Herrmann J. Mürmann: Zen-Meditation in der aktuellen Corona-Krise
„Der Mensch braucht Ankerpunkte“

Nottuln -

In einer Krise werden die Menschen besonders belastet. „In dieser schwierigen Zeit mit einer großen Beeinträchtigung der Kontaktmöglichkeiten benötigen die Menschen aus psychologischer Sicht Ankerpunkte im Alltag“, sagt Hermann J. Mürmann, Psychotherapeut aus Nottuln.

Freitag, 10.04.2020, 09:23 Uhr aktualisiert: 11.04.2020, 08:32 Uhr
Hermann J. Mürmann, gekleidet im traditionellen Zen-Gewand, am Eingang zum Nottulner Zen-Zentrum.
Hermann J. Mürmann, gekleidet im traditionellen Zen-Gewand, am Eingang zum Nottulner Zen-Zentrum. Foto: Maxi Krähling

Als Psychotherapeut, Buchautor und seit rund 28 Jahren als spirituelle Leiter der Zen-Gemeinschaft Nottuln ist Hermann J. Mürmann vielen Menschen in der Gemeinde ein Begriff. Mürmann verfolgt die Auswirkungen der aktuellen Corona-Krise mit großem fachlichen Interesse. Und er hat festgestellt: „In dieser schwierigen Zeit mit einer großen Beeinträchtigung der Kontaktmöglichkeiten benötigen die Menschen aus psychologischer Sicht Ankerpunkte im Alltag, die ihnen Ruhe bringen und Abstand gewinnen lassen zu den Sorgen und Nöten.“

Abstand gewinnen, sich selbst verstehen zu lernen – für Hermann J. Mürmann ist die Zen-Meditation ein Weg, der helfen kann. Denn in der Zen-Meditation lernen die Teilnehmer, die Gedanken ziehen zu lassen. Das beschrieb Mürmann einmal so: „Es geht um das Ankommen im Augenblick – und das geht eigentlich entgegen der Gesellschaftsströmung. Denn heute wird das ganze Leben auf später verlagert, wovon man im schlechtesten Fall nichts mehr hat. Deshalb muss man lernen, das Leben jetzt in seiner Tiefe zu leben.“

In der aktuellen Situation hat Mürmann bei Youtube mehrere Videos eingestellt, in denen er Zen-Meditationen zu verschiedenen Aspekten der Corona-Krise vorstellt. „Ich habe viele positive Rückmeldungen bekommen“, freut sich Mürmann. Folgende Videos (mit seinen Erläuterungen) hat der Nottulner veröffentlicht:

 

Zen-Meditation

in der Corona-Krise

Es ist nicht leicht, in Zeiten der Corona-Isolation durch den Alltag zu kommen. Viele unserer lieb gewonnenen Aktivitäten können wir zum Schutz unserer Mitmenschen nicht mehr ausführen. Zen-Meditation ist in dieser Zeit eine gute Möglichkeit, sich aus der fortlaufenden Berichterstattung und damit einhergehenden Sorgen und Ängsten auszuklinken.

Link: https://youtu.be/eTcyddbJHj4

 

Zen-Meditation –

Wert des Menschen

Es ist wunderbar zu sehen, wie die Weltgemeinschaft alles aufbietet, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Und weil die Menschheit eine derartig große kraftvolle Energie entwickeln kann, frage ich uns alle, wieso gelingt dies nicht ebenso bei der weltweiten Hungersnot, der Klimakatastrophe und den Kriegen?

Link: https://youtu.be/XoS8AMVD8m0

 

Die Achtsamkeit des Zen – Hilfe in der Corona-Krise

Für viele Menschen ist diese Zeit eine wahre physische und psychische Herausforderung. Permanent werden wir mit neuen Informationen konfrontiert, die verängstigen und Sorgen auslösen. Gerade in einer Belastungssituation benötigen wir Zeiten, in denen wir zur Ruhe kommen und einen inneren Ausgleich finden. Achtsamkeit hilft, unseren Geist auf unsere vielen kleinen Alltagsaktivitäten zu lenken, um in ihnen Freude und Ruhe zu finden.

Link: https://youtu.be/RQUZsUi67EE

 

Zen und die Kunst, die Corona-Einschränkungen anzunehmen

Wir Menschen sind nicht so, dass wir einfach das annehmen, was uns geschieht. Vielmehr hadern wir, wollen es ganz anders oder wünschen uns, dass es nicht geschehen wäre. Wohin führt dies und was können wir anders machen?

Link: https://youtu.be/_7Oarsm0_Ws

 

Zen und der Umgang mit Leben und Tod in der Krise

Die Infizierung mit Covid-19 gehört in diesen Wochen zum Alltag für viele Menschen, bis hin zum Tod. Damit rückt ein Thema in die täglichen Nachrichten, mit dem wir in unserer auf Lifestyle und Wachstum ausgerichteten Gesellschaft eigentlich nicht viel zu tun haben wollen. Ein Blick aus der Zen-Tradition hilft, den Tod, die Krankheit und unser Leben in ein anderes Licht zu rücken.

Link: https://youtu.be/y9xnM630z90

 

Zen und die Frage: „Wie erlebe ich mich in der weltweiten Corona-Krise?“

Jeder von uns erlebt die Corona-Krise als eine Herausforderung, die ihn in einer bis dahin unbekannten Weise fordert. Wie gehen wir mit all diesen existenziellen Einschränkungen persönlich um? Wohin führt mich die alltägliche Begegnung mit mir selbst?

Link: https://youtu.be/MA-MJ4F9ugk

 

Zen und das Verständnis von Liebe

Es scheint so einfach zu sein, über die Liebe zu sprechen, und doch geht die Zen-Tradition über den alltäglichen Begriff von Liebe weit hinaus.

Link: https://youtu.be/ 8JZ89iR314c

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7366052?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F164%2F
Nachrichten-Ticker