Nottuln ist in Sachen Nachhaltigkeit gut unterwegs
Mit viel Luft nach oben

Nottuln -

Die Botschafterin für kommunale Entwicklungspolitik war jetzt im Nottulner Rathaus zu Gast. Dr. Angelika Kordfelder zeigte sich überrascht davon, „was Nottuln alles so in Sachen Nachhaltigkeit auf die Beine gestellt hat“.

Freitag, 10.07.2020, 06:09 Uhr aktualisiert: 10.07.2020, 18:24 Uhr
Besuch von der BMZ-Botschafterin für kommunale Entwicklungspolitik: Dr. Angelika Kordfelder (Mitte) informiert sich bei Ehrenamtskoordinatorin Carola König (l.) und Bürgermeisterin Manuela Mahnke über die Nachhaltigkeitsstrategien in der Gemeinde Nottuln.
Besuch von der BMZ-Botschafterin für kommunale Entwicklungspolitik: Dr. Angelika Kordfelder (Mitte) informiert sich bei Ehrenamtskoordinatorin Carola König (l.) und Bürgermeisterin Manuela Mahnke über die Nachhaltigkeitsstrategien in der Gemeinde Nottuln. Foto: Gemeinde Nottuln

Dr. Angelika Kordfelder lief sozusagen offene Türen ein, als sie jetzt zu Besuch im Nottulner Rathaus war. Im Gepäck hatte die Botschafterin für kommunale Entwicklungspolitik, die im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit ( BMZ ) unterwegs ist, viele Informationen zum Thema nachhaltige Entwicklung der Kommunen. Dabei wurden auch die Themen Beratung und Förderung von Maßnahmen durch das BMZ beziehungsweise durch Engagement Global mit ihrer Servicestelle „Kommunen in der einen Welt“ (SKEW) nicht ausgespart.

„Ich bin überrascht, was Nottuln alles so in Sachen Nachhaltigkeit auf die Beine gestellt hat“, sagte die Botschafterin, die von 2004 bis 2015 Bürgermeisterin der Stadt Rheine war. Nun reist Kordfelder als ehemalige Spitzenpolitikerin und als eine von insgesamt 20 vom BMZ berufenen Botschafterinnen und Botschaftern durch die Lande, um neue Kommunen und kommunale Unternehmen für das Thema Nachhaltigkeit zu mobilisieren, zu sensibilisieren sowie um bereits bestehende Strukturen zu vertiefen.

Und nicht zuletzt auch, um diese weltweite Verantwortung der Kommunen zu verdeutlichen. „Es wäre schön, wenn alle Kommunen so engagiert wären wie Nottuln“, lobte Kordfelder die Stiftsgemeinde und machte deutlich, dass Nachhaltigkeit aus mehr als nur Klimaschutz und fair trade besteht.

„Nachhaltigkeit ist eine kulturelle Aufgabe“, verwies die Botschafterin auf einen ganzheitlichen Ansatz, den der Deutsche Kulturrat 2019 in einem Positionspapier zusammengefasst hat.

Grundlage dafür ist die 2015 veröffentlichte UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung mit insgesamt 17 Zielen, Sustainable Development Goals (SDG‘s) genannt. Sie reichen von „Keine Armut“ und „Kein Hunger“ bis hin zu „Bildung“, „Geschlechtergleichheit“, „Frieden und Gerechtigkeit“ und „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ reichen.

Bürgermeisterin Manuela Mahnke und Ehrenamtskoordinatorin Carola König zeigten Angelika Kordfelder in dem Gespräch auf, was in Nottuln zum Teil seit vielen Jahren zum Thema Nachhaltigkeit an der Tagesordnung ist. Neben der Lokalen Agenda (2001) sind es der Aktionskreis Joao Pessoa (1994), der Titel „Fairtrade Town“, den Nottuln seit 2015 trägt, oder aber die Tatsache, dass Nottuln seit 2005 Klimaschutzkommune ist. Hinzu kommen die Städtepartnerschaften, die Arbeit der Friedensinitiative oder die der Gruppierung „Nottuln nachhaltig“.

Nicht zu vergessen auch die besondere Form der Entwicklungshilfe, die die aus Nottuln stammende Missionsbenediktinerschwester Raphaela Händler in Namibia und Tansania leistet. Oder die Nottulner Migrationspolitik: „Es ist schon toll, welchen Einsatz die vielen Ehrenamtlichen geleistet haben, um den Flüchtlingen, die seit 2015 zu uns gekommen sind, den Start in die neue Heimat so einfach wie möglich zu machen“, erklärte Ehrenamtskoordinatorin Carola König.

„Wir haben bereits viele Facetten in puncto Nachhaltigkeit abgedeckt, aber wir müssen in dieser Beziehung noch weiterdenken“ sagte Bürgermeisterin Mahnke, die sich eine Bündelung dieser Aktivitäten wünscht. Ebenfalls denke man in der Verwaltung darüber nach, als Kommune die Erklärung „2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung: Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten“ zu unterzeichnen, um so die Bereitschaft zu signalisieren, sich für die Ziele der Agenda 2030 zu engagieren.

Ideen und Anregungen auch aus der Politik, wie zum Beispiel die, für Nottuln einen Mobilitätsmanager einzustellen, gibt es viele. Zudem spiele die Corona-Pandemie dem Thema „Nachhaltigkeit“ in die Karten. „Alte Strukturen brechen auf. Digitalisierung, zum Beispiel in Form von Homeoffice, bekommt auf einmal eine ganz neue Bedeutung“, sagte Mahnke, „wenn wir den Schwung daraus mitnehmen, kommen wir voran. Wir sind schon gut dabei, aber es gibt noch viel Luft nach oben.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7487646?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F164%2F
Nachrichten-Ticker