CDU positioniert sich neu
Platanen sollen stehen bleiben

Nottuln -

Das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern hat zu einem Umdenken geführt. Die CDU will beim Thema Platanen mehr Zeit gewinnen und schlägt vor, den barrierefreien Umbau der Stiftsstraße zunächst zu begrenzen.

Dienstag, 11.02.2020, 20:03 Uhr aktualisiert: 11.02.2020, 20:10 Uhr
Nottulner Bürger, die sich für den Erhalt der Platanen einsetzen, haben an den Bäumen in der Stiftsstraße Protesttransparente mit prägnanten Aussagen befestigt.
Nottulner Bürger, die sich für den Erhalt der Platanen einsetzen, haben an den Bäumen in der Stiftsstraße Protesttransparente mit prägnanten Aussagen befestigt. Foto: Ludger Warnke

Das Engagement der Nottulner für den Erhalt der zehn alten Platanen in der Stiftsstraße zeigt Wirkung. Nach einer ausführlichen Diskussion mit Bürgern am Montagabend hat sich die CDU-Fraktion neu positioniert. „Wir werden im Gemeinderat dafür plädieren, die Bäume stehen zu lassen und den Bauabschnitt zu begrenzen“, sagte Fraktionsvorsitzender Hartmut Rulle am Dienstag im WN-Gespräch. Der CDU sei es wichtig, die Bürger bei den Entscheidungen mitzunehmen. Das gelinge aber nur, wenn man jetzt auf die Fällung verzichte und sich die erforderliche Zeit nehme, das Thema weiter zu besprechen.

Rund 40 interessierte Bürger waren am Montagabend der CDU-Einladung gefolgt und kamen in die öffentliche Fraktionssitzung, um einerseits über die Platanen und andererseits über die Liebfrauenschule zu sprechen. Unter den Gästen machte die CDU auch Vertreter der anderen Ratsfraktionen aus.

„Das war keine einfache Diskussion für uns“, schilderte Rulle und machte deutlich, dass sich die CDU mit dem Thema Platanen schwertue. Er sprach von einem „Ende mit Schrecken“ oder von einem „Schrecken ohne Ende“. Gemeint ist: Wenn es zu einer Fällung der Bäume käme, sei die Ortsbildveränderung sicherlich sehr groß. Doch könne man davon ausgehen, dass die CO-Bilanz der neu gepflanzten Bäume mittel- und langfristig mindestens genauso so hoch sei, als würden die Platanen zunächst stehen bleiben. Andererseits: Würden die Bäume stehen bleiben, dann sei laut dem Gutachten klar, dass man die Kronen massiv einkürzen müsse. Dann stünden die Platanen nur noch verstümmelt da, was sich auch auf die CO-Bilanz auswirken werde. Zudem sei wegen der voranschreitenden Fäule das Kürzen der Kronen in immer kürzer werden Abständen absehbar, bis schließlich der Zeitpunkt erreicht sei, die Bäume zu fällen.

„Wichtig für uns ist: Wir wollen die Bürger bei unseren Entscheidungen mitnehmen“, sagte Rulle. Wenn man die Bäume jetzt fälle, verhindere man jede Diskussion.

Die CDU-Fraktion wird daher am Montag (18. Februar) im Gemeinderat dafür plädieren, die Bäume stehen zu lassen und den Bauabschnitt zu verkleinern (von der Stiftsstraße, Ende 2. Bauabschnitt, bis zur Ecke Amtmannei). Durch die Veränderung des Bauabschnitts wird die Maßnahme voraussichtlich nicht mehr in diesem Jahr durchgeführt.

Die so gewonnene Zeit soll dazu genutzt werden, um weitere Informationen zu erhalten über die zu erwartenden Pflegekosten für die Platanen, über die tatsächliche Klimabilanz und die ökologische Bedeutung der Bäume. Und die Zeit soll genutzt werden, um neue Gespräche mit der Bezirksregierung über die Förderung zu führen.

Rulle kritisierte, dass ein erwartbar wichtiges Thema für die Bürger von der Verwaltung so kurz vor dem letztmöglichen Termin einer Fällung Ende Februar zur Entscheidung vorgelegt werde. Das Gutachten zu den Bäumen sei im September vorigen Jahres in Auftrag gegeben worden, liege aber jetzt erst vor. Eine Entscheidung unter Zeitdruck sei nicht sinnvoll.

Auch wenn die Gespräche am Montag nicht einfach waren, so bewertete der CDU-Fraktionsvorsitzende den Abend doch sehr positiv. „Es hat sich gelohnt, mit den Bürgern zu sprechen. Das war ein Dienst an der Sache.“

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