Barrierefreier Ortskern/Neubau Nonnenbachbrücke
Vor- und Nachteile abwägen

Nottuln -

Die marode Nonnenbachbrücke in Nottulns guter Stube muss ersetzt werden. Im Ausschuss für Gemeindeentwicklung wurden am Dienstag sieben Varianten diskutiert.

Donnerstag, 07.05.2020, 06:41 Uhr aktualisiert: 08.05.2020, 13:26 Uhr
Variante 1B: Eine von mehreren Vorentwürfen für den Brückenneubau über den Nonnenbach und die Neugestaltung in diesem Bereich.
Variante 1B: Eine von mehreren Vorentwürfen für den Brückenneubau über den Nonnenbach und die Neugestaltung in diesem Bereich. Foto: Wolters Partner Stadtplanung GmbH

Der barrierefreie Umbau des Nottulner Ortskerns wird fortgesetzt. Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung beauftragte am Dienstagabend die Gemeindeverwaltung, die Planungen für den dritten Bauabschnitt (Bereich Stiftsstraße zwischen Beginn Kastanienplatz und Potthof) und für den vierten Bauabschnitt (Stiftsplatz und Teilbereiche von Kurze Straße, Kirchplatz und Kirchstraße) fortzuführen.

Die Planungen für den vierten Abschnitt werden dabei abgestimmt mit den Planungen für den Neubau der maroden Nonnenbachbrücke, die sich im Kreuzungsbereich Stiftsplatz/Tiefe Straße/Kirchstraße befindet. Diese Beschlüsse wurden für den vierten Bauabschnitt einstimmig und für den dritten Bauabschnitt mehrheitlich bei einigen Gegenstimmen gefasst.

Rund 80 Minuten diskutierte der Ausschuss kontrovers über dieses Thema. Im Mittelpunkt standen dabei zunächst die von Sonja Pack-Hast (Büro Wolters Partner Stadtplanung Coesfeld) vorgestellten Vorentwürfe für die Verkehrsführung im Bereich der neuen Nonnenbachbrücke. Dabei ist zu beachten: Die bekanntermaßen marode alte Brücke, die dringend durch einen Neubau ersetzt werden muss und derzeit eine Länge von 33 Metern hat, kann in dieser Größe nicht wieder errichtet werden. Damit der Nonnenbach besser im Ortskern zur Geltung kommt, muss die neue Brücke „erheblich kürzer“ sein, hat die Genehmigungsbehörde beim Kreis Coesfeld vorab die Gemeinde wissen lassen. Vom Kreis Coesfeld benötigt die Gemeinde die wasserrechtliche Erlaubnis für den Brückenneubau.

Das Planungsbüro stellte in der Sitzung fünf Varianten vor mit Brückenlängen zwischen 10,95 und 17,65 Metern sowie eine sechste Variante mit einer zweigeteilten Brücke (Längen von 4,0 und 12,85 Meter).

Ziel der Planungen war ferner, die Aufenthaltsqualität in diesem Bereich zu verbessern. Deshalb wurden in einigen Varianten die Verkehrsströme neu geordnet, auch eine Verlegung des dortigen Brunnens sowie die Abbindung der Kurzen Straße (Sackgasse) überlegt.

Vorentwurf 2A: In dieser Variante ist die Kurze Straße als Sackgasse geplant.

Vorentwurf 2A: In dieser Variante ist die Kurze Straße als Sackgasse geplant. Foto: Wolters Partner Stadtplanung GmbH

Jede Variante hat Vor- und Nachteile, wie das Planungsbüro selbst sagte. Favorisiert werden vom Büro und auch von der Verwaltung die sogenannten Varianten 1B und 2A.

Bei der Variante 1B bleiben alle Verkehrsbeziehungen erhalten, der Brunnen verbleibt an seinem Platz, die neue Nonnenbachbrücke hat eine Länge von 13,20 Metern und vor dem Gebäude Kirchplatz 5 wäre die Gestaltung eines Aufenthaltsbereiches möglich.

Die Variante 2A ist radikaler, da in diesem Fall die Kurze Straße zur Sackgasse werden soll (Zufahrt nur von der Heriburgstraße). Die Aufenthaltsqualität südlich des Nonnenbaches könnte durch die Gestaltung eines autofreien Platzes deutlich erhöht werden. Der Brunnen verbliebe an seinem Standort, die Fahrbahn Kirchplatz würde verschwenkt und die Nonnenbachbrücke könnte auf 10,95 Meter reduziert werden.

Ein weitere Variante brachte in der Sitzung Herbert van Stein (UBG) ins Spiel. Er schlug vor, die Brücke als reine Fußgängerbrücke zu nutzen, was natürlich Auswirkungen auf den Autoverkehr hat.

Die Entscheidung, welche Variante(n) weiter verfolgt werden, soll in der nächsten Ausschusssitzung am 8. Juni (Montag) getroffen werden. Bis dahin haben die Fraktionen Zeit, ausgiebig über das Thema nachzudenken. Bis dahin will auch die Verwaltung sich auf einen konkreten Vorschlag festlegen. Sie wünscht eine Entscheidung im Juni, damit die Größe der Brücke feststeht und die dafür erforderliche Ingenieursplanung starten kann.

Schon am Dienstagabend wurde deutlich, dass die Neugestaltung dieses Bereiches bei den Anliegern zu Diskussionen führen wird. So meldete sich einer von mehreren Bürgern, die wegen dieses Themas in die Sitzung gekommen waren, zu Wort und kritisierte den Sackgassenvorschlag für die Kurze Straße. Dadurch verhindere man an Markttagen die Erreichbarkeit des Kirchplatzes und schwäche außerdem den örtlichen Handel.

Von vielen Ausschussmitgliedern wurde daher gefordert, dass die Verwaltung bereits jetzt mit den Anliegern über die Entwürfe spricht und die Meinungen der Anlieger einholt.

Eine Bürgerbeteiligung sei wichtig, betonte Fachbereichsleiter Jonas Sonntag von der Gemeindeverwaltung, aber auch der Zeitpunkt sei wichtig. „Wir brauchen eine Stoßrichtung, um mit den Bürgern über das Wie der Planung zu sprechen“, warb er dafür, erst dann in die Bürgerbeteiligung zu gehen, wenn die Politik eine Variante favorisiert hat.

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