Ökumenische Aktion
Kirchenglocken läuten gemeinsam

Nottuln -

Die Christen können nicht zusammenkommen, um zu beten. Aber es gibt Wege, Gemeinschaft dennoch zu pflegen. Evangelische und katholische Gemeinde gehen sie gemeinsam.

Donnerstag, 19.03.2020, 18:36 Uhr aktualisiert: 19.03.2020, 19:02 Uhr
Nicht nur in der evangelischen Kirche „Unter dem Kreuz“, sondern auch im Friedenshaus und in allen Kirchen der Pfarrgemeinde St. Martin wird ab sofort täglich zum Gebet geläutet.
Nicht nur in der evangelischen Kirche „Unter dem Kreuz“, sondern auch im Friedenshaus und in allen Kirchen der Pfarrgemeinde St. Martin wird ab sofort täglich zum Gebet geläutet. Foto: Frank Vogel

In Zeiten der Corona-Krise hört das christliche und gemeindliche Leben nicht auf, sondern findet sich in neuen Formen wieder. Das schreibt die evangelische Friedens-Kirchengemeinde in einer Pressemitteilung. Die Verantwortlichen haben sich die Frage gestellt: Wie können wir unter den veränderten Bedingungen miteinander in Verbindung bleiben und Menschen in Verbindung bringen?

„Es fällt uns schwer, darauf verzichten zu müssen, Menschen zu Gottesdienst oder Andacht in unsere Kirchen einzuladen. Wir suchen eine Form, um nicht schweigen zu müssen, zusammen zu sein und zusammenzurücken, ohne uns räumlich nahe sein zu können“, heißt es weiter.

So sei die Idee entstanden, in ökumenischer Gemeinsamkeit die Glocken der Kirchen zu nutzen, die zurzeit nicht mehr zum Gottesdienst rufen können. In der Nottulner Kirche „Unter dem Kreuz“ und im Friedenshaus Appelhülsen werden ab Freitag (20. März) bis Gründonnerstag jeden Abend um 19.30 Uhr für zwei Minuten und jeden Sonntag von 12 bis 12.15 Uhr die Glocken läuten.

Die katholische Kirche und die Pfarrgemeinde St. Martin begrüßen diese Idee und schließen sich im Geiste der Ökumene an. „Wir werden zusätzlich auf unserer Homepage Gebete veröffentlichen, die die Gläubigen dann sprechen können“, berichtet Pfarrdechant Norbert Caßens aus der Sitzung des Krisenstabs der Pfarrgemeinde.

„So ist es möglich, dass wir uns in Gedanken und Gebeten als Gemeinschaft von Christen verbinden“, wird Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp in einer Pressemitteilung des Bistums Münster zitiert. Bis zum Mittwoch der Karwoche soll das tägliche Läuten stattfinden. „In Zeiten, in denen sich die Gläubigen nicht zum Gottesdienst versammeln können, lade „das Geläut zum persönlichen Gebet ein und soll – über alle räumliche Trennung hinaus – ein Zeichen einer bleibenden Gebetsgemeinschaft sein“, betont Winterkamp. Die Kirchen sollten außerdem nach Möglichkeit weiter zum persönlichen Gebet geöffnet bleiben.

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