Friedensinitiative Nottuln
Neue Dimension militärischer Aktivitäten

Nottuln -

Die Friedensinitiative beginnt ihr Veranstaltungsprogramm im neuen Jahr mit einer aktuellen Lageeinschätzung der Friedens- und Sicherheitspolitik. Dafür hat sie einen Bundestagsabgeordneten der Linksfraktion als Referenten eingeladen.

Montag, 13.01.2020, 15:00 Uhr aktualisiert: 14.01.2020, 10:10 Uhr
Tobias Pflüger, Militärexperte und Mitglied des Deutschen Bundestages, wird eine Einschätzung der gegenwärtigen Sicherheitspolitik geben.
Tobias Pflüger, Militärexperte und Mitglied des Deutschen Bundestages, wird eine Einschätzung der gegenwärtigen Sicherheitspolitik geben. Foto: Tobias Pflüger/Michael Breyer

Zu einer aktuellen Lageeinschätzung zum neuen Jahr lädt die Friedensinitiative Nottuln (FI) alle Bürgerinnen und Bürger am Montag (20. Januar) um 19.30 Uhr in die Alte Amtmannei nach Nottuln ein.

Gastreferent wird Tobias Pflüger sein, Militärexperte und Verteidigungspolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag . Die Moderation des Abends liegt bei Heinz Böer von der FI. An diesem Abend geht es um zwei Themen:

Im April und Mai 2020 plane die NATO mit „Defender 2020“ eines der größten Manöver von Landstreitkräften in Europa seit Ende des Kalten Krieges. Mit insgesamt 37 000 Soldatinnen und Soldaten aus 16 NATO-Staaten sowie aus Finnland und Georgien wird – so die FI – „eine neue Dimension militärischer Aktivitäten“ erreicht. Bis zu 20 000 US-Soldaten mit entsprechendem schweren Gerät würden über den Atlantik und anschließend quer durch Europa an die russische Grenze transportiert. Ziel des Manövers sei – so interpretiert die FI das Manöver – neben der Zurschaustellung militärischer Überlegenheit die Demonstration einer blitzschnellen Verlegung kampfstarker Großverbände aus den USA an die NATO-Ostflanke. Auch im hiesigen Raum werde geübt. Die Waffen in den Dülmener Tower Barracks werden ebenfalls nach Osten verlegt, erfuhr die Organisation Dülmener Friedensfreunde.

Zum zweiten Thema erklärt die FI: „Europa rüstet auf. Die deutschen Militärausgaben erreichen 2020 einen neuen Spitzenwert von mehr als 50 Milliarden Euro.“ Das NATO-Ziel sei es, 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Militär auszugeben. Das wären in Deutschland im Jahr 2024 bis zu 85 Milliarden Euro. Aber auch die EU wolle – so die FI weiter – selbst Militärmacht werden und rüste mit dem Europäischen Verteidigungsfonds (EVF) und der Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit (PESCO) massiv auf. Über PESCO würden neue gemeinsame Rüstungsprojekte umgesetzt, die den deutschen und europäischen Steuerzahlern Millionen kosten – Geld, das an anderer Stelle fehlt. Hintergründe zu beiden Themen wird Tobias Pflüger geben und dabei auch für kritische Nachfragen zur Verfügung stehen. Berichte über aktuelle Diskussionen aus dem Bundestag werden an diesem Abend mit einfließen. Der Eintritt ist frei.

 

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