Liebfrauenschule sammelt 16 000 Euro für „Cristo Rei“
Mädchenheim fördert Bildung

Nottuln -

Die Liebfrauenschule überweist einmal jährlich einen größeren Betrag nach Jécua in Mosambik. Ziel ist, damit das Projekt „Cristo Rei“ zu sichern. In diesem Jahr kommt ein Überweisungsbetrag von 16 000 Euro zusammen, teilt die Schule mit.

Sonntag, 03.05.2020, 19:26 Uhr aktualisiert: 03.05.2020, 19:30 Uhr
Die Nottulner Liebfrauenschule unterstützt schon seit vielen Jahren das Mädchenheim „Cristo Rei“ in Jecua (Mosambik). Geleitet wird die Einrichtung von den Schwestern Unserer Lieben Frau.
Die Nottulner Liebfrauenschule unterstützt schon seit vielen Jahren das Mädchenheim „Cristo Rei“ in Jecua (Mosambik). Geleitet wird die Einrichtung von den Schwestern Unserer Lieben Frau. Foto: Liebfrauenschule Nottuln

Die Liebfrauenschule überweist einmal jährlich einen größeren Betrag nach Jécua in Mosambik. Ziel ist, damit das Projekt „Cristo Rei“ zu sichern. In diesem Jahr kommt ein Überweisungsbetrag von 16 000 Euro zusammen, teilt die Schule mit.

Dieser Spendenbetrag setzt sich zusammen aus über 10 000 Euro aus dem Afrikatag, an dem die Schüler des fünften bis siebten Jahrgangs gelaufen sind und die Achter und Neuner gearbeitet haben. Herausragend beim Erlaufen von Spendengeldern war, wie auch schon in den letzten Jahren, die Klasse 8b unter der Klassenleitung von Esther Cantama. Die weiteren 6000 Euro setzen sich aus dem Erlös des Adventskalenders und Einzelspenden zusammen.

Schulleiter Heinrich Willenborg, die Organisatoren des Afrikatages Michael Nieborg und Christiane Schabos, und Christiane Gutbier, federführend für den Adventskalender verantwortlich, sagen Dank für den großartigen Einsatz der Schülerschaft und die Spendenbereitschaft der Eltern, Freunde, Firmen und Sponsoren.

Die Liebfrauenschule Nottuln steht im ständigen Kontakt mit den Schwestern Unserer Lieben Frau in Mosambik, da die Lehrerin Susana Martins als Portugiesin die Sprachbarrieren durch ihre Übersetzungen beseitigt.

Das Mädchenheim „Cristo Rei“, das von den Schwestern Unserer Lieben Frau geleitet wird, ist eine Einrichtung, die eine humanitäre, kompetenzorientierte, bürgerrechtliche und religiöse Bildung von Mädchen fördert, schreibt die Liebfrauenschule. Zurzeit leben 84 Mädchen in dem Internat. Sie sind zwischen zwölf bis 21 Jahre alt und kommen aus schulfernen Gemeinden.

Die meisten von ihnen sind Waisen oder leben mit ihren Großeltern oder Tanten/Onkeln. Diese Familienmitglieder leben in absoluter Armut. „Wenn wir den Mädchen helfen, helfen wir auch deren Familien. Hiervon profitiert auch das Land Mosambik, weil es auf eine Gruppe von jungen Frauen zählen kann, die wesentliche Grundkompetenzen für den Arbeitsmarkt erworben haben“, erklärt Christiane Schabos.

Im Heim „Cristo Rei“ besuchen die Schülerinnen die achte bis zwölfte Klasse. Hier können sie wohnen, lernen und gefördert werden. Ein Unterscheidungsmerkmal zum normalen Schulbesuch ist das ganzheitliche Bildungsziel. Mit Kursen, die in der Schule nicht angeboten werden, wie Informatik, Stickerei, Hauswirtschaft oder Agrarwirtschaft, erwerben die Mädchen wichtige Kompetenzen für eine spätere Berufsperspektive.

Im Detail bedeutet das die Ermöglichung von gewünschten akademischen Studiengängen, trotz geografischer und finanzieller Barrieren der Mädchen, Vermittlung von lebenspraktischen Kompetenzen wie Handarbeit, Förderung der Autonomie der Mädchen und Vermittlung von zukunftsorientierten Kompetenzen, zum Beispiel durch den Informatikunterricht.

Die Bedarfe sind in diesem Jahr die Optimierung der Küche, das heißt die Anschaffung von Geschirrschränken anstatt der Kunststoffkisten zur Aufbewahrung der Utensilien und Fliesen, um die Arbeitsfläche hygienischer zu gestalten. Des Weiteren ist ein Gewächshaus angedacht, sodass auch im Winter Gemüse angebaut werden kann, so die Liebfrauenschule mit. Zudem sind Überwachungskameras wichtig; die Sicherheit des Missionsgeländes ist in den letzten Jahren prekär. Außerdem wird Material für die Werkstätten benötigt.

Der größte Bedarf liegt – wie auch schon in den vergangenen Jahren – bei der Sicherung des Lebensunterhaltes vieler Schülerinnen, da das Heim vorzugsweise Mädchen aufnimmt, deren Familien keine finanzielle Mittel haben.

Eine weitere große Baustelle ist die Renovierung der Sanitätsräume für Naturmedizin. So schreibt Schwester Liana Freitas, dass seit Beginn der Mission im Jahr 2000 die lokale Bevölkerung der Naturheilkunde gegenüber sehr offen ist, weil der Zugang zu Pharmaprodukten schwierig ist und weil die Heiler ebenfalls Heilpflanzen einsetzen. Auch die Regierung erkennt die Heilpflanzen als wichtige lebensrettende Heilmittel an.

Die Menschen suchen in den Heilpflanzen Linderung bei Malaria, HIV/AIDS, Grippe, Akne, Kopfschmerzen, Übelkeit, Diarrhöe, Anämie oder Bauchschmerzen.

Neun Prozent der AIDS-Erkrankten leben – so die Regierungszahlen – in Manica und es sind hauptsächlich Frauen. Mit Heilpflanzen kann man Präparate zusammenstellen, die das Immunsystem stärken, damit die Patienten nicht durch HIV an Sekundärkrankheiten erkranken und versterben.

Und betrachtet man dann noch die Tatsache, dass das Coronavirus mittlerweile nahezu alle afrikanischen Länder erreicht hat, so ist nur verständlich, dass die Menschen in Armutsgebieten besonders anfällig sind, heißt es in der Pressemitteilung der Liebfrauenschule.

„Hier fehlt es an sauberem Wasser, Hygieneartikeln und Lebensraum. Dazu sind in vielen Ländern die Gesundheitssysteme kaum auf eine größere Epidemie vorbereitet. Das Coronavirus könnte in Afrika zu einer humanitären Katastrophe führen.“

Umso dankbarer ist Schwester Liana Freitas in dieser Situation. Sie betont in ihrem Schreiben, dass sie weiß, „dass hinter dem Geldbetrag Opfer, Verzicht und Mühe stecken, gerade in der aktuellen Situation“.

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