Ortstermin Platanen
Bürger wünschen neue Planung

Nottuln -

Zeitweise bis zu 50 Bürger nahmen am Donnerstag an einem offenen Treffen teil, um direkt vor Ort über die Zukunft der Platanen in der Stiftsstraße zu sprechen. Die Gemeinde wurde aufgefordert, eine neue Straßenumbauplanung zu erstellen.

Donnerstag, 13.02.2020, 20:18 Uhr aktualisiert: 13.02.2020, 20:20 Uhr
Zeitweise nahmen bis zu rund 50 Bürger an dem Treffen bei den Platanen in der Stiftsstraße teil. Die Grünen hatten dazu auch die Firma Humberg Baumschutz und Platzgestaltung eingeladen, die über Wurzelbrückensysteme informierte.
Zeitweise nahmen bis zu rund 50 Bürger an dem Treffen bei den Platanen in der Stiftsstraße teil. Die Grünen hatten dazu auch die Firma Humberg Baumschutz und Platzgestaltung eingeladen, die über Wurzelbrückensysteme informierte. Foto: Ludger Warnke

„Hier die Bäume zu fällen, das ist ein absolutes No-Go“. Mit dieser Aussage erntete Martin Uphoff am Donnerstagnachmittag breite Zustimmung. Das Ratsmitglied der Grünen führte durch das Bürgertreffen, das an den Platanen in der Stiftsstraße stattfand. Zeitweise nahmen bis zu rund 50 Bürgerinnen und Bürger daran teil, fast ausnahmslos Gegner der geplanten Baumfällung. Ein älterer Herr mahnte, die Belange der älteren Menschen, die sicher und barrierefrei die Bürgersteige nutzen wollen, nicht aus den Augen zu verlieren. Unter den Teilnehmern waren mit Volker Ludwig und Wolfgang Danziger auch zwei SPD-Ratsmitglieder, die sich der Diskussion stellten.

Die Grünen hatten zu dem Treffen auch die Nottulner Firma Humberg Baumschutz und Platzgestaltung eingeladen. Inhaber Franz Humberg und Mitarbeiter René Schnelle informierten über Wurzelbrückensysteme, mit denen man einerseits den Wurzelbereich von Bäumen schützen, anderseits auch gut begehbare Flächen herstellen kann. Bei den Wurzelbrücken handelt es sich um aufgeständerte Gitterstahlkonstruktionen, die über die Wurzeln montiert werden und auf denen später eine Bettung und das Pflaster verlegt wird. Ob dieses System das geeignete Mittel ist, hängt immer von der jeweiligen örtlichen Situation ab. Und die ist an der Stiftsstraße sehr schwierig, wie René Schnelle betonte. Selbst bei Verwendung der mit vier Zentimetern niedrigsten Wurzelbrücke ergeben sich dennoch Gesamtkonstruktionshöhen von bis zu 19 Zentimetern, was den Übergang zu den Häusern und Privatgrundstücken sehr schwierig macht.

Weil es an der Vitalität der Bäume und deren unbedingten Erhalt für viele Anwesende keinen Zweifel gab, entwickelte sich die engagiert geführte Diskussion schnell zu dem Vorschlag, die Straßenplanung zu ändern. Grünen-Fraktionsvorsitzender Richard Dammann beklagte, dass die vielen Vorschläge der Grünen zu der Verwaltungsplanung leider in keinerlei Weise berücksichtigt worden seien. In der Diskussion am Donnerstag sprachen sich viele Bürger für eine Einbahnstraßenregelung der Stiftsstraße aus, wie es sie früher schon einmal gab. Außerdem sollte die Fahrbahn verkleinert und als verkehrsberuhigter Bereich gestaltet werden. Durch eine derartige Planung gewinne man Platz, um die Bäume zu erhalten, und schaffe gleichzeitig Barrierefreiheit.

Nach Auskunft von Richard Dammann werden die Grünen nächste Woche im Rat beantragen, die jetzige Straßenbauplanung fallen zu lassen und eine neue zu erstellen, die den Erhalt der zehn Platanen berücksichtigt.

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