Seniorenheim Haus Margarete
Gute Idee macht Besuche wieder möglich

Nottuln -

Seniorenheime sind für Besucher geschlossen. Das belastet diese und die Bewohner. Das Haus Margarete hat jetzt einen Weg gefunden, begrenzten Kontakt wieder zu ermöglichen.

Dienstag, 05.05.2020, 22:46 Uhr aktualisiert: 05.05.2020, 23:10 Uhr
Melanie Neinert hatte die Idee für das neue „Besucherzentrum“ im Haus Margarete. Über die Möglichkeit für die Bewohner und ihre Angehörigen, sich endlich wiederzusehen, freut sich auch Andreas Grothues, Leiter des Sozialdienstes in dem Nottulner Seniorenheim.
Melanie Neinert hatte die Idee für das neue „Besucherzentrum“ im Haus Margarete. Über die Möglichkeit für die Bewohner und ihre Angehörigen, sich endlich wiederzusehen, freut sich auch Andreas Grothues, Leiter des Sozialdienstes in dem Nottulner Seniorenheim. Foto: Frank Vogel

Für die Bewohnerinnen und Bewohner von Seniorenheimen und ihre Angehörigen und Freunde „draußen“ sorgt die Corona-Zeit mit ihren Einschränkungen für eine ausgesprochene Belastung. Bis auf begrenzte und stark reglementierte Ausnahmen bei Palliativsituationen sind Besuche nicht erlaubt, nur über das Telefon kann Kontakt zu den Seniorinnen und Senioren gehalten werden. Die alten Menschen sind traurig, einsam und verstehen die Welt nicht mehr. Jetzt hat das Haus Margarete eine Lösung gefunden, die das sehnsüchtig erwartete Wiedersehen mit den Angehörigen möglich macht.

Mitarbeiterin Melanie Neinert schlug vor, auf der Terrasse eines der Wohnbereiche des Hauses einen Pavillon aufzustellen und diesen so einzurichten, dass Besuche gefahrlos durchgeführt werden können. Dazu ist ein Tisch mit einer Plexiglasscheibe versehen worden, sodass Besucher und Besuchte sich nicht zu nahe kommen und sich nicht infizieren können.

Als weitere Schutzmaßnahme gilt auf dem gesamten Gelände Maskenpflicht auch für die Besucher. Maximal dürfen nur zwei Personen zu Besuch kommen und nicht länger als eine halbe Stunde bleiben, erklärt Sozialdienstleiter Andreas Grothues. Die Termine müssen zudem vorher mit dem entsprechenden Wohnbereich abgesprochen sein. Eine Betreuungskraft begleitet den Bewohner zum vereinbarten Termin auf die Terrasse und hat dann auch ein Auge darauf, dass Maskenpflicht und hygienische Regeln eingehalten werden. Die Besucher gelangen, weil sie das Haus weiterhin nicht betreten dürfen, über die Brücke hinter dem Edeka-Markt auf die Terrasse. Damit möglichst viel Bewohner in den Genuss eines Besuches kommen, bittet das Seniorenheim darum, von mehr als zwei Besuchen pro Woche abzusehen.

Am 1. Mai konnten, nachdem das Ordnungsamt der Gemeinde sein Okay gegeben hatte, die ersten Besuche durchgeführt werden. Ein voller Erfolg, wie Melanie Neinert erleben durfte. „Es flossen Freudentränen – von allen Beteiligten.“

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