Bewegendes Leben: „Mama Held“
Pflegemutter von zwölf Kindern

Nottuln -

Kerstin Held hat ihre Berufung gefunden. Sie ist Pflegemutter von Kindern mit Behinderung. Darüber hat sie ein bewegendes Buch geschrieben.

Montag, 13.07.2020, 18:28 Uhr aktualisiert: 13.07.2020, 18:34 Uhr
Kerstin Held hat ihre Berufung gefunden: Sie gibt Kindern mit Behinderung ein Zuhause.   
Kerstin Held hat ihre Berufung gefunden: Sie gibt Kindern mit Behinderung ein Zuhause.    Foto: Kösel-Verlag

„Nottuln ist meine Heimat“, verrät Kerstin Held . Eine Heimat, an die sie viele Erinnerungen hat. „Ich bin in Nottuln in den Kindergarten gegangen, noch in den alten Kindergarten am Kastanienplatz. Später ging ich dann in die St.-Martinus-Grundschule und dann auf die Liebfrauen-Realschule“, berichtet die Autorin von „Mama Held“.

Im Alter von 26 Jahren zog sie nach Senden mit ihrem ersten Pflegesohn, später dann nach Havixbeck und von dort in die Wesermarsch nahe der Nordsee. Die heute 44-jährige Frau gibt behinderten Pflegekindern ein familiäres Zuhause – oft gegen viele Widerstände.

Kerstin Held war 25 Jahre alt, als sie zum ersten Mal ein behindertes Pflegekind aufnahm. Ein Schritt, für den es im Jahr 2000 noch gar keine gesetzliche Regelung gab, wie sie berichtet. Die Aufnahme von Pflegesohn Sascha wurde zum Präzedenzfall in Deutschland und sorgte in der Gesetzgebung für die bis heute gültige Übergangsregelung.

Dadurch wurde Kerstin Held zur unermüdlichen Kämpferin in Sachen Inklusion und Gleichberechtigung für behinderte Pflegekinder. Schließlich hat sie mit einer ausufernden Bürokratie, unklaren Rechtslage und vielen Vorurteilen zu kämpfen.

Bis heute hat Kerstin Held als Pflegemutter zwölf Kinder aufgenommen, zehn davon schwerbehindert. In ihrem Buch erzählt sie nun von ihrem steinigen Weg zur „Mama Held“ und zur heutigen Vorsitzenden des Bundesverbands behinderter Pflegekinder. Kerstin Held setzt sich mit all ihrer Kraft dafür ein, dass behinderte Pflegekinder eine größere Lobby bekommen.

Das bewegende, 240 Seiten umfassende Buch ist im Frühjahr 2020 erschienen (ISBN: 978-3-466-37260-7) und für 20 Euro erhältlich.

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