55. Wertholzversteigerung im Bürgerzentrum
Corona trifft auch die Holzwirtschaft

Appelhülsen -

Der Markt ist zurzeit richtig eng. Für die, die als Verkäufer bei der 55. Wertholzversteigerung in Appelhülsen dabei waren, ein Grund zur Freude.

Freitag, 14.02.2020, 20:00 Uhr
Christoph Böltz, Forstamtsleiter des Regionalforstamtes Hocheifel-Zülpicher Börde, war einer der Auktionatoren. Geübt erfasste er jede Regung der Bieter und nahm die Gebote auf.
Christoph Böltz, Forstamtsleiter des Regionalforstamtes Hocheifel-Zülpicher Börde, war einer der Auktionatoren. Geübt erfasste er jede Regung der Bieter und nahm die Gebote auf. Foto: Iris Bergmann

„Wir haben nur ein Drittel der sonstigen Angebotsmenge“, bedauerte Adalbert Koch , Fachgebietsleiter des Regionalforstamtes Münsterland. Dennoch freuten er und der Leiter des Regionalforstamtes, Heinz-Peter Hochhäuser, sich am Freitag, zahlreiche interessierte Holzkäufer zur 55. Wertholzversteigerung im Bürgerzentrum in Appelhülsen begrüßen zu können.

In der Tat: Zwar wird im Wald fleißig Holz „geerntet“, jedoch sind die Forstämter noch überwiegend damit beschäftigt, das sturmgeschädigte und vom Borkenkäfer befallene Nadelholz zu beseitigen und abzufahren. Hinzu kommt, so Hochhäuser: „Der Chinamarkt ist unter Druck.“ Durch das sich verbreitende Coronavirus werde das billige Nadelholz an den chinesischen Häfen nicht ins Landesinnere weitergeleitet und bleibe an den Lagerplätzen im Hafen liegen. Das gebe Stau. „So trifft das Virus auch die Holzwirtschaft.“

Die Mengen an Wertholz wären durchaus da. Das Regionalforstamt Münsterland zählt 27 Prozent Eichenanteil und 13 Prozent Buchen im Wald. Dennoch standen gestern bei der Auktion nur gute 700 Festmeter Wertholz zur Versteigerung (im Vorjahr waren es über 2000 Festmeter gewesen). 94 Einzelstämme und 77 Lose von über 50 Waldbesitzern aus Privat-, Kommunal- und Staatswäldern wurden angeboten, darunter auch zwei Eichen und eine Esche aus den Baumbergen. Die interessierten Käufer hatten sie sich vorab am Holzlagerplatz in Wolbeck anschauen können, und so wussten die knapp 30 Bieter bereits genau, was sie haben wollten und wann sie das gelbe Bieterkärtchen hochhalten mussten.

Christoph Böltz war, neben Ferdinand Graf von Merveldt und Adalbert Koch, einer der Auktionatoren, die flink mit Hand und Hämmerchen die Gebote entgegennahmen. „Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten!“ Und „peng!“ sauste der Hammer auf den Tisch. Der teuerste Eichenstamm mit einem Gesamtvolumen von 5,67 Festmetern ging für 5670 Euro weg. „Da die meisten Positionen zugeschlagen werden konnten, wechselte Holz im Gesamtwert von über 390 000 Euro den Besitzer“, teilte der Landesbetrieb im Nachgang zu der Veranstaltung mit.

Unter den Beobachtern der Wertholzversteigerung war übrigens auch der Baumberger Revierförster Matthias Schulte Everding. „Wir hoffen natürlich, dass es eine positive Preisentwicklung gibt“, hatte er vor Beginn der Veranstaltung gesagt. Und seine Hoffnung sollte sich erfüllen. Der Durchschnittspreis der Eiche lag bei den Einzelstämmen um 6 Prozent und bei den Losen sogar um 11 Prozent über den Vorjahrespreisen.

Und so konnte Heinz-Peter Hochhäuser am Nachmittag verkünden: „Wir sind zufrieden.“

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