Glückwunsch zum 100. Geburtstag
Constanze Schmitz: „Es geht um die innere Einstellung“

Nottuln -

Wie wird man 100 Jahre alt? Constanze Schmitz aus Nottuln hat ihr eigenes Lebensrezept: „Es geht um die innere Einstellung. Zufriedenheit ist wichtig“, sagt sie. Am 15. Januar feiert Constance Schmitz ihren 100. Geburtstag.

Mittwoch, 15.01.2020, 08:30 Uhr aktualisiert: 15.01.2020, 12:57 Uhr
Die Nottulnerin Constanze Schmitz kann am 15. Januar ihren 100. Geburtstag feiern.
Die Nottulnerin Constanze Schmitz kann am 15. Januar ihren 100. Geburtstag feiern. Foto: Peter Schulte

Im gemütlichen Wohnzimmer von Constanze Schmitz an der Steinstraße steht ein Fahrradergometer. Das ist eigentlich nicht weiter ungewöhnlich, weil es so ein Trainingsgerät in vielen Haushalten gibt. Ungewöhnlich ist da schon eher die eiserne Disziplin, die die Nottulnerin an den Tag legt. Jeden Morgen nutzt sie das Ergometer 15 Minuten lang. Sicherlich auch am Mittwoch (15. Januar), der für sie ein ganz besonderer Tag ist: Denn dann begeht Constanze Schmitz ihren 100. Geburtstag!

Ich habe immer jeden Tag kommen lassen und das Beste daraus gemacht.

Constanze Schmitz

Gesundheit als Voraussetzung für ein langes Leben ist kein unwichtiger Faktor. Doch bei der unvermeidlichen Frage nach dem Rezept für ein langes Leben setzt Constanze Schmitz einen anderen Schwerpunkt: „Es geht um die innere Einstellung“, verrät sie im WN-Gespräch ihre ganz persönliche Lebensweisheit. „Zufriedenheit ist wichtig. Ich habe immer jeden Tag kommen lassen und das Beste daraus gemacht“, erklärt sie ihr Lebensmotto. Beneidenswert.

Kindertraum ging nicht in Erfüllung

Am 15. Januar 1920 erblickt Constanze Traut, so der Mädchenname der Geburtstagsjubilarin, in Oberhausen als drittes von später insgesamt fünf Kindern das Licht der Welt. Sie absolviert die Schule bis zur mittleren Reife. Ihr großer Wunsch, Modezeichnerin zu werden, erfüllt sich nicht. Sie absolviert eine Schneiderlehre, arbeitet dann aber im Büro eines chemischen Werkes.

Aufgewachsen in der Zeit der Weimarer Republik, Jugend und frühe Erwach­senenjahre in der Zeit von NS-Diktatur und Weltkrieg erlebt – in diesen schlimmen Jahren geben das Elternhaus und der christliche Glaube großen Halt. Noch gut kann sich Constanze Schmitz daran erinnern, dass ihre Brüder Messdiener waren, der Vater den Kirchenchor leitete. Und den Wahlspruch ihrer Mutter aus der damaligen Zeit weiß die Jubilarin auch noch ganz genau: „Eine Tür im Haus muss immer offen stehen – für jemanden, der in Not ist.“

Vom Ruhrgebiet nach Nottuln

1947 heiratet sie den Gärtner Richard Schmitz. Vier Kinder bringt Constanze Schmitz zur Welt. Die Familie lebt bis 1962 in Oberhausen und zieht dann nach Essen um, wo ihr Ehemann eine neue Stelle als Gärtner am Priesterseminar antritt. „In Essen haben wir uns sehr wohlgefühlt, wir wohnten in der Nähe vom Baldeneysee“, erzählt Constanze Schmitz.

Groß ist die Trauer, als 1983 überraschend ihr Mann verstirbt. Zwei Jahre später dann der Entschluss: Sie zieht nach Nottuln zu Tochter Mechthild und Schwiegersohn Karl Schiewerling. „Ich kann ohne Familie nicht sein“, sagt die Geburtstagsjubilarin.

Hier in Nottuln ist sie schnell ein unverzichtbares Familienmitglied. „Mutter war immer da, hat im Haushalt geholfen, die drei Enkelkinder betreut“, erzählt Mechthild Schiewerling. Auch von Omas Nähkünsten haben die Familienangehörigen viele Jahre lang profitiert.

Engagiert in der Kolpingsfamilie

Doch die Jubilarin widmet sich nicht nur der Familie. Sie nimmt Kontakt zur Kolpingsfamilie auf, engagiert sich über viele Jahre lang im Team der Seniorenstube und gehört seit der Gründung bis heute dem Kolping-Handarbeitskreis an, besucht in früheren Jahren Gymnastik und Gedächtnistraining beim DRK. „So konnte ich gut in Nottuln Fuß fassen“, erzählt Constanze Schmitz und betont: „Nottuln ist zur Heimat geworden.“

Heute im fortgeschrittenen Alter ist der Besuch des Angebotes „bi Schoppmann“ in Darup eine schöne Abwechslung im Alltag.

Schwiegersohn im Bundestag

Natürlich hat sie auch das politische Wirken ihres Schwiegersohns Karl Schiewerling als Bundestagsabgeordneter genau verfolgt. Ein Besuch bei ihm in Berlin vor zwölf Jahren beschert ihr ein einmaliges Erlebnis: Für die Rückreise von Berlin nach Nottuln nutzt sie bis Greven ein Flugzeug. Ihre allererste Flugreise – im Alter von 88 Jahren.

Zu den insgesamt acht Enkeln und neun Urenkeln pflegt sie einen engen Kontakt. Auch der christliche Glaube ist Constanze Schmitz nach wie vor wichtig. Jetzt, da sie im Alter doch einen Rollator nutzt, ist ihr der große Sonntagsgottesdienst in St. Martinus doch zu wuselig. Gern besucht sie daher, wann immer es ihr möglich ist, den Mittwochsgottesdienst in der Krankenhauskapelle.

Ich bin mit meinem Leben zufrieden.

Constanze Schmitz

Was der große Festtag ihr am Mittwoch alles bringen wird, das weiß Constanze Schmitz noch nicht. „Vormittags von 10 bis 12 Uhr ist praktisch Tag der offenen Tür für Freunde, Nachbarn und Bekannte“, verrät Tochter Mechthild. Der Nachmittag ist hauptsächlich der Familie vorbehalten.

Constanze Schmitz lässt das alles mit großer Ruhe auf sich zukommen. „Ich bin mit meinem Leben zufrieden“, sagt sie. Beneidenswert.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7193817?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F164%2F
Zwei Tote nach Zusammenstoß mehrerer Fahrzeuge
Unfall auf B 54: Zwei Tote nach Zusammenstoß mehrerer Fahrzeuge
Nachrichten-Ticker