RNG verabschiedet Holger Siegler
Schiedsrichter und Schulleiter

Nottuln -

Schulleiter Holger Siegler ist nach neun Jahren am Nottulner Gymnasium verabschiedet worden. Lob und Dank gab es von allen Seiten.

Donnerstag, 18.06.2020, 20:32 Uhr
Die Lehrer hatten ihrem Chef das wohl tollste Geschenk des Tages gemacht: Einige kreative Kräfte hatten ein riesiges Schiff, die „MS Holger“ gebastelt, die dem Schulleiter sicher noch lange Freude bereiten wird.
Die Lehrer hatten ihrem Chef das wohl tollste Geschenk des Tages gemacht: Einige kreative Kräfte hatten ein riesiges Schiff, die „MS Holger“ gebastelt, die dem Schulleiter sicher noch lange Freude bereiten wird. Foto: Frank Vogel

Auch wenn er ein besonnener Naturwissenschaftler ist, und trotz aller Ernsthaftigkeit, die das Amt des Schulleiters von ihm verlangte: Holger Siegler hat seine rheinische Frohnatur nie verleugnen können. „Always look on the bright side of life“ war denn auch das Motto der Abschiedsfeier im Rupert-Neudeck-Gymnasium. Bei der trug Siegler nicht nur eine seiner witzigen Krawatten, sondern auch eine ganz besondere Mund-Nase-Bedeckung.

Humorvoll führte stellvertretende Schulleiterin Jutta Glanemann durch das Programm und lobte Holger Siegler dafür, dass er die Kollegen habe machen lassen, dass er der „Fels in der Brandung“ gewesen sei, die Weichen für das neue Schulprofil und den Namen gestellt habe und weitergemacht habe, als er genauso gut „die Brocken hätte hinwerfen können“. „Ich werde Sie als Schulleiter und Ansprechpartner vermissen.“

Schulleiter Holger Siegler verabschiedet

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  • Bernd Nestler unterhielt mit gekonntem Gitarrenspiel.

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  • Stellvertretende Schulleiterin Jutta Glanemann führte humorvoll durch das Programm.

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  • Dezernentin Ursula Klee hatte die Personalakte Holger Sieglers durchgeschaut - und war beeindruckt.

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  • Was sein muss, muss sein: Holger Siegler quittiert den Empfang seiner Entlassungsurkunde, die Dezernentin Ursula Klee mitgebracht hatte.

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  • "Mir reicht's! Ich geh jetzt rudern" - Dezernentin Ursula Klee hatte ein Präsent für Holger Siegler dabei.

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  • Katrin Hesemann, Alexander Mrowka, Cordula Eing und Annika Passfeld sorgten mit für die musikalisch Untermalung der Feier.

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  • "Always look on the bright side of life" - Holger Siegler, seine Frau Monika und Sohn Hendrik sangen begeistert mit.

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  • Das Mottostück "Always look on the bright side of life" tauchte immer wieder auf.

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  • Beigeordnete Doris Block dankte Holger Siegler im Namen der Gemeinde für die gute Zusammenarbeit.

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  • Silvia Hommel als Schulpflegschaftsvorsitzende hatte ihre Rede gereimt.

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  • Spontaner Gastredner: Helmut Nottelmann, der das Gymnasium kommissarisch geleitet hatte, bis Holger Siegler kam.

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  • Dankten im Namen der Schülerschaft: Klara Mannwald (l.) und Mara Schulte Eistrup.

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  • Zwei Zitate aus dem Buch "Per Anhalter durch die Galaxis" prangten auf der Maske, die Schulleiter Holger Siegler bei seiner Rede (zwischenzeitlich) trug: "42" und "Don't panic".

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  • Die Schulleiterinnen und Schulleiter der Nottulner Schulen verabschiedeten sich mit einer Rose von ihrem Kollegen.

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  • Holger Siegler mit seiner Frau Monika und Sohn Hendrik auf dem Schulhof.

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  • Im Kreise der ehemaligen Schulleiter Peter Steil und Helmut Nottelmann (v.r.), seiner Stellvertreterin Jutta Glanemann (4.v.l.), Dezernentin Ursula Klee (l.) und weiterer Schulleiter: Holger Siegler mit seiner Frau Monika und Sohn Hendrik.

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Eine beeindruckend dicke Personalakte habe er, staunte Ursula Klee, Dezernentin bei der Bezirksregierung in Münster. Entdeckt hatte sie dabei auch, dass Holger Siegler für sein Engagement für den Rudersport 2018 die Sportplakette des Landes Nordrhein-Westfalen bekommen hat, „die höchste Auszeichnung, die das Land auf diesem Gebiet vergibt“. Und das neben der Tätigkeit als Schulleiter. Dass das Gymnasium in Sieglers Amtszeit seinen besonderen Namen bekommen habe, das sei ebenso bemerkenswert.

