Aktionskreis João Pessoa: Corona-Situation in den Projekten in Brasilien und Tansania
Die Not der Infizierten ist groß

Nottuln -

Um einen etwas konkreteren Einblick in die Situation beim Projekt der Aquinas Secundary School in Mtwara/Tansania zu bekommen, hat der Aktionskreis bei Schwester Raphaela Händler, die diese Schule vor vielen Jahren initiiert hat, nachgefragt.

Sonntag, 05.07.2020, 13:48 Uhr aktualisiert: 06.07.2020, 14:12 Uhr
Die Grundnahrungsmittel-Pakete sind extrem wichtig, damit die Menschen in Brasilien nicht hungern müssen.
Die Grundnahrungsmittel-Pakete sind extrem wichtig, damit die Menschen in Brasilien nicht hungern müssen. Foto: Aktionskreis João Pessoa

Während in Deutschland durch die Beachtung der nach wie vor notwendigen Regeln zu einem Rückgang der Infektionszahlen und einem relativ normalen Leben trotz Corona-Pandemie führte, sieht die Situation in anderen Ländern noch ganz anders aus.

Insbesondere in Lateinamerika und Afrika ist die Lage noch immer sehr unübersichtlich. Gerade über Brasilien und Tansania, in denen der Aktionskreis João Pessoa seit vielen Jahren Hilfsprojekte unterstützt, berichten die Medien über schlimme Zustände in den Gesundheitszentren und Kliniken und die große Not der erkrankten Infizierten. Der Umgang der jeweiligen Regierungen mit der Krise erscheint geradezu katastrophal.

Um einen etwas konkreteren Einblick in die Situation beim Projekt der Aquinas Secundary School in Mtwara/Tansania zu bekommen, hat der Aktionskreis bei Schwester Raphaela Händler , die diese Schule vor vielen Jahren initiiert hat, nachgefragt.

Schwester Raphaela schreibt, dass die Situation in Mtwara im Süden Tansanias derzeit relativ ruhig sei. Die Schulen waren geschlossen, sind aber nun wieder geöffnet. Die Abiturklassen sind schon seit Anfang Juni wieder im Unterricht. Alle Klassen werden länger Unterricht haben, um die verlorene Zeit wieder aufzuholen.

Es kommen häufig Überwachungsteams, um die Einhaltung der Regeln zu überprüfen (Händewaschen, Gesichtsmaske und Abstand halten). Das heißt, so schreibt sie, dass die Behörden nicht mehr behaupten, dass es Covid 19 nicht mehr gibt. Es wird aber – außer in Dar es Salaam - nicht mehr getestet. Der Grund dafür sei, dass die vom Westen eingeführten Tests alle verseucht seien. Außerdem würden die Testergebnisse aus Dar es Salaam nicht mehr mitgeteilt, weil die Menschen so viel Angst hätten und man ihnen nicht unnötig Angst machen wolle.

Insgesamt, so schreibt Schwester Raphaela, sei Tansania ihrer Einschätzung nach bisher relativ gut durch die Krise gekommen. Die Sterberaten – auch in Dar es Salaam, wo die Infektionszahlen wohl am höchsten waren oder sind – seien wieder im normalen Bereich. Präsident Magufuli – ein ähnlicher Ignorant der Corona-Krise wie Präsident Bolsonaro in Brasilien – sagt, Gott habe das Land verschont.

„Hier in Mtwara“, schreibt Schwester Raphaela, „ist alles ruhig. Wir Schwestern sind weiterhin sehr vorsichtig und alle gesund.“

Die Nottulnerin Margarete Gerber-Velmerig hat eine sehr gute Verbindung zum ehemaligen Centro Social Sao Jose do Monte in Caruaru (Brasilien), das von ihrer Tante – Schwester Werburga – vor vielen Jahren gegründet wurde und jetzt unter dem Namen „Centro de Educacao Popular Irma Werburga“ weitergeführt wird. Es ist ein Zentrum der Hilfe zur Selbsthilfe insbesondere für Kinder und Jugendliche mit Angeboten von Handwerklichem und Kultur. Wichtig ist vor allem die tägliche warme Mahlzeit, die für alle Betreuten zur Verfügung gestellt wird. Schwester Werburga selbst befindet sich aufgrund ihres inzwischen hohen Alters im Heim bei ihren Mitschwestern in Recife.

Margarete Gerber-Velmerig schreibt: „Das Centro ist nach wie vor geschlossen. Die Mitarbeiter kümmern sich um die Häuser und halten Kontakt zu den Familien auf dem Monte, die aufgrund der beengten und prekären Verhältnisse ja sehr gefährdet sind. Parallel sammeln sie Spenden für Grundnahrungsmittel-Pakete, damit die Menschen auf dem Monte nicht hungern müssen. Die meisten haben Jobs, die ohne Sicherung sind.“ Das bedeute, dass sie bei Schließung kein Einkommen mehr hätten.

Eine der größten Bäckereien in Caruaru arbeitet im Trägerverein mit und sorgt auch für Lebensmittelpakete, was gerade in der jetzigen Situation sehr wichtig ist. Außerdem unterstützt sie Schwester Werburga an ihrem neuen Domizil mit der Bereitstellung eines Handys.

„Wir stehen in intensivem Kontakt mit dem Trägerverein und versuchen auch, Geld zu schicken, was aufgrund der komplizierten Bankverhältnisse nicht so einfach ist. Es scheint aber eine Lösung in Sicht“, berichtet Hugo Hattrup vom Aktionskreis João Pessoa. Ansonsten könne man für den ganzen amerikanischen Kontinent – Norden wie Süden – nur beten und hoffen, dass die Menschen an der Macht bald ausgewechselt würden durch solche mit mehr Verstand und mehr Sorge für die Menschen in ihren Ländern.

Der Aktionskreis João Pessoa wäre dankbar, wenn die Arbeit in den Projekten gerade in dieser Zeit durch eine Spende unterstützt würde.

 

Konto-IBAN: DE63 4016 4352 0009 0800 00

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