Rückkehr aus Mexiko
„Wir müssen noch ein wenig Geduld haben“

Nottuln -

Die beiden Nottulner Jonas Rommen und Julius Scheele absolvieren einen Freiwilligendienst in Mexiko. Wegen der Corona-Pandemie sollen sie nun vorzeitig zurückkehren.

Sonntag, 22.03.2020, 19:32 Uhr aktualisiert: 22.03.2020, 19:38 Uhr
Jonas Rommen (l.) und Julius Scheele aus Nottuln sind seit Juli in Mexiko und engagieren sich dort in Sozialprojekten. Nun werden sie wegen der Corona-Krise vorzeitig nach Deutschland geholt.
Jonas Rommen (l.) und Julius Scheele aus Nottuln sind seit Juli in Mexiko und engagieren sich dort in Sozialprojekten. Nun werden sie wegen der Corona-Krise vorzeitig nach Deutschland geholt. Foto: Frank Vogel

Das Bistum Münster holt 28 junge Frauen und Männer, die derzeit im Rahmen eines weltwärts-Freiwilligendienstes im Ausland sind, wegen der Corona-Pandemie nach Deutschland zurück. Betroffen davon sind auch die beiden Nottulner Jonas Rommen und Julius Scheele , die im Juli vergangenen Jahres nach Mexiko geflogen sind, um dort einen einjährigen Freiwilligendienst in Kirchengemeinden im Partnerbistum Tula zu leisten (wir berichteten). „Beiden geht es gut. Mit meinem Sohn stehe ich täglich in Kontakt“, sagt Mutter Roswitha Scheele.

Derzeit sind noch fünf junge Menschen aus dem Bistum Münster in Mexiko im Freiwilligendienst. Allen gehe es gut, alle wüssten, dass sie wegen der Corona-Krise zurück nach Deutschland geholt werden, hat die Nottulnerin von ihrem Sohn erfahren.

Offen ist noch der genaue Termin der Rückkehr. Familie Scheele steht deshalb auch in Kontakt mit dem Auswärtigen Amt . „Wir müssen einfach noch ein wenig Geduld haben.“

Auch Familie Rommen steht in einem regelmäßigen Kontakt mit ihrem Sohn. „Für Jonas kam die Nachricht von der vorzeitigen Rückkehr doch sehr überraschend“, berichtet Vater Markus Rommen im WN-Gespräch. Jonas habe sich in Mexiko sehr gut eingelebt und fühle sich den Projekten dort sehr verbunden. Die fünf Freiwilligen aus dem Bistum stünden in einem engen Kontakt untereinander und hielten sich gegenseitig auf dem Laufenden.

Ein zunächst für den 26. März geplanter Rückflug musste wieder abgesagt werden. „Wir sind aber guter Dinge, dass Jonas und Julius alsbald zurückkommen werden“, sagt Markus Rommen und vertraut auf die Bemühungen des Bistums und des Auswärtigen Amtes.

Das Bistum Münster folgt der Empfehlung, alle Freiwilligen aus dem Ausland zurückzuholen, weil die internationale Mobilität angesichts der Ausbreitung des Coronavirus zunehmend eingeschränkt wird. „Wir haben zu allen Freiwilligen Kontakt per E-Mail und Telefon“, sagt Judith Wüllhorst vom Referat Freiwilligendienste im Ausland des Bischöflichen Generalvikariats (BGV). Gemeinsam mit ihrem Kollegen Sebastian Aperdannier koordiniert sie nun die Rückholaktion. „Wir buchen Flüge, koordinieren das, was nun zu tun ist, und geben praktische Tipps, wie zum Beispiel, dass die jungen Erwachsenen sich vor Ort in die Sicherheits- und Rückhollisten der Deutschen Botschaften eintragen lassen sollen“, erklärt Wüllhorst.

Ein großer Fokus liege außerdem auf der psychischen Unterstützung der jungen Freiwilligen: „Die meisten von ihnen sind verständlicherweise geschockt über die notwendige Rückkehr nach Deutschland. Sie haben vor Ort eine zweite Heimat gefunden und es fällt ihnen sehr schwer, diese nun so kurzfristig zu verlassen. Wir werden sie auch nach ihrer Ankunft in Deutschland eng begleiten“, sagt Sebastian Aperdannier.

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