Liebfrauenschule
„Eine ganz besondere Begegnung“

Nottuln -

Je länger das Gespräch dauerte, um so persönlicher wurde es. Vier junge Leute aus Simbabwe haben kurz vor Beginn der Corona-Einschränkungen die Religionskurse der Klassen 9d und 10a an der Liebfrauenschule besucht.

Mittwoch, 01.04.2020, 16:59 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 19:04 Uhr
Die Liebfrauenschüler und ihre Gäste aus Simbabwe. Das Foto entstand vor dem Inkrafttreten der Corona-Einschränkungen.
Die Liebfrauenschüler und ihre Gäste aus Simbabwe. Das Foto entstand vor dem Inkrafttreten der Corona-Einschränkungen. Foto: Liebfrauenschule Nottuln

„Eine Woche später und wir hätten in der Liebfrauenschule nicht mehr das Glück gehabt, Benda, Princess, Ashirai und Marschall in den Religionskursen der Klassen 9d und 10a begrüßen zu können“, betont Lehrerin Ricarda Koschick. Kurz bevor die Schulen wegen der Corona-Pandemie geschlossen wurden, hatte die Nottulner Liebfrauenschule noch vier junge Gäste aus Simbabwe zu Gast, teilte die Schule in dieser Woche mit.

Intensiv hatten sich die Schülerinnen und Schüler auf die ungewöhnliche Begegnung vorbereitet, so dass Alexander Urbanek und Cecile Antonio Schild mit einer fröhlichen Eröffnungsrede die vier jungen Menschen, die im Stift Tilbeck ihr Freiwilliges Soziales Jahr machen, begrüßten. Besonderer Dank ging dabei auch an Frau Wolfering und Frau Schulze-Bertelsbeck, die Koordinatorinnen der Gruppe, die von Anfang an von der Idee des Treffens begeistert waren.

Ein reger Austausch folgte anschließend in kleinen Gruppen, in denen verschiedene Themengebiete wie Lebensgewohnheiten, Schul- und Ausbildung, Lieblingsmusiken angesprochen und ausgetauscht wurden. Nach einem typischen Gericht aus Simbabwe gefragt, lernten die Nottulner, dass es „Sadza“ heißt und ein dicker Maismehlbrei ist, der wahlweise mit Rind, Hühnchen oder Schwein serviert wird. Nach typisch deutschen Gerichten gefragt, wurden „Braten“ und „Sauerkraut“ genannt. Ob die Schülerinnen das dann gerne äßen? Hin und wieder schon. Alle waren sich einig, dass ein Döner in jedem Fall ein leckeres Gericht sei.

Überrascht zeigten sich die Liebfrauenschüler, als sie hörten, dass Marschall und seine drei Begleiterinnen wie sie selbst auch Christen seien und die religiöse Praxis des Gebets und des gemeindlichen Gottesdienstes für 90 Prozent aller Menschen aus Simbabwe gültig ist.

Die FSJler/innen erzählten von der faszinierenden Schönheit ihres Landes, zeigten zum Beispiel Fotos von Nationalparks und den Viktoria-Wasserfällen. Besonders beeindruckt waren die Nottulner, dass ihre Gäste mehrsprachig waren, denn neben Englisch und nun auch Deutsch sprechen sie Shona und Ndebele als zwei der 16 Landessprachen in Simbabwe.

Ebenso lebendig schilderten sie ihre Tätigkeiten im Stift Tilbeck, wo sie in den Behindertenwerkstätten, in der Tagesstruktur der Senioren und im Wohnheimbereich mitarbeiten. Sie empfinden es als eine sehr gute Vorbereitung für einen sozialen Beruf und alle Vier möchten gerne in diesem Bereich eine Ausbildung oder ein Studium machen.

Fazit aus Sicht einer Liebfrauenschülerin: „Wir hatten einen sehr ehrlichen Austausch und je länger wir sprachen, desto persönlicher wurden wir. Diese Begegnung war etwas ganz Besonderes.“

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