CDU nominiert Bürgermeisterkandidaten
„Ich glaube an Nottuln“

Nottuln -

Nach den Grünen und der FDP haben nun auch die CDU-Mitglieder den Schapdettener Dr. Dietmar Thönnes als Bürgermeisterkandidaten nominiert. Für seine Bewerbungsrede erhielt Thönnes viel Beifall.

Freitag, 17.01.2020, 19:28 Uhr
Glückwunsch: Dr. Dietmar Thönnes (mit Blumenstrauß), der Landrat und die Vorstandsmitglieder der Ortsverbände und des Gemeindeverbands freuen sich über das klare Votum der CDU-Mitglieder.
Glückwunsch: Dr. Dietmar Thönnes (mit Blumenstrauß), der Landrat und die Vorstandsmitglieder der Ortsverbände und des Gemeindeverbands freuen sich über das klare Votum der CDU-Mitglieder. Foto: Ludger Warnke

Dr. Dietmar Thönnes hat es geschafft. Nachdem schon Grüne und FDP den Schapdettener zu ihrem Bürgermeisterkandidaten gewählt hatten (wir berichteten), legte die CDU am Donnerstagabend mit einem ebenso überzeugenden Votum nach. Standing Ovations gab es für Thönnes, als CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Dirk Mannwald das Abstimmungsergebnis mitteilte. Von den 47 anwesenden stimmberechtigten Mitgliedern votierten 44 für den Schapdettener als Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl am 13. September. Es gab eine Nein-Stimme und zwei Enthaltungen.

„Du hast es dir verdient“, kommentierte Mannwald das überzeugende Ergebnis. „Es war gut, einen gemeinsamen Kandidaten zum Wohle Nottulns zu suchen“, zog Mannwald ein positives Fazit der Zusammenarbeit mit Grünen und FDP. Er versprach dem Kandidaten eine „optimale Unterstützung“. Denn: „Wir wollen ihn im Rathaus sehen. Das ist für die Zukunft der Gemeinde von enormer Wichtigkeit.“

Knapp 80 Mitglieder und Gäste waren am Donnerstagabend ins Gasthaus Denter gekommen. Darunter auch interessierte Bürger, die am vorher durchgeführten Neujahrsempfang der CDU teilnahmen und anschließend die Versammlung verfolgten.

In seiner mehrfach von Beifall begleiteten Rede gelang es Dietmar Thönnes, sowohl seine Motivation als auch seine künftigen Schwerpunkte überzeugend und authentisch zu präsentieren. Er sei sicher, dass er das meiste, was man für das Amt des Bürgermeisters benötige, mitbringe. Thönnes, der viele Jahre lang bei der Agentur für Arbeit in unterschiedlichen Verantwortungspositionen tätig war, betreibt aktuell eine eigene Unternehmensberatung und verantwortet beim Katholischen Klinikum Bochum den Bereich Service und Dienstleistung mit rund 500 Mitarbeitern und einem 20-Millionen-Euro-Budget. Er habe in seinem Leben vieles gelernt, was ihn befähige, sowohl eine Verwaltung zu leiten und einen Rat zu moderieren als auch von einem Rat geführt zu werden.

Standing Ovations für den frisch gewählten Bürgermeisterkandidaten Dietmar Thönnes.

Standing Ovations für den frisch gewählten Bürgermeisterkandidaten Dietmar Thönnes. Foto: Ludger Warnke

Seine Bewerbung sei aber auch eine Sache der Emotion. In ihm brenne ein Feuer, das mit der Ermutigung durch die Findungskommission und den Zuspruch von Bürgern immer weiter gewachsen sei. Dieses Feuer nähre sich aus der Freude an der Herausforderung und aus der Begeisterung für einen so lebenswerten Ort.

Thönnes widmete sich sieben Themenbereichen. Im Bereich Bildung sah er zum Beispiel die Notwendigkeit, die Schulen bestmöglich digital auszustatten. Zugleich plädierte er dafür, Schule und Wirtschaft näher zusammenzubringen.