Beigeordnete Doris Block vertiefte diesen letzten Aspekt: „Nach 25 Jahren und mehreren gescheiterten Versuchen ist es Ihnen gelungen, der Schule einen Namen zu geben.“ Das sei vor allem deshalb möglich gewesen, weil Holger Siegler die breite Beteiligung der gesamten Schulgemeinde initiiert habe. In der Zusammenarbeit mit der Gemeinde als Schulträger habe er zwar immer „das Beste für das Gymnasium rausholen wollen. Aber Sie haben auch Verständnis dafür gezeigt, wenn es nicht so schnell ging, wie gewünscht.“

Karnevalistisch angehaucht war die Rede der Schulpflegschaftsvorsitzenden Silvia Hommel, die dem Rheinländer Siegler mit gekonnten Reimen aus der Bütt zurief, dass man ihm angemerkt habe, dass er kein Westfale ist: „Ihnen fehlt die Humorlosigkeit.“ Für den Ruhestand empfahl sie ihm: „Studieren verlernt man nie. Wie wäre es mit so etwas Unwissenschaftlichem wie der Philosophie.“

Ob die Tatsache, dass Holger Siegler vielleicht der beste Schiedsrichter Deutschlands ist, auch für sein Schulleiterleben prägend gewesen sei? Ja, das sei sie, beantwortete sich Katrin Hesemann als Lehrerratsvorsitzende diese Frage selber. Drei Dinge habe er als Schiedsrichter und Schulleiter umgesetzt: Gleichbehandlung und Gerechtigkeitssinn hätten dafür gesorgt, dass kein Klüngel entstanden ist, der zu Frust und Unmut führt. Seine Rationalität habe dem Schulleiter ermöglicht, auch in Krisen „ruhig und souverän“ zu bleiben, „das hat auch uns Sicherheit gegeben“. Und schließlich habe er das Kollegium „unser Spiel machen lassen“. Das habe letztlich dazu geführt, dass die Lehrer die Schule als „ihre Schule“ begriffen haben. Der Schulleiter Siegler habe sich nicht profilieren müssen. „Das ist heute sehr selten geworden.“

Spontan zu Wort meldete sich Helmut Nottelmann, der als kommissarischer Schulleiter Sieglers Vorgänger und für kurze Zeit sein Stellvertreter gewesen war. Er erklärte in Ruderersprache, dass es jetzt Zeit wird zu gehen: „Fertigmachen zum Aussteigen! Steig aus!“ Aus eigener Erfahrung wisse er: „Es gibt auch ein Leben an Land, und das ist gar nicht mal so schlecht.“

Ein tolles Lob gab es von der Schülerschaft, für die Klara Mannwald und Mara Schulte Eistrup sprachen: „Sie haben immer wieder gezeigt, dass Sie voll hinter uns stehen.“ Das sei unter anderem deutlich geworden in der Hilfsbereitschaft, die der Schulleiter für die „Fridays for Future“-Bewegung gezeigt habe, was nicht selbstverständlich gewesen sei. „Wir haben das mit Freude bei der Qualitätsanalyse zurückgegeben“, schmunzelte Klara Mannwald. Am meisten werde man sich aber an seine Krawatten erinnern, lachte Mara Schulte Eistrup und überreichte Siegler einen von der SV personalisierten Schlips.

Nach Grüßen der polnischen Partnerschule, die Jutta Glanemann verlas, dankte Holger Siegler allen Wegbegleitern, wie Lehrern, Mitarbeitern, Eltern, Schülern, Schulträger und Kirchengemeinden, für die „großartige Unterstützung“. Sein Dank galt auch den Kollegen aus seinem „alten“ Lüdinghauser Antonius-Gymnasium, der Schulaufsicht, seiner Stellvertreterin Jutta Glanemann und der erweiterten Schulleitung – „Ich weiß die Schule bei Ihnen in guten Händen.“ – und seiner Familie. Sieglers Frau Monika und Sohn Hendrik waren dabei, Tochter Heike konnte berufsbedingt nicht aus München anreisen.

Und die Mund-Nase-Bedeckung? Die trug zwei Zitate, die Siegler während der Lektüre des Bestsellers „Per Anhalter durch die Galaxis“ gefunden hatte. Dort errechnet der Computer Deep Thought, dass der Sinn des Lebens „42“ ist. Genauso viele Jahre habe seine Lehrtätigkeit gedauert. Das zweite Zitat „Don‘t panic!“ gab er denen mit, die an Bord bleiben: Immer die Ruhe bewahren! So komme das Gymnasium auch durch Krisen hindurch. Und das wünsche er sich.

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