Verkehrsgutachten
Die Effekte der Ortsumgehung

Nottuln -

Das neue Verkehrsgutachten liegt vor und soll am Montag (8. Juni) im Gemeindeentwicklungsausschuss präsentiert werden. Anschließend haben die Politiker und Bürger Gelegenheit, Fragen dazu zu stellen.

Donnerstag, 04.06.2020, 19:17 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 19:20 Uhr
Am 11. April 2013 erfolgte der offizielle erste Spatenstich zur Umgehungsstraße Nottuln, die dann am 11. Mai 2018 für den Verkehr freigegeben wurde.
Am 11. April 2013 erfolgte der offizielle erste Spatenstich zur Umgehungsstraße Nottuln, die dann am 11. Mai 2018 für den Verkehr freigegeben wurde. Foto: WN-Archiv/Johannes Oetz

Im Gemeindeentwicklungsausschuss werden am Montag (8. Juni) die Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung vom November vergangenen Jahres vorgestellt. Die öffentliche Sitzung beginnt bereits um 17.30 Uhr im Bürgerzentrum Schulze Frenking in Appelhülsen. Die Präsentation ist aus unterschiedlichen Gründen – zuletzt wegen der Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie – mehrfach verschoben worden und soll nun durchgeführt werden. Im Anschluss an den Vortrag ist eine Diskussion vorgesehen.

Die Gemeindeverwaltung schlägt vor, dass sie auf der Basis der Erhebungsergebnisse konkrete Maßnahmen für die Verkehrsbereiche erarbeitet, „die einer wesentlich stärkeren Verkehrsbelastung ausgesetzt sind, als dies im Referenzjahr 2009 der Fall gewesen ist, oder aber dann, wenn die betreffenden Bereiche allgemein überbelastet sind.“ Besonders berücksichtigt werden soll – dies ja auch immer wieder ein Thema der politischen Debatten – der Fuß- und Radverkehr. Die Verwaltung schlägt vor, dass sie die einzelnen Maßnahmen priorisiert, mit einer Kostenschätzung versieht und dem Gemeindeentwicklungsausschuss zum Beschluss vorlegt.

Die Verkehrserhebung ist nach Inbetriebnahme der Umgehungsstraße, der Sanierung der Ortsdurchfahrt und einer Zeit der Eingewöhnung in diese neue Situation erstellt worden. An 17 Knotenpunkten wurde der Verkehr mittels Videotechnik für jeweils 24 Stunden gezählt. Die konkreten Zahlen der Verkehrsbelastung auf den beobachteten Straßen können Grundlage für mögliche Änderungen der Verkehrslenkung werden.

Verglichen wurden die Ergebnisse mit den Prognosen aus dem Verkehrsgutachten von 2011, in dem eine Vorausschau auf das Jahr 2025 entwickelt worden war. Die Entwicklung des Verkehrsaufkommens auf der Ortsumgehung sei hinter den Erwartungen aus dem Verkehrsgutachten zurückgeblieben. Hier war eine im Vergleich zum jetzt gemessenen Verkehrsaufkommen um 19 bis 28 Prozent höhere Belastung der Umgehung prognostiziert worden. Die Werte zur Ortsdurchfahrt lagen in der Prognose ungefähr dort, wo sie heute wirklich sind, allein an der Daruper Straße ist die Belastung mit 6100 Fahrzeugen heute deutlich höher als im Verkehrsgutachten prognostiziert (4100).

Einen größeren Einfluss auf die westlichen Siedlungsbereiche habe die Inbetriebnahme der Ortsumgehung wohl nicht gehabt, schreibt das Büro SHP Ingenieure. Im gesamten westlichen Bereich sei eine höhere Belastung prognostiziert worden, als sie heute gemessen wurde (bis zu 28 Prozent Abweichung). Ähnliches gilt für die Schapdettener Straße, während die Belastungen im Bereich Hagenstraße und Uphovener Weg im Vergleich zum Planfall um 8 bis 17 Prozent höher liegen.

Verglichen wurden die Ergebnisse auch mit denen von 2009. Wie zu erwarten, habe die Ortsumgehung seitdem mit durchschnittlich bis zu 9000 Fahrzeugen für eine deutliche Entlastung der Ortsdurchfahrt geführt. Zwischen 36 und 56 Prozent sank sie dem Gutachten zufolge. Ähnliches gelte auch für die Schapdettener Straße, die Havixbecker Straße und die Hagenstraße.

Nicht auf die Ortsumgehung, sondern auf die allgemeine Gebietsentwicklung zurückzuführen seien die gewachsenen Verkehre in den Bereichen Oberstockumer Weg, Niederstockumer Weg sowie Dülmener Straße. Hier wurden Steigerungen von bis zu 50 Prozent gemessen.

„Insgesamt ist zu vermuten, dass das Entlastungspotenzial der Ortsumgehung noch nicht ausgeschöpft ist“, schreibt SHP Ingenieure. „Hier dürfte insbesondere eine gezielte Umgestaltung der alten Ortsdurchfahrt hilfreich sein.“

Weitere Themen im Ausschuss sind: Bebauungsplan „Südliche Bahnhofstraße - Appelhülsen“; Aufstellung des Bebauungsplanes „Einkaufsbereich Rhodeplatz und ZOB Nottuln“; SPD-Antrag „Bericht über den Stand von unbebauten Grundstücken in Baugebieten“; Trafostation in der Königstraße in Appelhülsen; CDU-Antrag „Mobilitätsmanager“; Sachstandsbericht Hochwasser Appelhülsen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7436643?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F164%2F
Nachrichten-Ticker