Bürgerinfo zur Karthaus
Ein Standort mit vielen Stärke

Nottuln/Dülmen -

Zahlreiche Informationen rund um die Karthaus gab es jetzt bei einer Infoveranstaltung. Vor allem die Mitgliedschaft im Naturpark Hohe Mark eröffnet neue Möglichkeiten.

Mittwoch, 22.01.2020, 22:00 Uhr
Über 50 Interessierte waren zur Bürgerinfo über die Karthaus in die St.-Jakobus-Kirche gekommen.
Über 50 Interessierte waren zur Bürgerinfo über die Karthaus in die St.-Jakobus-Kirche gekommen. Foto: Kristina Kerstan

Stärken hat die Karthaus bereits viele. Wie die Geschichte, die schöne Natur, die aktiven Institutionen und Akteure, zählte Landschaftsarchitektin Martina Hoff bei einer Bürgerinfo am Mittwochabend in der St.-Jakobus-Kirche auf. Dort stellte sie vor, wie der Standort weiter gestärkt werden könnte. Denn: „Die Mitgliedschaft im Naturpark Hohe Mark eröffnet neue Möglichkeiten.“ Ideen für Maßnahmen waren zuvor mit sämtlichen Ansprechpartnern entwickelt worden. Dabei ging es unter anderem um diese Punkte:

► Kinderbetreuung: Vor allem für die weiblichen Mitarbeiter wolle man gerne ein Angebot schaffen, wie deren Kinder (vor allem solche bis drei Jahre) tage- oder stundenweise betreut werden könnten, erläuterte Verena Feldmann von der Tierklinik. Eine Möglichkeit wäre ein Angebot mit Tagesmüttern. Als Standort habe man zunächst die alte Bücherei in den Blick genommen, so Feldmann, nach dem Kostenvoranschlag eines Architekten aber wieder fallen gelassen. „Wir sind für jede Idee und jedes Angebot dankbar“, betonte sie. Auch würde man weitere Eltern suchen, die Bedarf an einer solchen Betreuung hätten, weil allein die Mitarbeiter-Kinder wohl zu wenige seien. Josef Kuhlmann vom Anna-Katharinenstift berichtete von einer Abfrage in seiner Belegschaft. Ergebnis: Hier gebe es keinen Betreuungsbedarf.

► K 57/K 49: Durch die K 57 wird die Karthaus geteilt, bedauerte Hoff. Wichtig seien daher gute Möglichkeiten, die Straße zu queren. „Man kann hier keinen Zebrastreifen einführen, weil das hier Außenbezirk ist“, erläuterte sie. Auch gibt es keine Ortsschilder, die Autofahrer zum Abbremsen bringen. Hoffs Vorschlag: Stelen (wofür es Fördermittel geben könnten) sollen klar anzeigen, wo die Karthaus beginnt. Dazu soll es deutlich markierte Warteplätze dort geben, wo die Kreisstraße, deren Sanierung in diesem Jahr weiter gehen soll, häufig gequert wird. Wünschenswert wäre, dass zudem ein durchgängiger Fußweg entsteht, der jedoch teilweise auch über private Grundstücke führen würde. Wichtig zudem: ein Radweg entlang der K 49.

► Hinweisschilder: Wie kommt man von der Tierklinik zum Café, wie vom Bioladen zur Klosterschänke? Gar nicht so einfach für Besucher, die sich nicht auskennen. Hier sollen neue Hinweisschilder helfen. Ein Teilnehmer der Bürgerinfo wies darauf hin, dass das Café Karthaus nicht mehr am Wochenende geöffnet sei (was er kritisierte) und auch die Zukunft der Klosterschänke unklar sei (siehe Bericht unten). Daher seien Öffnungszeiten auf den Hinweisschildern wichtig.

► Neuer Radrundweg: Hier hatte Kathrin Finn-Wedler von Dülmen Marketing Neuigkeiten. So plant der Naturpark Hohe Mark einen rund 30 Kilometer, barrierefreien Radrundweg, der in Dülmen startet und auch zur Karthaus führen wird. Die Route soll vermutlich im Sommer veröffentlicht werden. Aktuell gibt es am Stift bereits die Chance, Rikschas auszuleihen. Allerdings wird das Angebot bisher kaum genutzt, berichtete Kuhlmann.

► Infotafeln: Die sollen auf Besonderheiten der Karthaus hinweisen, so die Idee der Planer. Hier hatte Markus Bagert, Vorsitzender der Karthäuser, bereits gute Nachrichten. Denn finanziell, bei der redaktionellen Arbeit oder beim Thema QR-Codes habe der Heimatverein Dülmen Unterstützung zugesagt. Bagert regte an, dass auch die Rolle der Landwirtschaft auf der Karthaus auf den Tafeln erläutert werden sollte.

► Kooperation: Hoff schlug hier einen gemeinsamen Veranstaltungskalender vor, Dülmen Marketing habe bereits Hilfe angeboten. Kathrin Finn-Wedler berichtete, dass in der neuen Tourismus-Broschüre, die bald erscheint, die Karthaus bereits eine Doppelseite bekommen habe, unter anderem mit einer Terminübersicht.

Zur Zukunft der Klosterschänke

Am 30. September 2021 ist Schluss: An diesem Tag wird Hubertus Noll sich als Pächter der Klosterschänke Karthaus verabschieden. „Dann höre ich auf “, erläutert Noll seine persönliche Pläne. Zu dem Zeitpunkt wäre er 66 Jahre alt und geht damit in den Ruhestand. Was Noll betont: Man werde bis zum Ende für die Gäste da sein.Hubertus Noll hatte im Jahr 1986 die Klosterschänke auf der Karthaus übernommen. „Ich bin damals als einer der jüngsten Gastronomen eingestiegen“, erinnert sich der heute 64-Jährige. Gerne habe er das Restaurant in den mehr als drei Jahrzehnten geführt. „Es wäre schön, wenn es jetzt einen Nachfolger geben würde“, sagt der Gastronom.Die Suche nach einem solchen startet aktuell die Herzog von Croysche Verwaltung, die die Klosterschänke verpachtet. „Nachfolger können sich gerne hier melden“, sagt Güterdirektor Joachim Menke auf DZ-Anfrage. „Wir sind in Kontakten und Gesprächen.“

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