. Regina Werbick überzeugte als Korrepetitorin und begleitete sowohl den Chor als auch die Solisten. Auch das Publikum durfte musikalisch tätig werden. Im Laufe des Abends wurde das Lied „Tochter Zion“, aufgeteilt in seine einzelnen Strophen, zwischen den anderen Programmpunkten gesungen. Ein Wechsel aus bekannten und bisher noch wenig vorgetragenen Komponisten führte die Anwesenden von der Renaissance über die Klassik bis hin zur Romantik. So fand sich die Thematik der anonymen Komposition „Alta trinita beata“, ein Lobpreis der Dreieinigkeit Gottes aus dem 15. Jahrhundert, etwas später auch in Mozarts „Ave verum corpus“ von 1791 wieder. Dietmar Thönnes trug auf seiner Blockflöte Sonaten von Arcangelo Corelli und Georg Friedrich Händel vor, während Katrin Reimann mit ihrer Sopranstimme das „Mariä Wiegenlied“ des spätromantischen Komponisten Max Reger zum Leben erweckte.

Die zunächst etwas wackelige Intonation in der Anfangspassage von Bachs „Jesu, meine Freude“ machte die Schapdettener Chorgemeinschaft schnell wieder wett und präsentierte den Zuhörern eine gelungene Interpretation des Abendliedes „Nun ruhen alle Wälder“. Zum Ende des Konzertes verfestigte sich das Thema der Nacht in mehreren ausgewählten Stücken. Mit viel Applaus lobte das Publikum den Chor und bekundete seine Zustimmung zu einem Satz aus der Moderation: „So viel Abend- und Nachtromantik darf jetzt sein.“

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