Corona-Ausbruch bei Westfleisch
Begehungen von Wohnungen der Saisonkräfte starten

Nottuln -

Die Gemeinde Nottuln will am Mittwoch mit den Begehungen der Wohnungen starten, in denen Westfleisch-Saisonkräfte untergebracht sind. Dabei soll auch geprüft werden, ob die Bewohner ausreichend mit allen notwendigen Lebensmitteln und Hygienematerialien versorgt sind und auch weiter versorgt werden.

Dienstag, 12.05.2020, 20:06 Uhr aktualisiert: 12.05.2020, 21:45 Uhr
Proben für Corona-Tests werden in einem Labor für die weitere Untersuchung vorbereitet.
Proben für Corona-Tests werden in einem Labor für die weitere Untersuchung vorbereitet. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Die Gemeinde Nottuln wird am Mittwoch damit beginnen, sehr genau die Wohnungen zu inspizieren, in denen Westfleisch-Saisonarbeiter untergebracht sind. Das Land Nordrhein-Westfalen hat am Dienstag in einem Erlass die Gesundheitsbehörden und Kommunen informiert, dass diese Begehungen zwingend durchzuführen sind, erläuterte Bürgermeisterin Manuela Mahnke im WN-Gespräch.

Im Regierungserlass wird konkret die Lage im Kreis Coesfeld angesprochen: „Die aktuelle Situation im Kreis Coesfeld zeigt, dass sich bei den in einem Schlachtbetrieb Tätigen innerhalb von wenigen Tagen ein Ausbruch mit einer Vielzahl an Neuinfektionen entwickeln kann, der eine erhebliche Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung im jeweiligen Kreisgebiet bzw. in der Kommune darstellt. Nach bisherigen Erkenntnissen ist dies vor allem auf die Unterbringungssituation zurückzuführen, durch die eine verstärkte Übertragung zwischen einer Vielzahl von Personen anzunehmen ist.“

Gemeinde will Sicherheitsdienste beauftragen

Die Gemeinde Nottuln geht derzeit weiter von 196 Westfleisch-Saisonarbeitern aus, die an zehn Standorten in der Gemeinde untergebracht sind. Zu den zwei schon als problematisch eingestuften Standorten in Darup (25 Personen) und Nottuln (40 Personen) sei ein dritter Standort in Schapdetten (ca. 20 Personen) hinzugekommen. An allen drei Standorten gibt es mit dem Coronavirus infizierte Personen, die unter Quarantäne stehen.

Um die Einhaltung der Quarantäne überwachen zu können, wollte die Gemeinde eigentlich Sicherheitsdienste beauftragen. Leider seien Sicherheitsdienste im Moment dafür nicht zu bekommen, erläuterte die Bürgermeisterin. Die Gemeinde organisiert daher auf freiwilliger Basis der Verwaltungsmitarbeiter selbst eine Quarantäne-Beobachtung an allen drei Standorten für den Zeitraum von 7 bis 22 Uhr. In Zweier-Teams werden sich die Verwaltungsmitarbeiter vor den Standorten aufhalten und während der jeweils fünfstündigen Schicht darauf achten, dass die unter Quarantäne stehenden Bewohner die Unterkunft nicht verlassen.

Hilfe von Dolmetschern

Ob die Saisonkräfte mit allen notwendigen Lebensmitteln und Hygienematerialien ausgestattet sind, wird die Verwaltung bei ihren Kon­trollen prüfen. Wie Bürgermeisterin Mahnke erläuterte, habe man zu zwei Subunternehmen mittlerweile Kontakt aufnehmen können. Beide Unternehmen hätten versichert, dass sie sich ausreichend um die Beschäftigten kümmerten. Mit Hilfe von Dolmetschern will die Gemeinde die Bewohner detailliert befragen.

Die Firmen hätten auch zugesagt, der Gemeinde aktuelle Namenslisten der Beschäftigten zu geben. Diese Listen sollen mit den Daten des Einwohnermeldeamtes abgeglichen werden.

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