Eichenprozessionsspinner
Jetzt kommen doch Biozide zum Einsatz

Nottuln -

Der Eichenprozessionsspinner steht in den Startlöchern. Im Gebiet der Gemeinde Nottuln soll die Raupe des Nachtfalters an zwei Tagen mit Bioziden bekämpft werden.

Donnerstag, 14.05.2020, 19:00 Uhr
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners machen sich bald wieder auf den Weg. An zwei Tagen sollen sie nun auch in Nottuln mit Bioziden bekämpft werden.
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners machen sich bald wieder auf den Weg. An zwei Tagen sollen sie nun auch in Nottuln mit Bioziden bekämpft werden. Foto: Klaus Meyer

Mit knapper Mehrheit (zehn Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen, drei Enthaltungen) hat der Haupt- und Finanzausschuss den Einsatz von Bioziden zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im Gemeindegebiet zugestimmt. Damit weicht die Gemeinde von der bisherigen Linie ab, sich auf das Absaugen der Gespinste zu beschränken.

Hartmut Rulle ( CDU ) hatte noch einmal darauf hingewiesen, dass man die Gesundheit der Bürger gegen die Bedenken zum Einsatz eines Biozides abwägen müsse. Im vergangenen Jahr sei es „durch das im Vergleich zum Vorjahr stark reduzierte Absaugen des Eichenprozessionsspinners zu einer erheblichen Beeinträchtigung“ der Gesundheit der Bevölkerung gekommen. Man müsse den Einsatz des Biozids auf besondere Gefahrenpunkte begrenzen, „dann können wir diesen Weg mitgehen“.

Auch Dr. Susanne Diekmann (Grüne) war nicht gegen den Einsatz im Einzelfall, „das muss dann aber begründet und differenziert geschehen“. Außerdem müsse man wissen, dass etwa bei Regen ein Ausbringen sinnlos sei, weil das Biozid abgewaschen wird, außerdem dass grundsätzlich nur 70 bis 80 Prozent der Raupen getötet werden. Und dass man rechtlich nicht prophylaktisch tätig werden dürfe.

Das werde man nicht verhindern können, erklärte Bürgermeisterin Manuela Mahnke. Die Fachfirma werde der Gemeinde zwei Tage vorgeben, an denen sie Zeit hat, und dann wird man diese zu den entsprechenden Brennpunkten schicken. Das sei dann wohl prophylaktisch. Dann sei sie dagegen, erklärte Diekmann.

Geteilter Meinung sei die SPD berichtete Claudia Jürgens aus ihrer Fraktion. Das gezielte Ausbringen – zum Beispiel im Außenbereich, der im vergangenen Jahr zu kurz gekommen sei – wäre gut, wenn man denn das Biozid zum Einsatz bringen wolle.

Ob man die Aktion kurzfristig absagen könne, wenn die Umstände den Einsatz unsinnig erscheinen lassen, wollte Helmut Walter (FDP) wissen. „Da werden wir genau hinschauen“, versprach Bürgermeisterin Manuela Mahnke. „Wenn es beispielsweise regnet, wird es keinen Einsatz geben. Dafür geben wir mit Sicherheit kein Geld aus.“

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