Rupert-Neudeck-Gymnasium
Verhalten ändern kann man lernen

Nottuln -

Kompetente Experten, motivierte Schüler. Beim sehr gut organisierten Abend der Reihe „Nottuln spricht“ konnte man viel lernen.

Samstag, 15.02.2020, 12:00 Uhr
Berit Jänkel und Jonas Sonntag (im Hintergrund) vom Fachbereich Planen und Bauen der Gemeindeverwaltung Nottuln machten mit Hilfe von Flächennutzung- und Bebauungsplan ihre Arbeit transparenter.
Berit Jänkel und Jonas Sonntag (im Hintergrund) vom Fachbereich Planen und Bauen der Gemeindeverwaltung Nottuln machten mit Hilfe von Flächennutzung- und Bebauungsplan ihre Arbeit transparenter. Foto: Marita Strothe

„Ich glaube, dass die Nottulner ganz viel verpasst haben“, unterstrich Jutta Glanemann am Donnerstagabend und bedankte sich beim Projektkurs Sozialwissenschaften für den interessanten Abend in der Reihe „Nottuln spricht“. „Ich weiß jetzt eine ganze Menge mehr“, so die stellvertretende Schulleiterin zum Abschluss des Themenabends „Nachhaltigkeit – Chance oder nur Beschränkung?!“ im Forum des Rupert-Neudeck-Gymnasiums. Die leider geringe Teilnehmerzahl machte die Diskussionen an den vier Thementischen allerdings noch intensiver, stellten die Moderatoren Richard Mannwald und Finn Frieling zufrieden fest.

„Wieso brauchen wir Erneuerbare Energien? Was tut die Gemeinde Nottuln, um nachhaltig zu sein? Wie kann ich selbst nachhaltig leben, und ist das überhaupt wichtig? Muss ich mich überhaupt einschränken lassen? Sind die Nachhaltigkeitsziele der UNESCO überhaupt realistisch und aktuell?“ Zu diesen Fragen hatte der Projektkurs unter der Leitung von Cornelia Hilgensloh kompetente Experten eingeladen.

„Wie können wir unsere Gesellschaft so anpassen, dass diese katastrophale Situation nicht entsteht?“ Die Naturwissenschaftler Uwe Rolke und Dr. Burkhard Wiebe von den „Scientists for Future“, Regionalgruppe Kreis Coesfeld, verdeutlichten auf einer Stellwand, was noch möglich und nötig ist, „damit der Klimawandel nicht ganz schlimm wird“. Sie machten klar, dass man auf allen Ebenen arbeiten müsse, um eine Chance zu haben, genug Kohlendioxid einzusparen. „Änderung im Verhalten braucht Zeit“, wissen auch die beiden Wissenschaftler, „aber man kann es lernen.“ Außerdem könne eine globale Kooperation von Investoren und Politikern viel bewirken.

Um Entwicklung von innovativen Energietechnologien in Nordrhein-Westfalen zu forcieren und Wege aufzuzeigen, wie Unternehmen, Kommunen und Privatleute ökonomischer mit Energie umgehen oder Erneuerbare Energien sinnvoll einsetzen können, entsendet die EnergieAgentur NRW Klima-Netzwerker in die Region. Maximilian Kromer arbeitet im Regierungsbezirk Münster und stand am Donnerstag den Nottulnern Rede und Antwort. Er verdeutlichte, dass die Kombination vieler dezentraler Lösungen ein realistischer Weg sein kann.

Was in der Gemeinde Nottuln an Nachhaltigkeit beim Bauen beherzigt werden kann, machten Berit Jänkel und Jonas Sonntag vom Fachbereich Planen und Bauen mit Hilfe von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen transparenter. So können unter anderem Dachformen und -ausrichtungen die Solarnutzung begünstigen. Die Gemeinde könne im Bebauungsplan aber lediglich kleine Stellschrauben einbauen, so Sonntag, „die entscheidende Größe ist der Bauherr selbst.“

„Die Leute wollen es, aber es fehlt ihnen an Informationen“, hat Birgit Schlütter von „Nottuln nachhaltig“ festgestellt. Sie selbst habe ihren Müll mittlerweile um 70 Prozent reduziert, nannte sie einige Möglichkeiten, dem nachzueifern. „Es gibt viele Sachen, die man ändern kann, die man ändern muss.“

Viele Denkanstöße nahmen die rund 20 Teilnehmer des Abends mit nach Hause und wurden in der Pause sogar noch mit Leckereien vom Projektkurs versorgt. „Klasse gemacht, großes Kompliment“, schloss Kursleiterin Cornelia Hilgensloh mit einem verdienten Lob an ihre Schülerinnen und Schüler die Veranstaltung.

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