Kunstrasenplatz Darup
Projekt komplizierter als erwartet

Nottuln/Darup -

Das Kunstrasenplatzprojekt in Darup wird wohl deutlich teurer als angenommen. Nun ist die Rede von 770 000 Euro. Die Politik stellte Planungsmittel in den Haushalt, um alle Fragen zum Projekt klären zu können.

Freitag, 06.03.2020, 07:06 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 07:30 Uhr
Kunstrasenplätze sind bei den Sportvereinen in der Region sehr populär. Aufgrund eines neuen Förderprogramms wird der Bau von Kunstrasenplätzen geraden in kleineren Orten erheblich gefördert.
Kunstrasenplätze sind bei den Sportvereinen in der Region sehr populär. Aufgrund eines neuen Förderprogramms wird der Bau von Kunstrasenplätzen geraden in kleineren Orten erheblich gefördert. Foto: Meyer

Der vom Sportverein Borussia Darup gewünschte Umbau des Tennenplatzes im Daruper Sportzentrum in einen Kunstrasenplatz ist ein Projekt, das deutlich komplizierter ist und wahrscheinlich auch deutlich teurer werden wird als bislang angenommen. Wegen einer ganzen Reihe noch offener Fragen entschied der Ausschuss für Gemeindeentwicklung am Mittwochabend mit 13:4 Stimmen, zunächst nur Planungsmittel in Höhe von 40 000 Euro in den Haushalt 2020 einzustellen. Grundsätzlich gibt es Sympathie für das Projekt. „Bei der nächsten Haushaltsberatung kommt die Borussia an die Reihe“, setzte Richard Dammann (Grüne) ein Zeichen.

Der SV Borussia Darup hat in das Kunstrasenprojekt schon viel Energie gesteckt und unter anderem mit Behörden, Gemeinde und auch mit den Fraktionen die Maßnahme besprochen. Bislang geplant war: Der SV Borussia tritt als Bauherr auf. Das Kostenvolumen sollte bei rund 500 000 Euro liegen. Die Finanzierung soll durch einen Zuschuss aus einem neuen Förderprogramm (65 Prozent = 325 000 Euro aus Bundesmitteln) und durch einen Zuschuss der Gemeinde Nottuln (175 000 Euro) erfolgen. Bezüglich des Gemeindezuschusses hatten Grüne und FDP bereits einen gemeinsamen Antrag eingereicht.

Allerdings: Das Förderprogramm mit den Bundesmitteln schließt eine Doppelförderung aus, wie Beigeordnete Doris Block erläuterte. Bedeutet: Die Förderung aus Bundesmitteln wird um die Summe des Gemeindezuschusses reduziert, sodass am Ende eine erhebliche Finanzierungslücke vorhanden wäre.

Die Gemeindeverwaltung hat daher geprüft, ob das Projekt mit der Gemeinde als Bauherr umgesetzt werden kann, und sich die Planunterlagen von der Borussia geben lassen. Der von der Gemeinde beauftragte Gutachter hält in einer ersten Bewertung die bisherige Investitionssumme für nicht realistisch. Er geht von einem Kostenvolumen von rund 770 000 Euro aus. Hauptgrund dafür ist, so erläuterte Dipl.-Ing. Daniel Krüger, dass der Untergrund des Platzes in einem so schlechten Zustand ist, dass ein kompletter Neuaufbau (inklusive Entwässerung) erforderlich ist.

Bei einem Kostenvolumen von rund 770 000 Euro könnte die Gemeinde Fördermittel von maximal 500 000 Euro einplanen, sodass letztlich ein Eigenanteil von rund 270 000 Euro verbleibt.

Von der Borussia wurde darauf hingewiesen, dass diese Summe immer noch deutlich niedriger ist als bei anderen Kunstrasenprojekten in der Vergangenheit.

Doris Block war es wichtig zu betonen, dass es das Förderprogramm erst seit Kurzem gibt. Beim Arminia-Kunstrasenprojekt gab es diese Fördermöglichkeit noch nicht, für das Kunstrasenprojekt in Nottuln komme es nicht in Frage, da nur Maßnahmen in Orten/Ortsteilen mit weniger als 10 000 Einwohner gefördert werden. Unklar blieb in der Sitzung, ob es die Förderung auch 2021 geben wird.

Die Fraktionen setzten in der Diskussion unterschiedliche Akzente. So kritisierte Waldemar Bogus (UBG), dass man in Zeiten des Klimaschutzes erneut in einen Kunstrasen investieren wolle. Er plädierte dafür, das Projekt ergebnisoffen anzugehen und Alternativen wie einen Winterrasenplatz zu prüfen. Stephan Hofacker (Ökologische Liste Nottuln) erklärte, man werde den Verein nur unterstützen, „wenn es kein Kunstrasenplatz wird.“ Wolfgang Danziger (SPD) sah viele offenen Fragen. Jetzt schon die Summe in den Haushalt zu stellen, sei zu früh. Ähnlich äußerte sich Helmut Walter (FDP). Die Notwendigkeit stehe für ihn außer Zweifel, aber im Moment wäre der Haushalt damit überfrachtet. Hartmut Rulle (CDU) schlug vor, das Projekt komplett im Haushalt zu verankern und den Eigenanteil der Gemeinde von 270 000 Euro mit einem Sperrvermerk zu versehen. So könne an dem Projekt dennoch weiter gearbeitet werden. Richard Dammann (Grüne) hielt es für sinnvoll, zunächst nur Planungsgelder zur Verfügung zu stellen. Mit einem Baubeginn in 2020 sei nicht zu rechnen. Am Ende verständigte sich der Ausschuss auf 40 000 Euro Planungsmittel.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7312798?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F164%2F
Nachrichten-Ticker