CDU-Politiker informieren sich in der „Oase“
Beruf attraktiver gestalten

Appelhülsen -

Die Hebammen im Kreis Coesfeld haben Sorgen. Zum Beispiel wegen der Kosten für die Haftpflicht- und Rentenversicherung. Marc Henrichmann und Dietmar Panske hörten genau zu.

Freitag, 14.02.2020, 17:13 Uhr aktualisiert: 14.02.2020, 19:18 Uhr
Was die Hebammen im Kreis Coesfeld bewegt, berichteten Anna Büscher, Gwendolyn Vogt und Birgit Lechtenberg den Abgeordneten Marc Henrichmann (r.) und Dietmar Panske.
Was die Hebammen im Kreis Coesfeld bewegt, berichteten Anna Büscher, Gwendolyn Vogt und Birgit Lechtenberg den Abgeordneten Marc Henrichmann (r.) und Dietmar Panske. Foto: Büro Marc Henrichmann

55 Hebammen sind beim Hebammenverband im Kreis Coesfeld gelistet. Wie viele tatsächlich ihrem Beruf nachgehen, darüber sagt diese Zahl allerdings wenig aus. Gerade in den Sommermonaten kommt es immer wieder zu Versorgungslücken. Wie das zu ändern ist und der Beruf attraktiver werden kann, darüber tauschten sich Marc Henrichmann und Dietmar Panske , die heimischen Abgeordneten aus Bundes- und Landtag, mit Hebammen in der Familienpraxis „Oase“ in Appelhülsen aus. „Sie leisten eine wichtige und verantwortungsvolle Arbeit“, sagten die CDU-Politiker und sicherten Unterstützung zu.

Gwendolyn Vogt, die die Familienpraxis betreibt, hatte sich im November bei einer Veranstaltung der Frauen-Union in Coesfeld zu Wort gemeldet. Eindringlich berichtete sie über ihren arbeitsintensiven Alltag. Das beeindruckte die beiden Parlamentarier, die ein ausführlicheres Gespräch mit ihr und Berufskolleginnen suchten. Mit dabei waren Birgit Lechtenberg von der Praxis „Bauchgefühl“ in Nottuln und Anna Büscher aus Südkirchen, Vorsitzende des Hebammenkreises Coesfeld.

Einiges hat die Politik bereits getan, heißt es in einer Pressemitteilung. So wurde das duale Studium für Hebammen eingeführt. „Das wertet die Ausbildung deutlich auf“, erklärte Henrichmann. Sorgen bereiten vielen Hebammen jedoch die Kosten für Haftpflicht- und Rentenversicherung.

Auch verunsichert sie, dass Kreise die notwendigen Fortbildungen unterschiedlich bewerten – ein Lehrgang, den das eine Gesundheitsamt akzeptiert, wird im Nachbarkreis möglicherweise nicht anerkannt. „Fehlen dadurch Fortbildungsstunden, darf eine Hebamme schlimmstenfalls ihren Beruf nicht mehr ausüben“, beschrieb Anna Büscher die Folgen. Dabei fehlen bereits jetzt Hebammen, sodass einige werdende und junge Mütter unversorgt bleiben. Etwas Abhilfe könnten Wochenbett-Sprechstunden schaffen. „Einige Kommunen zahlen Hebammen dafür zumindest einen kleinen Betrag, die eigentliche Sprechstunde rechnen sie dann mit der Krankenkasse ab“, sah sie hier ein Modell für den Kreis Coesfeld.

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