Coronavirus: Friseurgeschäfte geschlossen
Land sorgt für einheitliches Vorgehen

Nottuln -

Neue Einschränkungen im Alltag: In Nottuln sind seit Montag auch die Friseurgeschäfte geschlossen.

Montag, 23.03.2020, 20:10 Uhr aktualisiert: 23.03.2020, 20:18 Uhr
Die Friseurgeschäfte sind nun einheitlich geschlossen.
Die Friseurgeschäfte sind nun einheitlich geschlossen. Foto: Jürgen Peperhowe

Jetzt haben auch die Friseure und Friseurinnen in der Gemeinde endlich Klarheit: Aufgrund der Rechtsverordnung des Landes müssen sie seit Montag die Geschäfte geschlossen halten. Und aufgrund der staatlich angeordneten Schließung können die betroffenen Betriebe auch staatliche Hilfen bekommen.

In der vergangenen Woche waren in der Gemeinde Friseurgeschäfte noch geöffnet gewesen – obwohl es beim Haareschneiden zwangsläufig zu einem Kontakt mit dem Kunden kommt. Das hatte zu großer Verwirrung und auch großer Besorgnis geführt. Zumal in anderen Kommunen schon eine Schließung der Friseursalons verfügt worden war.

Rechtsrat Stephan Kohaus von der Gemeindeverwaltung verweist auf die Erlasslage des Landes von vergangener Woche, wonach die Friseurgeschäfte eben nicht zu schließen seien. Dass gleichzeitig die Münsterlandkreise eine andere Empfehlung ausgesprochen hätten, habe sicherlich zur Verwirrung beigetragen und sei nicht glücklich gewesen.

Mit der neuen, seit Montag geltenden Rechtsverordnung hat das Land nun für Klarheit gesorgt. Dass die Landesregierung nun Rechtsverordnungen erlässt, entbindet die Gemeinde als Ordnungsbehörde von der Notwendigkeit, eigene Allgemeinverfügungen zu erlassen. „Das Vorgehen des Landes trägt zur Entlastung der Kommunen bei“, betont Kohaus. Die Möglichkeit eigener Verordnungen bestehe aber weiter, beispielsweise um lokale Besonderheiten zu regeln.

Bürgermeisterin Manuela Mahnke ist sich der schwierigen Situation der Nottulner Gewerbetreibenden bewusst. Wegen der Friseurproblematik habe sie noch am Wochenende Gespräche geführt, berichtet sie. Dass die Schließung ganzer Geschäftsbereiche den Betroffenen große Sorgen bereite, sei verständlich. Zugleich stelle sie aber auch fest, dass die Nottulner Gewerbetreibenden auf die Einschränkungen mit kreativen Angeboten reagieren. Einige habe ihre Online-Präsenz ausgebaut, bieten einen Lieferservice oder wie die Gastronomiebetriebe einen Außer-Haus-Verkauf von Speisen an. „Ich möchte unsere Bevölkerung bitten, nicht die örtliche Geschäftswelt zu vergessen“, erklärte die Bürgermeisterin. Wer dazu in der Lage sei, sollte lokale Lieferdienste und Speisen-außer-Haus-Verkäufe nutzen.

Insgesamt sieht die Bürgermeisterin eine große Bereitschaft der Bevölkerung, verantwortungsbewusst mit der Situation umzugehen. Nach den Beobachtungen der vergangenen Tage halten sich die meisten Bürger an die Empfehlungen und Auflagen, vor allem Abstand zu halten zu anderen Personen und nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben. „Als Gemeinde sind wir sehr zufrieden“, betonte Mahnke.

Nach Aussage von Stephan Kohaus erhält das Ordnungsamt der Gemeinde bislang nur wenige Hinweise auf mögliche Verstöße. Das Ordnungsamt ist wegen der Corona-Situation um zehn Mitarbeiter verstärkt worden. „Wir sind gut ausgelastet“, betonte Kohaus. So kümmere sich das Ordnungsamt neben den üblichen Aufgaben auch um die Einhaltung häuslicher Quarantänemaßnahmen und führe außerdem erhebliche Kontrollen durch. Dafür sei ein Schichtplan erstellt worden, sodass auch außerhalb der Bürozeiten öffentliche Plätze und Treffpunkte kon­trolliert werden können.

Bürgermeisterin Manuela Mahnke hofft, dass sich die Bürger weiter so diszipliniert verhalten. „Ganz wichtig: Bitte bleiben Sie zu Hause.“

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