Coronavirus
Weitere Absagen möglich

Nottuln/Chodziez -

„Leider ist Polen ein Land rebellischer Menschen, daher sind sich einige der Bedrohung nicht bewusst und verhalten sich so, als ob nichts passiert wäre“, berichtet Jacek Gursz, Bürgermeister in Nottulns polnischer Partnerstadt Chodziez. Auch das Nottulner Partnerschaftskomitee hat Sorgen wegen der Coronavirus-Pandemie.

Montag, 23.03.2020, 18:07 Uhr aktualisiert: 23.03.2020, 20:12 Uhr
Über Facebook ist der Bürgermeister aus Chodziez, Jacek Gursz, ständig mit seinen Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt, um die Coronakrise zu meistern.
Über Facebook ist der Bürgermeister aus Chodziez, Jacek Gursz, ständig mit seinen Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt, um die Coronakrise zu meistern. Foto: Partnerschaftskomitee Nottuln

Das Coronavirus hat auch Polen fest im Griff. Seit dem 14. März bleiben nahezu alle öffentlichen Einrichtungen, Sport- und Freizeiteinrichtungen, Restaurants, Bars usw. geschlossen und alle Veranstaltungen wurden abgesagt. Dies gilt auch für die Nottulner Partnerstadt Chodziez, zu der das Komitee für Städtepartnerschaft der Gemeinde Nottuln stetig in Kontakt steht – auch in diesen Zeiten.

Auf einen Brief aus Nottuln antwortete nun Bürgermeister Jacek Gursz : „Bei uns folgen die meisten Bewohner den Empfehlungen. Leider ist Polen ein Land rebellischer Menschen, daher sind sich einige der Bedrohung nicht bewusst und verhalten sich so, als ob nichts passiert wäre. Mir geht es gut, das Büro arbeitet in begrenztem Umfang. Ich spreche jeden Tag über Facebook mit den Einwohnern und gebe Ratschläge, achte aber auch auf unangemessenes Verhalten.

Wir hatten einen Fall im Krankenhaus, aber die Person war nicht aus Chodzież. Viele Menschen befinden sich in Quarantäne und werden überwacht.

Leider nutzt die Regierung die Epidemie und unternimmt alles, um Andrzej Duda (den jetzigen Staatspräsidenten) dazu zu bringen, die Wahlen im Mai zu gewinnen. Ich grüße Euch herzlich und wünsche allen Bewohnern von Nottuln, dass das Virus euch umgeht.“

Der Schüleraustausch zwischen Nottuln und Chodziez wurde schon vor einiger Zeit abgesagt. Nun hat das Komitee Sorge, dass auch der Besuch über Fronleichnam möglicherweise nicht stattfinden kann. Dafür hatte der Fachbereich Chodziez sich ein besonderes Programm ausgedacht. Eingeladen war diesmal neben der offiziellen Delegation und dem Komitee aus Chodziez auch eine Gruppe von Menschen mit Handicap.

„Barrierefreie Partnerschaft“ soll das Motto der Besuchstage sein – in Zusammenarbeit auch mit dem Nottulner Teilhabekreis. Im Rahmen des NRW-Wettbewerbs „Europa bei uns zuhause“ wird dieses Projekt mit 5000 Euro bezuschusst. Marga und Josef Lütkecosmann, die für das Komitee diesen Austausch verantwortlich vorbereitet haben, fassen zusammen: „Es wäre sehr schade, wenn wir diese besondere Begegnung absagen müssen. Wir sind darauf eingestellt und wollen auf jeden Fall versuchen, dieses wichtige Projekt dann zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführen.“

Zunächst einmal grüßten die Mitglieder des Komitees aus Nottuln ihre polnischen Freunde in Chodziez: „Liebe Grüße an die Menschen in Eurer Stadt. Wir hoffen, ihr bleibt gesund. In Gedanken sind wir bei euch. In Gedanken geht unsere Partnerschaft auch in diesen Zeiten weiter.“

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