Beifall erhielt er für seine Ausführungen zum Bereich Klima-/Umweltschutz und Mobilität. Es gelte, den Ort mobiler aufzustellen für die Zukunft, insbesondere den Radverkehr auszubauen. Thönnes sprach sich für eine bessere Anbindung aller Ortsteile an den Bahnhof Appelhülsen aus.

Mit Beifall wurden seine Äußerungen zur Landwirtschaft bedacht: Die gesellschaftlichen Wünsche nach mehr Umwelt- und Tierschutz müssten auch durch die gesamte Gesellschaft finanziell getragen werden. Er habe hier in der Gemeinde entdeckt, wie achtsam die Landwirte ihrer Arbeit nachgehen. „Unsere Landwirte sind keine Tierschänder und Umweltverschmutzer“, betonte Thönnes.

Das reichhaltige Ehrenamt möchte er weiter fördern. Was den Wohnungsbau und die Gewerbeentwicklung angeht, sieht der Kandidat die Notwendigkeit, allen Ortsteilen eine Weiterentwicklung zu ermöglichen. Thönnes kann sich eine Wiederbelebung der gemeindeeigenen Gewerbe- und Immobilienförderungsgesellschaft (GIG) vorstellen, damit preisgestaltend der An- und Verkauf von Bauland in Regie der Gemeinde erfolgt. Man dürfe aber bei den künftigen Wohnformen nicht nur an das klassische Einfamilienheim denken, sondern auch an geförderten Wohnraum und neue Wohnformen wie Mehrgenerationenwohnen. Notwendig sei ferner die Ausweisung weiterer Gewerbeflächen, um vor allem neues Gewerbe und damit auch neue Arbeitsplätze in die Gemeinde zu holen.

Als große Herausforderung bezeichnete Thönnes die Reorganisation der Verwaltung. Sie sei Dienstleister und solle als verlässlich und bürgerorientiert wahrgenommen werden. Dabei kann der Einsatz moderner, digitaler Medien wie ein Ticket-System helfen. Es erlaube den Bürgern, sich jederzeit über den Bearbeitungsstand ihrer Anliegen zu informieren.

Um künftige Vorhaben solide zu finanzieren, setzt Thönnes nicht nur auf Einnahmenverbesserungen durch Baulandvermarktung in Gemeinderegie und Ansiedlung neuer Unternehmen, wie er auf Nachfrage deutlich machte, sondern auch auf die Akquirierung von Fördermitteln. Es gebe so viele Förderprogramme, da lohne es sich, dafür eigens einen Mitarbeiter einzustellen.

„Ich glaube an Nottuln“, betonte der Schapdettener und warb um Rückenwind, damit daraus ein Aufwind für die Gemeinde wird.

Die Mitglieder gaben ihm diesen Rückenwind.

Kommentar: Glaubwürdig

Von Ludger Warnke:

...

Die Findungskommission von CDU, Grünen und FDP darf sich gratulieren: Ihr vorgeschlagener Kandidat für die Bürgermeisterwahl im Herbst hat in allen drei Parteien die Mitgliederbasis überzeugt.

Dem parteilosen Dr. Dietmar Thönnes gelang es auch am Donnerstag bei der CDU, sich authentisch als Mensch zu präsentieren, der einerseits eine hohe berufliche Qualifikation für das Bürgermeisteramt mitbringt, und der andererseits in dieser Aufgabe eben nicht nur einen normalen Job sieht. Thönnes erfüllt glaubwürdig die Sehnsucht vieler Bürger nach einem Bürgermeister, der Feuer für die Gemeinde gefangen hat.

Ob es einen weiteren Kandidaten oder eine Kandidatin geben wird, ist noch offen. Im Sinne der Demokratie wäre es aber sicherlich gut, wenn die Bürger eine echte Auswahl hätten.

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