Klosterlandschaft Westfalen-Lippe
Musikalische Lichtpunkte begeistern

Nottuln -

Den tosenden Applaus am Ende haben sich die Sängerinnen und Sänger redlich verdient. Der Chorus Cantemus, der vor 30 Jahren von Chorleiter Thomas Drees gegründet worden ist, trat am Sonntag beim Jubiläumskonzert von Anfang an als eine eingespielte und geschlossene Einheit auf.

Montag, 02.03.2020, 20:15 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 20:20 Uhr
Der Chorus Cantemus sang sein Jubiläumskonzert in der Nottulner Pfarrkirche St. Martinus. Als Solisten traten Maike Delcour (Sopran) und Goetz Phillip Körner (Tenor/Bariton) auf.
Der Chorus Cantemus sang sein Jubiläumskonzert in der Nottulner Pfarrkirche St. Martinus. Als Solisten traten Maike Delcour (Sopran) und Goetz Phillip Körner (Tenor/Bariton) auf. Foto: Kerstin Adass

„Finde dein Licht“ – unter diesem Leitspruch feierten am Sonntagnachmittag in der Pfarrkirche St. Martinus viele Sänger und Instrumentalisten das 30-jährige Bestehen des Chorus Cantemus, Kammerchor aus Appelhülsen, mit einem Jubiläumskonzert. Die Zuhörer in der voll besetzten Kirche erfreuten sich an einem Programm, das sich von Georg Friedrich Händel über Felix Mendelssohn Bartholdy bis hin zu John Rutter über mehrere Epochen der Musikgeschichte spannte.

„Eigentlich ist jede gotische Kathedrale bezaubernd im Umgang mit Licht“, erklärte Dechant Norbert Caßens in seiner Begrüßung. Anders hatte es zunächst in der Kirche in Nottuln ausgesehen. Während der Kirchensanierung vor einigen Jahren wurde deutlich, dass der Altarraum durch seine getönten Buntglasfenster der dunkelste Teil in der Kirche war. Deshalb installierte man eine Beleuchtung, die von unten in das Gewölbe des Altarraums strahlt – und nebenbei einen stimmungsvollen Hintergrund für Konzerte bildet. „Heute hören wir viele musikalische Lichtpunkte“, versprach Caßens dem Publikum. Auch Bürgermeisterin Manuela Mahnke freute sich: „Es wird ein Augen- und Ohrenschmaus. Ich habe es schon einmal erlebt – es ist fantastisch.“

Mit „Mass of the Children“ startete der Chor sein Konzert mit einem Höhepunkt. John Rutters Werk für sechsstimmigen Chor, Sopran, Bariton und Orchester zeichnet sich durch den eindeutigen Stil des Komponisten aus. Rutter vereint Rhythmus-, Melodie- und Harmonieelemente verschiedener Epochen nahtlos in einem Werk. Der Einsatz von Percussion und Jazz-Motiven in die sonst eher traditionell-kirchlichen Klänge weist „Mass of the Children“ als Werk des 21. Jahrhunderts aus. Die Komposition, die 2003 uraufgeführt wurde, ist „typisch Rutter“: leicht und unschuldig, mal lebhaft, mal friedvoll, mal tragisch und durchgängig brillant.

Der Chorus Cantemus, der vor 30 Jahren von Chorleiter Thomas Drees gegründet worden ist, trat von Anfang an als eine eingespielte und geschlossene Einheit auf. Sowohl in der Haupt- als auch in der Begleiterrolle überzeugten die Sänger mit Musikalität, Kraft und, wenn nötig, auch Zurückhaltung. Unterstützt wurde der Kammerchor von den Musikern des Kourion-Orchesters aus Münster. Die Solisten Maike Delcour (Sopran) und Goetz Phillip Körner (Tenor/Bariton) vervollständigten das Ensemble beim ersten Stück.

Maike Delcours feine So­pranstimme fügte sich ausgezeichnet in die kindliche Unschuld der „Mass of the Children“ ein. Goetz Phillip Körner begeisterte zudem mit Franz Schuberts „Ave Maria“ in einem Arrangement für Tenor und Harfe. Die Komposition, an die viele Musikfreunde aufgrund ihres Bekanntheitsgrades hohe Ansprüche stellen, wurde von Körner meisterhaft vorgetragen.

Ergänzt wurde das Programm außerdem durch Hildegard Hagemann, die an Orgel und Klavier ein fehlerfreies Fundament für Chor und Solisten kreierte, und Thomas Witulski an der Klarinette. Witulski, dessen Intonation in „The Lord is my Light and my Salvation“, einem weiteren Rutter-Werk, leider nicht gänzlich mit dem Chor übereinstimmte, machte dies mit seinem souveränen und ausdrucksvollen Klarinettenspiel wieder wett.

Nach weiteren Werken wie Giovanni Croces „Benediciam Dominum“, das die Männerstimmen des Chores von der Empore aus vortrugen, und „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ von Felix Mendelssohn Bartholdy folgte mit Händels „Hallelujah“ der krönende Abschluss des anspruchsvollen Programms, an dessen Ende der Chorus Cantemus, das Kourion-Orchester und die Solisten wohlverdient vom Publikum mit tosendem Applaus belohnt wurden.

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