Imkerverein Havixbeck und Umgebung
Imker wünschen viele Hecken

Nottuln -

Eine 30 Kilometer umfassende Weide für Bienen – das ist der Plan des Imkervereins Havixbeck und Umgebung. In den drei Baumberge-Gemeinde stellen die Imker ihre Ideen vor.

Freitag, 26.06.2020, 07:09 Uhr aktualisiert: 30.06.2020, 19:23 Uhr
Sahen sich gemeinsam mit Ruth Cramer, der Vorsitzenden des Imkervereins Havixbeck und Umgebung, das aktuelle Nahrungsangebot für Bienen an (v.l.): Dr. Natalie Kammel, Carmen Kock, Dr. Dietmar Thönnes, Martin Uphoff und Dr. Matthias Schliermann.
Sahen sich gemeinsam mit Ruth Cramer, der Vorsitzenden des Imkervereins Havixbeck und Umgebung, das aktuelle Nahrungsangebot für Bienen an (v.l.): Dr. Natalie Kammel, Carmen Kock, Dr. Dietmar Thönnes, Martin Uphoff und Dr. Matthias Schliermann. Foto: Die Grünen

Die Mitglieder der Grünen-Fraktion und Bürgermeisterkandidat Dr. Dietmar Thönnes haben sich jetzt mit Ruth Cramer , der 1. Vorsitzenden des Imkervereins Havixbeck und Umgebung, am Familienwald in Nottuln getroffen. Der Imkerverein möchte einen Bürgerantrag stellen, innerhalb der drei Baumberge-Gemeinden Nottuln, Havixbeck und Billerbeck 30 Kilometer Hecken zu pflanzen und dauerhafte Acker- und Wegränder zu schaffen.

Einige Tage zuvor war Ruth Cramer schon zu Gast in der Fraktionssitzung gewesen, bei der sich die Grünen über den Bürgerantrag informierten. Sie legte dar, warum die Anpflanzung von Hecken erforderlich ist und dass es dabei explizit nicht nur um die Honigbiene geht. „Unseren Bienen können wir bei knappen Nahrungsangebot helfen, für die Wildbienen und alle blütenbesuchenden Insekten sind die Auswirkungen viel verheerender.“

Die bekannte „Krefelder Studie zum Insektensterben“ habe wissenschaftlich bewiesen, wie dramatisch der Rückgang der heimischen Insekten um 75 Prozent in den letzten 30 Jahren ist, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen. Und die Kurve zeige weiter nach unten, „wenn sich nicht bald etwas in unserer Kulturlandschaft ändert.“

Dass der Antrag bei den Grünen auf breite Zustimmung stieß, ist keine Überraschung. Sie hatten bereits 2015 im Rat den Antrag zur Rückgewinnung der Ackerrandstreifen gestellt. Um die Thematik des Insektensterbens und der Möglichkeiten der Förderung der Insekten zu erörtern, luden sie Ruth Cramer zum Treffen am Familienwald ein. Zusammen mit Dietmar Thönnes erläuterten sie, wie es derzeit um das Nahrungsangebot bestellt ist.

„Um den Insekten zu helfen, bedarf es nicht nur eines verbesserten Nahrungsangebotes, es müssen auch dringend Nistangebote geschaffen werden“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Anpflanzung von mindestens fünf Meter breiten Hecken sei eine sinnvolle Lösung, weil sie sowohl Nahrungs- als auch Nistangebot schaffe und darüber hinaus Lebensraum für viele weitere heimische Tierarten bieten könne.

Ruth Cramer bat die Teilnehmer, sich umzusehen und sich in die Lage einer Hummel oder eines Schmetterlings zu versetzen. Die skeptische Blicke sagten: Hier können derzeit nicht viele Insekten satt werden. Die Hecken, die von den Jagdpächtern angelegt wurden, waren mit den blühenden Heckenrosen, gemeinsam mit den Brombeeren, der einzige Lichtblick aus Sicht einer hungrigen Hummel.

Dietmar Thönnes sah auch den Handlungsbedarf zur Verbesserung des Grünflächenmanagements. Ihm gefiel an dem Antrag die Idee der Kooperation unter den drei Gemeinden, um Synergieeffekte zu nutzen.

In dem Bürgerantrag wird auf die verschiedenen Fördermöglichkeiten hingewiesen. Wenn man es geschickt anstelle, würde das Projekt die Haushalte nicht belasten und ließe sich voll finanzieren, stellte Ruth Cramer heraus. Man müsse es nur richtig wollen – und darum sei es wichtig, alle Parteien für diese Sache zu gewinnen.

Viele Parteien aus allen drei Kommunen hätten bereits ihre Unterstützung zugesagt – dann kam die Corona-Krise, und die Fraktionssitzungen waren auf Eis gelegt. Dem Imkerverein sei es wichtig zu informieren, und so hoffe man auf weitere Einladungen in die Fraktionen, erklärte Ruth Cramer. „Ich möchte nicht, dass alle es nur schön fänden, wenn etwas passiert. Ich möchte, dass alle auch verstehen, warum es sich um eine zutiefst sinnvolle Maßnahme handelt, die dann von allen unterstützt wird und deren Durchsetzung mit Nachdruck verfolgt wird“, machte die Imkerin deutlich.

Der Antrag soll deshalb erst nach den Wahlen gestellt werden, damit er von denjenigen Ausschüssen und Ratsmitgliedern befürwortet wird, die sich im Anschluss mit der erfolgreichen Umsetzung befassen.

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