Blues in Nottuln e.V.
In diesem Verein ist Musik drin

Nottuln -

90 Kilometer Anfahrt, um bei einem Konzert oder einer Session dabei zu sein? Für Gäste von Blues in Nottuln ist das nicht ungewöhnlich. Der Verein mit seinem musikalischen Angebot ist zu einer kulturellen Marke der Gemeinde geworden.

Samstag, 18.01.2020, 13:00 Uhr aktualisiert: 19.01.2020, 14:34 Uhr
Der Vorstand des Vereins „Blues in Nottuln“ (v.l.): Schriftführer Ralf Leeker, Kassenwart Willi Wenker, Beisitzer Klaus Gedack, Heidrun Wenker, die bei der Kassenführung ihren Mann unterstützt, Beisitzer Wolfgang Kirches und Vorsitzender Martin Uphoff.
Der Vorstand des Vereins „Blues in Nottuln“ (v.l.): Schriftführer Ralf Leeker, Kassenwart Willi Wenker, Beisitzer Klaus Gedack, Heidrun Wenker, die bei der Kassenführung ihren Mann unterstützt, Beisitzer Wolfgang Kirches und Vorsitzender Martin Uphoff. Foto: Frank Vogel

„Blues in Nottuln“ – das ist nicht nur der Name eines Vereins. „Blues in Nottuln“ – das ist eine Marke geworden. Zu den Sessions in der Alten Amtmannei kommen Musiker und Zuhörer nicht nur aus der Gemeinde und dem Kreis, sondern auch aus dem Ruhrgebiet und den Niederlanden. 90 Kilometer Anfahrt, um dabei zu sein, das gibt es wirklich. „Die Session hat sich rumgesprochen“, sagt Vereinsvorsitzender Martin Uphoff .

Und sie ist nicht das einzige Projekt des Vereins. Veranstaltet werden Konzerte aus dem weiten Feld der Bluesmusik, zu dem der Verein auch Soul, Funk, Rock, Rock‘n‘Roll, Rockabilly, Jazz und mehr zählt. Die Soulfamily, die Silverettes, Albie Donnelly, Memo Gonzalez, Jimmy Reiter und andere zum Teil international bekannte Musiker haben ihre Visitenkarten schon in Nottuln abgegeben. Vier Konzerte im Jahr, das geht nicht ohne finanzielle Unterstützung, weiß Kassenwart Willi Wenker. „Ein Konzert wird zum Teil durch die Kulturförderung der Gemeinde gefördert, ein weiteres durch unseren Sponsor Carsten Kretschmer (Edeka-Markt).“ Weitere Konzerte finanziere man mit Erlösen und dank der Beiträge von Mitgliedern und Fördermitgliedern.

Projekt Nummer drei sind Konzerte mit Bands, die aus der Region kommen, die noch keinen großen Namen haben. Kleine, feine Konzerte, die auch mal in einer Gaststätte, im Kaminzimmer der Amtmannei oder draußen stattfinden. So haben etwa die jungen Musiker von den Bluesanovas als Begleitband von Nottulns Blues-Legende Tom Vieth , der zeitweise die Hausband leitete, ihre ersten Sporen verdient. Heute sind sie eine bundesweit angesagte Band. Aber auch das „Geburtstagsfestival“ des Vereins bot fünf Bands die Chance, vor großem Publikum zu spielen. Am heutigen Samstag (18. Januar) sind es in dieser Reihe die „Ugly Twins“, die ab 20 Uhr im Restaurant-Café „Auszeit“ spielen werden.

Apropos Preis: „Wir haben geplant, auch in Nottuln jährlich einen ‚Blues-Preis‘ auszuloben“, verrät Martin Uphoff. „Das ist aber nur mit Sponsoring möglich.“

Das vierte Projekt ist etwas anderes – und so haben die Blues-Freunde die Reihe auch betitelt: „was anderes“. Hier heißt das Stichwort „Roots Music“ und meint unter anderem Stilrichtungen wie Reggae, Polka oder Folk. Letzteres brachte zuletzt die Band „Harmony Glen“ mit großem Erfolg auf die Bühne (wir berichteten).

Ein großes Spektrum, das der Verein „Blues in Nottuln“ abdeckt. Der Verein hat zwar bemerkenswerte 62 Mitglieder im Alter zwischen 19 und 84 Jahren, aber – wie das in Vereinen nicht unüblich ist – nur einige wenige Aktive. Und die müssen einiges stemmen.

Ein Konzert etwa muss im Vorfeld gut organisiert sein, muss beworben werden, Tickets müssen gedruckt, Termine abgesprochen, die Technik bestellt und vieles mehr erledigt werden. Der Konzerttag fängt für die Helfer um 12 Uhr an, Einkauf für das Backstage-Catering, Einrichten des Backstagebereichs im Kaminzimmer, Aufbau der Technik, des Lichts und die Einweisung der Helfer von „Rent an Abiturient“, die Beisitzer Wolfgang Kirches sehr lobt: „Die Schüler sind im höchsten Maße zuverlässig und helfen gerade auch beim Aufbau der schwereren Sachen.“

Wenn es dann losgeht, muss die Abendkasse, müssen Gäste und Künstler betreut werden, nach dem Konzert muss abgebaut werden. Besonders hebt Martin Uphoff die Techniker hervor. Bei den Sessions kümmert sich Dennis Pollpeter-Menke „für kleines Geld“ und mit viel Idealismus um die Technik, bei Konzerten ist es Jürgen Wieching, der eigens aus Osnabrück kommt. „Das ist einfach top, was die Beiden hier leisten.“ Der Dank des Vereins gilt auch Caterer Fortunato di Francesco, der zu den Männern der ersten Stunde zählt.

Trotzdem, für die Ehrenamtlichen eine gewaltige Aufgabe. „Dank unserer guten Vernetzung mit Musikern in ganz Deutschland und den angrenzenden Ländern könnten wir zwar noch weit mehr anbieten, aber der Aufwand, auch der Verwaltungsaufwand ist einfach zu groß“, sagt Schriftführer Ralf Leeker. Martin Uphoff: „Aktive Mitwirkende sind deshalb immer gern gesehen.“

Von der Initiative zum Verein

„Blues in Nottuln“, heute ein eingetragener Verein, ist 2004 als Initiative von Erhard Gottschalk und Martin Uphoff in Nottuln gegründet worden. 2014 pausierten die Aktivitäten, da sich Gottschalk aus der Organisation zurückgezogen hatte. Uphoff organisierte noch einige Konzerte im Alleingang, musste dann aber aufgeben. Anfang 2015 regte die damalige Verwaltungsspitze Peter Amadeus Schneider und Klaus Fallberg an, die Reihe wieder aufzunehmen. Martin Uphoff gründete mit neuen Mitstreitern, Silke und Jochen Beckhaus, Hans Jürgen Ortbach, Ortwin Urban und Olaf Langenfeld, den Verein und landete mit dem Team direkt im Herbst 2015 mit dem ersten Konzert einen musikalischen Volltreffer. „Blues in Nottuln“ blieb von Rückschlägen nicht verschont, doch mit neuem Vorstand und sehr guten Beisitzern befinde man sich wieder in der Erfolgsspur, erzählt Uphoff. Der Name „Blues in Nottuln“ entstand vor 15 Jahren. Damals suchten die Macher einen Namen, der in direkter Verbindung zur Gemeinde stand. Tom Vieth hatte den zündenden Gedanken. „Schade, dass Tom nicht mehr dabei ist“, bedauern die Bluesfreunde den frühen Tod des Nottulner Musikers.

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