Thema „Liebfrauenschule“
Eltern fordern erneute Verhandlungen

Nottuln -

Die Eltern wollen die Reduzierung der Liebfrauenschule auf eine dauerhafte Dreizügigkeit nicht hinnehmen. In einem Antrag an den Gemeinderat fordern sie diesen auf, noch einmal mit dem Bistum Münster zu verhandeln.

Samstag, 15.02.2020, 08:00 Uhr
Die Zukunft der Liebfrauenschule ist für viele Eltern ein wichtiges Thema. Die Entscheidung von Gemeinde und Bistum, die Schule nur noch dreizügig führen zu wollen, stößt auf viel Kritik.
Die Zukunft der Liebfrauenschule ist für viele Eltern ein wichtiges Thema. Die Entscheidung von Gemeinde und Bistum, die Schule nur noch dreizügig führen zu wollen, stößt auf viel Kritik. Foto: Johannes Oetz

Das Ergebnis der nicht öffentlichen Verhandlungen zwischen der Gemeinde Nottuln und dem Bistum Münster über die Zukunft der Liebfrauenschule hat bei vielen Eltern große Unruhe und Kritik ausgelöst. Seitdem die Gemeindeverwaltung am 29. Januar erstmals öffentlich über die Entwicklung der Liebfrauenschule von einer vierzügigen zu einer dreizügigen Schule schon vom kommenden Schuljahr an informiert hat (wir berichteten), halten die Diskussionen in Teilen der Elternschaft an. Und münden jetzt in einen offiziellen Bürgerantrag für die nächste Ratssitzung am kommenden Dienstag (18. Februar, 19 Uhr, Forum Gymnasium).

In ihrem Antrag fordern die Eltern die Gemeinde auf, in Neuverhandlungen mit dem Bistum einzutreten mit dem Ziel, die Liebfrauenschule weiter als vierzügige Schule zu führen. Die Eltern bitten um eine zeitnahe Beratung im Gemeinderat und um eine namentliche Abstimmung über ihren Antrag.

Parallel zu diesem bei der Verwaltung schon eingereichten Bürgerantrag läuft noch eine Unterschriftenaktion mit dem Titel „Wir Eltern kämpfen um den Erhalt der Vierzügigkeit der Liebfrauenschule Nottuln, bischöfliche Sekundarschule“. Noch bis Dienstag können sich Bürger, die die Forderung der Eltern unterstützen möchten, in die Listen eintragen. Sie liegen derzeit an folgenden Stellen aus: K&K-Markt, Edeka-Markt, Schuhe-Sport Freckmann, Merfeld‘s Backstube Darup, Schmuck und Geschenke Petermann, Friseursalon Karen Stückenschneider, Haarmode Martina Icking, Blumenhaus Blickfang und Dorfladen Schapdetten.

In ihrem insgesamt fünfseitigen Bürgerantrag erinnern die Eltern daran, wie es zu der Entwicklung der vierzügigen Sekundarschule gekommen ist als Folge der Schließung der damaligen Hauptschule. Die Überlegung sei gewesen, weiterhin alle Kinder möglichst in Nottuln beschulen zu können. Deshalb sei der Kooperationsvertrag geschlossen worden – auf Wunsch der Gemeinde, nicht auf Wunsch des Bistums. Nun wolle man stillschweigend den vierten Zug der Sekundarschule einsparen.

Die große Sorge der Eltern ist, dass bei einer Dreizügigkeit künftig Nottulner Kinder abgewiesen werden. Das Gymnasium sei nicht für jedes Kind die richtige Schulform. Und wenn Nottulner Kinder außerhalb der Gemeinde zur Schule gehen, sei auch zu erwarten, dass diese Kinder in den Orten ihrer Schule an den Freizeitangeboten teilnehmen. Letztlich würden sich auch Eltern fragen, ob es sinnvoll ist, nach Nottuln zu ziehen, wenn das Schulplatzangebot nicht ausreichend ist.

„Eine derartig lange beratene und hinausgezögerte Entscheidung darf doch nicht die Zukunft unserer Kinder und damit auch die Zukunft Nottulns in einem Schlag vernichten“, heißt es im Elternantrag.

Das Argument der finanziellen Belastung halten die Eltern für nicht stichhaltig. Schon beim Abschluss des ersten Kooperationsvertrages habe die Gemeinde gewusst, dass noch erhebliche Kosten auf sie zukommen werden. „Bildung kostet viel Geld, das ist uns allen klar“, erklären die Eltern. Aber hier gehe es um Menschen – „unsere Kinder! Die müssen Priorität haben!“

Den Eltern, die den Bestand der Schule als „bischöfliche Schule“ gesichert haben möchten, ist klar: „Nur mit allen notwendigen Baumaßnahmen kann das erfolgreiche Konzept mit seiner Klassenstärke, dem Unterrichtsangebot, der individuellen Förderung und der ‚Inklusion mit Augenmaß – das heißt: Inklusion ohne Überforderung von Schülern und Lehrern‘ umgesetzt werden und fortbestehen.“ Deshalb nun der Bürgerantrag und die Forderung, die Verhandlungen mit dem Bistum neu zu führen.

Wichtig ist den Eltern, dass das Thema nicht nur für diejenigen von Bedeutung ist, die Kinder aktuell an der Schule haben. Alle Eltern, die in den kommenden Jahren vor der Entscheidung stehen, welche Schullaufbahn ihr Kind nach Klasse 4 einschlagen soll, seien von diesem Thema betroffen. Deshalb hoffen die Antragsteller, dass am Dienstag zahlreiche Eltern die Ratssitzung besuchen werden.

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