Kampagne „Sicherheit neu denken!“
FI startet – weitere sind interessiert

Nottuln -

Geld statt in militärische Einrichtungen in nachhaltige Entwicklungen stecken, das ist das Ziel der Szenarien, die das Projekt „Sicherheit neu denken!“ entwirft. In Nottuln wollen sich einige Gruppen an der bundesweiten Kampagne beteiligen.

Donnerstag, 13.02.2020, 17:48 Uhr aktualisiert: 13.02.2020, 18:06 Uhr
Auf Einladung der FI kamen Vertreter mehrerer Organisationen, um sich über die Kampagne „Sicherheit neu denken!“ zu informieren. Ralf Becker (hintere Reihe Mitte) skizzierte als Projektkoordinator die Szenarien einer neuen Sicherheitspolitik bis 2040.
Auf Einladung der FI kamen Vertreter mehrerer Organisationen, um sich über die Kampagne „Sicherheit neu denken!“ zu informieren. Ralf Becker (hintere Reihe Mitte) skizzierte als Projektkoordinator die Szenarien einer neuen Sicherheitspolitik bis 2040. Foto: Friedensinitiative Nottuln

Der Auftakt ist gemacht. Am Montagabend stieg die Friedensinitiative Nottuln (FI) auf lokaler Ebene in die bundesweite Kampagne „Sicherheit neu denken!“ ein. In den nächsten Jahren wird die Kampagne ein wichtiger Schwerpunkt der Friedensarbeit in Nottuln sein, heißt es in einer Pressemitteilung der FI.

Interesse zeigten auch weitere Organisationen, deren Vertreter sich bei der Auftaktveranstaltung in der Alten Amtmannei informierten – so die Evangelische Friedens-Kirchengemeinde, die Katholische Pfarrgemeinde St. Martin, der Ortsverband der Grünen, der Kreisverband der Linken sowie der Friedenskreis Havixbeck und die Friedensfreunde Dülmen.

Die Gruppierungen werden nun in ihren Gremien beraten, ob und wie sie sich an der Aktion „Sicherheit neu denken!“ beteiligen wollen. In fünf bis sechs Wochen werden alle noch einmal zusammenkommen und das Ergebnis der Beratungen sowie weitere Schritte im Rahmen der Kampagne besprechen. Auch Einzelpersonen zeigten ihr Interesse. Weitere Organisationen, die im Bereich Frieden, Umwelt/Nachhaltigkeit und Eine-Welt arbeiten, sind zu einer Mitarbeit eingeladen.

Ralf Becker , Projektkoordinator der Aktion „Sicherheit neu denken!“, skizzierte das Szenario einer neuen Sicherheitspolitik. Getragen wird die Kampagne zunächst von den beiden großen Kirchen und von vielen Organisationen der Zivilgesellschaft. „Wenn diese sich zusammenschließen, kann viel erreicht werden“, nannte Becker Beispiele erfolgreicher Kampagnen – so den UN-Entschuldungsbeschluss für die 40 ärmsten Länder der Welt.

Das neue Szenario „Sicherheit neu denken!“ plant konkrete, zunächst nationale Schritte Deutschlands bis ins Jahr 2040. Becker: „2040 wird die Vollversammlung der Vereinten Nationen Deutschland gratulieren für dessen Weg in eine nachhaltige und faire Sicherheitspolitik, die gerechte Außenbeziehungen, eine nachhaltige Entwicklung der EU-Anrainerstaaten, die Teilhabe an einer internationalen Sicherheitsarchitektur, den Aufbau einer resilienten Demokratie und die vollständige Konversion der Bundeswehr und Rüstungsindustrie umfasst.“

Enorme Ressourcen würden so frei. Die 80 Milliarden Euro, die – Stand heute - bis 2040 für die Bundeswehr ausgegeben werden sollen, werden – so Becker - komplett für eine nachhaltige Entwicklung ausgegeben – zum Beispiel werden von Deutschland 33 Milliarden Euro pro Jahr für UN-Programme zur Verfügung gestellt. Das ist dreimal so viel Geld, wie die ganze UNO heute jährlich zur Verfügung hat. Sechs Milliarden Euro werden für zivile Präventions- und Interventionskräfte im Rahmen der OSZE ausgegeben. Damit werden der OSZE in Europa stehende Polizeikräfte zur Verfügung gestellt werden. Nationale Armeen werden dadurch überflüssig.

Das komplette Szenario ist in einem Buch erschienen, das mittlerweile eine große Aufmerksamkeit erfährt. Besonders hob Ralf Becker hervor, dass alle Szenarien auf konkreten Entwicklungen basieren, die zurzeit schon angedacht oder umgesetzt sind – so im Aktionsplan der Bundesregierung von 2004. Becker: „Wir müssen diese positiven Entwicklungen nur wahrnehmen und mutig und mit Fantasie weiterentwickeln.“ Alle Studien der letzten Jahre zeigten, dass mit Militär keine politischen Ziele erreichbar wären, dass zivilgesellschaftliche Alternativen immer erfolgreicher gewesen seien. Das Buch, die Kurzfassung der Kampagne und den Vortrag kann die FI auf Anfrage digital zuschicken: info@fi-nottuln.de

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